Robert Bosch-Schule Ulm feiert

Ende März 2012 hatte die Robert-Bosch-Berufsschule in Ulm rund hundert Anlässe zum Feiern: Zwanzig Jahre Landesfachklasse der Klempner in Ulm und rund achtzig neue Klempner-Gesellen. Zahlreiche Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft und Verbänden würdigten die Leistungen der Schüler und der Bildungseinrichtung.

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Grund zum Feiern hatten die neuen Junggesellinnen und Junggesellen, die ihre Ausbildung an der Robert-Bosch-Schule Ulm absolvierten. Schulleiter Gerhard Braunsteffer gratulierte seinen Ex-Schülern zum erfolgreichen Prüfungsabschluss. Fotos: Siepenkort

Die Robert-Bosch-Schule in Ulm bildet seit 1992 in der Landesfachklasse für Baden-Württemberg Klempnerlehrlinge aus. In dieser Zeit entwickelte sich die Schülerzahl von zunächst 25 auf rund 250 Schüler, die heute in vier Parallelklassen von qualifizierten Fachlehren praxisnah geschult werden. Seit 2009 entlässt der Förderverein-Klempner unter Vorsitz von Manfred Decker die neuen Junggesellinnen und -gesellen in einer feierlichen Freisprechungsfeier. "Mit der Feier wollen wir die erbrachten Leistungen und Anstrengungen der Auszubildenden in den vergangenen 3 ½ Lehrjahren angemessen würdigen. Das haben sie sich, so finden wir, mindestens verdient. Sie sollen hiermit gleichzeitig wahrnehmen, dass sie in einen neuen Lebensabschnitt eintreten, der ihnen viele Freiheiten bringt, aber auch Verantwortung", erklärt Manfred Decker.

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Ausbilder Gerhard Scheiffele gibt den Besuchern der Werkstatt einen Einblick in die praxisnahe Ausbildung an der Robert-Bosch-Schule.

Viele Ehrengäste folgten der Einladung, den neuen Klempnern zu gratulieren und das Schuljubiläum der Robert-Bosch-Berufsschule zu feiern. Ulms Oberbürgermeister Ivo Gönner eröffnete die Veranstaltung und begrüßte die Schulabsolventen, deren Eltern, Ausbildungsbetriebe, Lehrer und Gäste. EU-Kommissar Günther Oettinger hielt die Festrede und prophezeite dem Klempnerhandwerk eine gute Zukunft. Die Energiewende finge beim Energiesparen an, deshalb trage der Klempner als Spezialist für die Gebäudehülle in Sachen Energieeffizienz heute und in den nächsten Jahrzehnten entscheidende Verantwortung. Es bestehe ein riesiger Bedarf in der energetischen Optimierung von Gebäuden. "In vielen Regionen Europas befindet sich die Bautechnik noch auf dem Stand des 19. Jahrhunderts", so Günther Oettinger.

Offene Bildungswege

Die Lossprechung erfolgte durch Manfred Decker, der den Gesellinnen und Gesellen noch Tipps für den weiteren Lebensweg gab. "Ab Montag gehen Sie als Gesellin oder Geselle in Ihren Betrieb. Das bedeutet für Sie auf der einen Seite mehr Verantwortung und auf der anderen Seite eine höhere Entlohnung für Ihre geleistete Arbeit. Doch diese soll handwerklich fachgerecht und frei von Mängeln sein. Bilden Sie sich weiter - den Grundstein haben Sie mit der bestandenen Gesellenprüfung gelegt. Das Handwerk bietet ihnen hierzu ein breites Weiterbildungsfeld: den Meistertitel, den Betriebswirt im Handwerk, den neuen Studiengang zum Fachingenieur Gebäudehülle, den Energieberater oder den eigenen Betrieb. Die Wege sind also frei", klärte Manfred Decker auf und bedankte sich noch bei Eltern, Meistern und Gesellen, die die ehemaligen Lehrlinge in ihrer Ausbildungszeit begleitet, unterstützt und aufgebaut haben.

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Manfred Decker: "Weltweit werden wir um die duale Ausbildungsform beneidet und wir können nur hoffen, dass uns dieses Ausbildungssystem noch lange erhalten bleibt."

Lohnender Einsatz

Studiendirektor Hans Peter Förstner bat anschließend die Schulabsolventen auf die Bühne, damit sie ihre Zeugnisse entgegennehmen konnten. Die Übergabe erfolgte mit der Unterstützung des EU-Kommissars und ehemaligen Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Günther Oettinger. Einige Schülerinnen und Schüler mit überdurchschnittlichen Leistungen erhielten vom Förderverein der Landesfachklasse an der Robert-Bosch-Schule Sonderpreise. Die beste theoretische Prüfung mit 92 von 100 Punkten legte Claudia Pflug aus Ditzingen-Hirschlanden ab. Ausbildungsbetrieb ist die Firma Bethke aus Ditzingen. Die beste praktische Prüfung mit 91 von 100 Punkten legte Vadim Wedler aus Ravensburg ab, der seine Ausbildung in der Firma Burk, Ravensburg absolvierte. Beste in beiden Teilen wurde mit 90,5 von 100 Punkten ebenfalls Claudia Pflug. Herzlichen Glückwunsch!

Auch Berthold Zürn von KME und Konrad Eiberger von Rheinzink steuerten Preise bei und gratulierten den engagierten Preisträgern. Für das leibliche Wohl zu Abschluss der Feierstunde sorgten die Firmen Barth aus Renningen und Kaufmann aus Neu-Ulm. Viele Besucher nutzten die Gelegenheit, um sich die Schulungswerkstätten Robert-Bosch-Schule anzusehen. Ausbilder Uli Hofelich, Armin Waldbüßer und Gerhard Scheiffele standen den Gästen und Besuchern für Fragen zur Ausbildung bereit.

Klaus Siepenkort

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in Ausgabe 03.2012.

Bilder der Veranstaltungen finden Sie in unserem Fotoachriv.

Letzte Aktualisierung: 03.04.2012