Scharfe Konturen, schräge Schnitte

Bei den Häuserzeilen MikMaks ist alles ungewöhnlich und nichts gerade, ob Grundriss, Dach oder Fassade. Klempnermeister Leszek Kordy löste eine wirklich schräge Bauaufgabe.

Die MikMaks stellen eine moderne Interpretation britischer Reihenhäuser dar. Mit der blaugrauen Metalloberfläche verbindet die Fassade die sehr unterschiedlich geformten Häuser zu einer Einheit. Foto: Rheinzink

Schräg und unkonventionell stehen die „MikMaks“, eine Häuserzeile aus 16 Reihenhäusern, in einer kleinen Seitenstraße im Südwesten der polnischen Stadt Wrocław. Vier unterschiedlich große Segmente, die eine, fünf, sieben und drei mehrgeschossige Wohnungen beherbergen und sich zu einer gemeinsamen Mitte hin orientieren. Auslöser für diesen interessanten Entwurf des Architekturbüros ARC2 waren das extrem schmale und lange Grundstück und die Nachbarbebauung mit den eher traditionellen Ein- und Mehrfamilienhäusern. Hier wollten die Architekten einen Akzent setzen und einen in sich schlüssigen Gegenpol schaffen. So haben sie eine Häuserreihe entwickelt, die aus dem Erdboden herauswächst und in eine Dachlandschaft übergeht, die an unregelmäßige Sägezähne erinnert. Das Dachgeschoss ist aufgrund der unterschiedlichen Dachgeometrien nur in drei Häusern nutzbar.

Für den Bau der MikMaks wählten die Architekten nur hochwertige Kon­struktionen und Materialien. Das Untergeschoss besteht aus wasserundurchlässigem Beton, Erd- und Obergeschoss aus einer gemischten Konstruktion aus Stahlbeton mit Mauerwerk aus Porenbeton. Die unterschiedlich geformten Dächer wurden in Holzrahmenbauweise ausgeführt und setzen sich pro Haus aus mehreren Holzrahmen zusammen, die in Abhängigkeit der Dachform unterschiedliche Geometrien aufweisen. So besteht ein Dach beispielsweise aus drei dreieckigen Holzrahmen, bei denen Leimholzbinder als tragende und – quer dazu verlaufend – als aussteifende Konstruktion eingesetzt wurden. Auch für die äußere Gestaltung (selbst die Vorder- und Rückansicht des Gebäudes sind unterschiedlich) setzten die Architekten das Konzept der hochwertigen Materialien fort und wählten Metall für die Bekleidung der Dächer und Fassaden. Sie entschieden sich für vorbewittertes Titanzink des Fabrikats Rheinzink prePatina blaugrau, da es die zeitlose Ästhetik der Architektur unterstreicht. Anders als bei walzblanken Oberflächen werden mit der vorbewitterten Variante zudem Lichtreflexionen, die Bauherren und Architekten möglicherweise stören könnten, auf ein Minimum reduziert. Hierzu trägt auch die erhöhte Blechdicke von 0,8 Millimetern anstelle der üblichen 0,7 Millimeter bei.

Thomas Bühlmeyer

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in Ausgabe klempner magazin 6.2014.

Letzte Aktualisierung: 27.08.2014