Bauspenglerei Ruhland: Wilde Fugen für die Villa

Eine Fassadenbekleidung ist dann am schönsten, wenn ihre Befestigungselemente nicht sichtbar sind. Nach diesem Motto verlegte die Firma Ruhland die Aluminiumhülle für eine neue Villa in Frankfurt. Besondere Herausforderungen ergaben sich bei der Planung und Unterkonstruktion für das „wilde“ Fugenbild.

Ruhland Fassade mit wildem Fugenbild Aufmacher
Kein rechter Winkel in den Fugen, viele erfüllte Wünsche des zufriedenen Bauherrn und eine Menge Klempnerkunst stecken in der Fassade am Riedberg in Frankfurt am Main. Fotos und Zeichnungen: Ruhland GmbH – Bauspenglerei

Seit 1993 bekleidet die Firma Ruhland Gebäude mit langlebigen Dächern und Fassaden aus Metall. Zu den angebotenen Leistungen zählen sämtliche Funktionsschichten – von der Unterkonstruktion über den Wärmeschutz nach EnEV bis zur Fotovoltaik und Solarthermie. Die Beratungs- und Planungsleistungen erfolgen von Fachingenieuren und Handwerksmeistern im eigenen Planungsbüro, die sich gleich zu Beginn des Jahres 2019 einer besonders anspruchsvollen Fassadenbekleidung von einem besonders anspruchsvollen Kunden widmen mussten.

Es handelt sich hierbei um ein Wohnhaus mit Doppelgarage, das als kubisch gegliederter Baukörper im Bauhausstil gestaltet ist. Die Überhänge der Baukörper im Obergeschoss bilden auf der Süd- und Eingangsseite ein Entree sowie eine überdachte Terrasse. Durch geschickte Einschnitte in den Kubus entstand ein heute schick begrüntes Atrium, das dem Wohnraum zusätzliches Tageslicht gibt. Die großen Öffnungen und Überdachungen verbinden sich innen und außen zu einem gemeinsamen Raum.

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Zum Einsatz kam ein spezieller Fassadenkleber, der nach dem Entfernen von Staub und Fetten gemäß Anleitung aufgetragen wird. Sobald der Kleber die maximale Haftung erreicht hat, dient ein Doppelklebeband zur schnellen, temporären Fixierung des Fassadenelementes.

Baukonzept nach Bauhaus

Die Wandkonstruktionen als Massivbau bestehen aus Stahlbeton und Mauerwerk. Das Untergeschoss ist aus wasserundurch- lässigem Beton errichtet, Decken und Dachkonstruktion aus Stahlbeton. Die Bodenplatte bildet mit den Wänden im Untergeschoss eine Art weiße Wanne. Diese sind im Wärmedämmverbundsystem mit rund 200 mm Dämmschichtdicke und weißem Putz mit 2-3 mm Körnung versehen. Die Fenster mit Dreifachverglasung erhielten bronzefarben eloxierte Aluminiumrahmen sowie ein zum Gestaltungskonzept passendes, repräsentatives Haustürelement.

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Eine Fassadenbekleidung ist dann am schönsten, wenn ihre Befestigungselemente nicht sichtbar sind.

Das Flachdach von Garage und Haupthaus wird mit Gefälledämmung ausgeführt und bituminös abgedichtet. Die Entwässerung erfolgt nicht sichtbar hinter der architektonisch gestalteten Fassadenbekleidung im Obergeschoss, um die es in dieser Reportage geht.

Fachlich beraten, digital konstruiert

Die Besonderheit und Herausforderung bei diesem Objekt war die Umsetzung des gewünschten „wilden“ Fugenbildes in einer zudem glatten Oberfläche, ohne jegliche störende Befestigungsmittel. Sowohl die Vertikalfugen als auch die Horizontalfugen sollten wie Laserschnitte wirken und sich auch über Ecken und Fenster bis zur Untersicht fortsetzen. Gewählt wurde eine bauphysikalisch sichere vorgehängte, hinterlüftete und wärmegedämmte Fassadenkonstruktion (VHF) mit Aluminiumkonsolen und T-Profilen. Um eine möglichst planebene Oberfläche zu erzielen, überzeugte als Wetterschutz- und Bekleidungsebene ein System aus 4,0 mm dicken Aluminium-Verbundplatten des Fabrikats Prefa/Reynobond, wobei die Farboberflächen mit den bronzefarben eloxierten Fenstern aufeinander abzustimmen waren. „Im ersten Schritt erstellten wir als Vorabzug per CAD System ein maßstabsgetreues 3D-Modell auf Grundlage der Architektenleitdetails.

Ohne dieses digitale Werkzeug ist eine Planung im Fassadenbereich bei uns nicht mehr denkbar“, erklärt Marcin Jagoda, verantwortlicher Projektingenieur bei der Ruhland Bauspenglerei GmbH. „Nach Freigabe der theoretischen Daten aus den Plänen haben wir das Modell mit den Rohbaumaßen vor Ort abgeglichen. Das Einmessen mit modernen Lasermessgeräten war hierbei unverzichtbar. Nach finaler Überarbeitung des 3D-Models wurden auf dieser Grundlage 2D-Pläne für die Unterkonstruktion und die Fugendarstellung erstellt.

Christian Müller

Den kompletten Beitrag lesen Sie in KlempnerMagazin 07.

Letzte Aktualisierung: 14.10.2019