Schwebende Schindeln

Mit seiner außergewöhnlichen Fassadenbekleidung ist der Nordkopf Tower neuer prägnanter Punkt der Stadt Wolfsburg. 55.000 handwerklich bearbeitete Schindeln der Firma Sperber Klempner sorgen mit einem speziellen Zuschnitt und Verlegemuster für ein sich wandelndes Erscheinungsbild.

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Aus jedem Blickwinkel und den unterschiedlichsten Lichtverhältnissen zeigt sich die metallische Oberfläche in einem anderen Erscheinungsbild. Mal sind die quadratischen Umrisse der Bekleidungselemente, mal ein durchgehendes flächiges Treppenmuster im Blickfeld Foto: Kalzip / Stefan Josef Mueller

Nach seiner feierlichen Eröffnung bildet der Wolfsburger Nordkopf Tower (WNT) heute einen wichtigen Baustein in der städtebaulichen Entwicklung der Autostadt. Der neue zehngeschossige Sitz der Stadtwerke und des Energieversorgungsunternehmens LSW Energie verbindet in seiner Architektur bestehende Höhenniveaus, Achsen und Blickbeziehungen. Die LSW-Gruppe als moderner Energieversorger sowie die Stadtwerke Wolfsburg-Gruppe sind zentrale Infrastrukturdienstleister und bündeln im Wolfsburger Nordkopf Tower ihre Kompetenzen jetzt unter einem Dach. Ihr Kundencenter befindet sich im zweigeschossigen, großflächig verglasten Sockel des Turms, der den Erschließungsbereich rund fünf Meter frei und ohne Stützen überkragt. Eine weitere architektonische Besonderheit ist die über 30 Meter ebenso frei schwebende Fassadenkonstruktion im 10. Geschoss des Towers. Als Pendant zum offenen Erdgeschoss verbirgt sich dahinter die große „Stadtloggia“, die einen freien Blick über Wolfsburg und die VW-Werke eröffnet. Der moderne Neubau mit seiner außergewöhnlichen Gebäudehülle aus speziell geformten Aluminiumschindeln ergänzt den bestehenden, sanierungsbedürftigen Firmensitz der Stadtwerke aus dem Jahr 1961. Verbindendes Element zwischen Bestand und Erweiterung ist ein begrünter Innenhof.

Herausforderung Fassadenraster


Zuständig für die Gestaltung und Planung des Gebäudes waren die vielfach ausgezeichneten Schulz und Schulz Architekten aus Leipzig, die 2014 als Preisträger des Architektenwettbewerbs für dieses Projekt hervorgingen. Die äußere Hülle des Bauwerks sollte aus einem kleinteiligen Schindelsystem bestehen. Der Anspruch war, die Maße des geplanten Baukörpers so aufzunehmen, dass alle An- und Abschlüsse mit einer vollen Schindel abschließen. Dies galt ebenso für die Fensterraster, deren Höhen und Breiten bei der Ermittlung der Schindelmaße zu berücksichtigen waren - eine besondere Herausforderung, mit der sich zunächst das Planungsteam der beauftragten Sperber Klempner GmbH mit Sitz im Thüringischen Langenschade beschäftigen musste.

Das Unternehmen ist spezialisiert auf die Fertigung und Montage handwerklicher und industrieller Metalldächer sowie Fassadenbekleidungen - einschließlich aller erforderlichen Unterkonstruktionen, Dämmungen und sonstigen Funktionsschichten. „Damit wir es bei Planung und Ausführung und „Nicht-so-leicht-haben“, entschieden sich die Architekten auch die Eckausbildungen nicht zu trennen, sondern im Raster zu kanten; sie wollten keinerlei markante Linienführungen sehen, die etwa durch Eck-, Winkel- oder sonstige Verbindungsleisten entstehen könnten. Rund ein viertel Jahr Vorbereitungszeit benötigten unser Ingenieur Hans-Jürgen Löffler und CAD-Zeichner Ricardo Blumenstein für die Planung der Schindelflächen und der aufwendigen Unterkonstruktion“, berichtet Claudia Sperber. Die Betriebswirtin des Handwerks ist bei Sperber Klempner zuständig für die Kalkulation und Großobjektbetreuung. Seit 2018 ist sie darüber hinaus Gesellschafterin und bereitet sich auf die Unternehmensnachfolge vor.


Klaus Siepenkort


Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in klempner magazin, Ausgabe 3.2019.


dach+holz.tv - zur Tat: Aluminium-Fassadenelemente verarbeiten

Dachplatten hat Micha schon verlegt, jetzt gehts zu den Aluminium-Sidings. Michael zu Besuch in Neu-Ulm um sich von Fachtechniker Tom Fassadenplatten-Verlegung zeigen zu lassen.

Letzte Aktualisierung: 25.04.2019