Schlau unter Schindeln

Bei der Deckung komplex geformter Dachgeometrien sind Metalldachsysteme klar im Vorteil. Den Beweis hierfür erbrachte die Flaschnerei Smejkal aus Heidenheim mit der Sanierung einer Waldorfschule, die nicht nur klempnertechnisches Geschick erforderte.

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Bei der Deckung komplex geformter Dachgeometrien sind Metall-dachsysteme klar im Vorteil. Die neue Metalldeckung bietet jetzt für Jahrzehnte besten Wetterschutz bei geringsten Wartungskosten. Foto: PREFA I Croce & Wir

In der Schulwelt repräsentieren die Waldorfschulen nicht nur eine besondere pädagogische Ausrichtung, in Heidenheim ist diese auch an der Innen- und Außenarchitektur des Schulgebäudes erkennbar. So sind die rund 5.500 m² Dachflächen über den etwa zehn unterschiedlich genutzten Räumlichkeiten und Bauabschnitten vielfach verschachtelt, schräg verschnitten und dreidimensional verdreht, was in gewisser Weise die Waldorfpädagogik widerspiegelt. In deren Mittelpunkt steht nicht die Vermittlung von Kenntnissen und abprüfbarem Wissen, sondern die Bildung sowohl von intellektuellen als auch kreativen, künstlerischen, praktischen und sozialen Fähigkeiten – also im Prinzip das, was auch Klempner und Spengler für ihre Berufswelt benötigen. Vom ersten Schuljahr an lernen die Waldorfschülerinnen und -schüler zwei Fremdsprachen. Jungen und Mädchen stricken, nähen und schneidern gemeinsam in der Handarbeit und sägen, hämmern und feilen zusammen im Werkunterricht. Der Waldorlehrplan wählt seine Inhalte primär unter dem Gesichtspunkt aus, welche Kräfte und Fähigkeiten die Schülerinnen und Schüler in der Auseinandersetzung mit diesem Stoff bilden können.

Systeme kombinieren, Aufbau konstruieren


Umfassende intellektuelle Fähigkeiten und handwerkliche Fertigkeiten musste das Team der Flaschnerei Robert Smejkal aus Heidenheim anwenden, als sie den Auftrag zur energetischen Sanierung des in die Jahre gekommenen 1970er-Jahre Bauwerks erhielten. Juniorchef Christian Smejkal war bereits im frühen Planungsstadium bei der Architektin beratend tätig. Hierbei wurden zunächst Überlegungen zum Einsatz des geeigneten Dachsystems und der erforderlichen Deckunterlage in Abhängigkeit von der Dachform und Dachneigung angestellt. Anschließend folgte die sehr aufwendige Detailarbeit zur Umsetzung der sämtlichen Dachanschlüsse sowie der Dachentwässerung.

Hierbei ging es nicht nur um Dachrinnen, Abflüsse und Fallrohre, sondern auch um die Falzlegung innerhalb der verschachtelten Dachflächen. Es sollten letztendlich drei unterschiedliche Systeme aus farbbeschichtetem Aluminium zur Ausführung kommen: Rautenschindeln für die Bereiche über 25° Dachneigung und darunter Doppelstehfalzdeckungen – beide Systeme aus Prefa Aluminium P10 anthrazit. Traufenblenden und -untersichten erhielten Bekleidungen aus Prefa Sidings in anthrazit und weiß. Aufwendig war auch der Aufbau der neuen Dachkonstruktion. So musste zur energetischen Ertüchtigung eine 200 mm dicke Wärmedämmung aufgebracht und eine bauphysikalische sichere Hinterlüftungsebene konstruiert werden.


Klaus Siepenkort

Den kompletten Beitrag lesen Sie in klempner magazin, Ausgabe 8.2018.

Letzte Aktualisierung: 16.11.2018