Schindel, Stehfalz und Paneel im Dreikampf

Noch 3 Wochen – dann endet die Abstimmung für die 3 Shortlist Kandidaten des Sanierungspreises 2013, dabei kämpfen drei Klempnersysteme um den 1. Preis. Wir stellen die Objekte mit Unternehmen vor und verraten wo und wann die Preisverleihung stattfindet.

Sanierungspreis 13 Shortlist Metall
Katharinenkriche Reutlingen: Die Sanierung sah vor, alle Blechanschlüsse, Seitenbleche, Sima- Dachrinnen, Kehlrinnen und First­abdeckungen zu erneuern. Die Lüftergauben wurden zum Teil restauriert, zum Teil neu angefertigt. Foto: Huber

Im Süden, in der Mitte und im Norden Deutschlands stehen die 3 Projekte in der Kategorie Metall. Wolfgang Huber aus Kißlegg war einer der ersten, die sich beworben hatten. Die Katharinenkirche in Reutlingen wurde 1890 im Neugotischen Baustil neu errichtet. Große Teile der bauzeitlichen Rautendeckung aus Zinkblech sind noch erhalten. Die Flaschnerei Huber wurde beauftragt, eine Bestandsaufnahme, Schadenskartierung sowie eine Machbarkeitsstudie für eine Wiederverwendung der historischen Rauten durchzuführen. Die Sanierung sah vor alle Blechanschlüsse, Seitenbleche, Sima- Dachrinnen, Kehlrinnen und Firstabdeckungen zu erneuern. Die Lüftergauben wurden restauriert, zum Teil neu angefertigt. Außerdem sollten sämtliche Rauten demontiert werden, schadhafte Rauten wurden aussortiert. Nach dem Reinigen der Bleche wurde eine rückseitige Beschichtung der Rauten vorgenommen. „Es wurde entschieden, die bauzeitlichen Rauten komplett auf der Ostseite des Daches einzubauen, also in Chor, Vierung, Sakristei und Heizraum“, berichtet Wolfgang Huber.

Zink auf 100 Grad erhitzt

In diesen Dachbereichen werden die Bleche am wenigsten den Witterungseinflüssen ausgesetzt, somit ist eine möglichst lange Lebensdauer der historischen Rauten gewährleistet. Das Kirchenschiff deckte Huber mit 1.500 Rauten. Die abgeschleppten Dächer des Kirchenschiffes wurden mit den vorhandenen Rauten aus einer früheren Reparatur wieder eingebaut.
Die Flaschnerei Huber hat sich spezialisiert auf Restaurierungen und war für die Sanierungsaufgabe bestens gerüstet. „Das Zinkdach ist im Rautenformat. Unsere Aufgabe war, eine Schadenskartierung und die Sanierung der schlesischen Rauten im Format 35 × 35 Zentimeter. Zunächst wurden Kantproben erstellt, eine Musterstudie in Auftrag gegeben und eine Musterfläche angelegt, um zu prüfen, wie viel alte Bausubstanz noch zu verwenden war. Wichtig bei so einem Projekt: Man muss sich mit der Historie des Bauwerks beschäftigen und bei der Verarbeitung auf die Temperatur achten. Damals gab es ja noch kein Titanzink, sondern nur reines Zink. So mussten wir beim Kanten das Zink auf eine Temperatur von 100 bis 150 Grad erhitzen, dass durfte auf keinen Fall höher sein“, berichtete Huber.

Sanierungspreis 13 Shortlist Metall
Das aus den 60er Jahre stammende Wohn- und Geschäftshaus sanierte Peter Lange energetisch mit einer Aluminium-Fassade. Foto: Lange

Alu an der Fassade
Peter Lange – Schalke-Fan aus Dortmund (!) – sanierte in der Dortmunder Innenstadt ein Wohn- und Geschäftshaus mit einer Aluminium Fassade. Die Aufgabenstellung: Das aus den 60er Jahre stammende Wohn- u. Geschäftshaus sollte energetische saniert werden und eine optisch ansprechende und wartungsfreie Hülle erhalten. Lange betreute das Objekt schon länger. „Wir wollten auf keinen Fall ein Wärmedämmverbundsystem anbieten, sondern eine schöne und kostengünstige Alternative, die hinterlüftet ist“, so Peter Lange, der 160 Millimeter Mineralwolle, 0,35 WLG 200 Millimeter Alu UK im System Steckfalzpaneele (Prefa Siding), 200 Millimeter mit Schattenfuge, in oxydrot + grau Aluminium verbaute. „Das Haus sollte einen anderen Charakter bekommen, wir wollten es auch farblich anders gestalten. Technisch war das Objekt anspruchsvoll. Nach der Demontage der alten Tafeln bekam wir Probleme mit der Befestigung und der Wärmedämmung. Außerdem sollte die Fassade nicht brennbar sein, die Sidings können sich ausdehnen, die Verarbeitung ist eine glatte Fläche geworden. Wir haben somit eine gute Lösung gefunden, mit der alle Beteiligten leben können“, so Lange stolz. Die Sanierung dauerte in 2 Abschnitten fast 6 Monate. Für Lange ist die Sanierung ein Referenzobjekt, auch auf seiner Website dachdeckerei-dortmund.com wirbt er damit für den Sanierungspreis.


Sanierungspreis 13 Shortlist Metall
Das energetische sanierte Architektenhaus erstrahlt wieder im neuen Glanz. Dachflächen und Fassaden erhielten eine Prefalzdeckung in P.10 anthrazit. Foto: Neumeister

Architektenhaus in Aurich

Die Bauklempnerei Neumeister kommt aus Garrel. Ihr Referenz-Objekt steht in Aurich und gehört einem Architekten. Das kann man sehen: Das große Dach ist Blickfang für das Haus, dass nach der energetischen Sanierung wieder im neuen Glanz erstrahlt. Dachflächen und Fassaden erhielten eine Prefalz Deckung in P.10 anthrazit. Bauklempnerei Clemens Neumeister jun. ist ein Handwerksbetrieb, der sich ausschließlich mit Bauspenglerei und Bedachungen beschäftigt. Die Sanierung des 32 Jahre alten Daches und der Giebel war erforderlich, da die Eindeckung mit Eternit-Berliner Welle schadhaft war und die Dämmung größtenteils durch Marder zerstört wurde, aber auch der heutigen EnEV nicht mehr entsprach. Während der 2,5 monatlichen Bauzeit konnte das Gebäude weiterhin genutzt werden. Anspruch des Planers war, Form, Details und die Farbe des Daches zu erhalten. „Ein Teilbereich der Dachkonstruktion wurde geändert, der vorhandene Schornsteinkopf zurückgebaut und durch Edelstahlabgasrohre ersetzt“ sagte Neumeister. Die vorhandenen Bedachungs- und Wandflächen aus Faserzementplatten einschließlich der Unterkonstruktion mit der Wärmedämmung im Sparrenbereich wurden komplett zurückgebaut. Neumeister dämmte den Dachaufbau mit einer Vollsparrendämmung aus Steinwolle (Dach 220 mm, Giebel 200 mm). Dach- und Wandflächen erhielten eine diffusionsoffene Unterdeckplatte aus Holzfaser, DWD-Platten und darauf eine Konterlattung (als Belüftungsebene) mit einer Schalung und Unterbahn für die Alu-Stehfalzeindeckung.


Johannes Messer

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in Ausgabe klempner magazin 03.2013.

Letzte Aktualisierung: 17.04.2013