Statik im Griff

Kanadische Holzhäuser findet man in Deutschland selten, außer in Ostwestfalen. Jedoch scheinen die seinerzeit importierten und verbauten kanadischen Faserzementplatten der Witterung des Wiehengebirges nicht gewachsen zu sein. Die Firma Aude aus Bielefeld fand hierzu eine passende Lösung.

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Mit einem geringen Gewicht, hoher Sturmsicherheit und dem Erscheinungsbild kleinformatiger Dachdeckungen setzte die Firma Aude die Dachsanierung in nur 14 Tagen zur Freude des Bauherrn um. Fotos: Peter Koch

Vor 17 Jahren hatte sich der Bauherr in Nettelstedt Kreis Minden-Lübbecke für ein kanadisches Holzhaus entschieden – eine in dieser Region, insbesondere damals, eher seltene Bauweise, die sich optisch jedoch hervorragend in das Bild des umliegenden, dichtbewaldeten Wiehengebirges einfügt. Mittlerweile geht der Trend vermehrt in Richtung Naturhaus, so auch in Nettelstedt. Bei dem kürzlich sanierten Kanadahaus trifft die natürliche Ästhetik des beigefarbenen Holzes und der Steinfassade auf ein funktionelles, topmodernes Design. Die Bedachung des originalen Imports in dem kleinen ostwestfälischen Ort hat den deutschen Witterungsverhältnissen leider nicht lange standgehalten und bereits nach kurzer Zeit traten erste Undichtigkeiten auf. Die kleinformatigen Schindeln aus Faserzement waren so stark verwittert, brüchig und sturmgefährdet, dass eine Sanierung dringend notwendig wurde. Gemeinsam gingen Bauherr und Klempnermeister Norbert Aude auf die Suche nach der geeigneten Dachlösung, welche einerseits hinsichtlich Nachhaltigkeit überzeugen und andererseits mit einer herausragenden Wetterresistenz punkten sollte. Darüber hinaus war eine Begrenzung der statischen Lastenannahmen des Holzrahmenbaus aufgrund des Dachstuhls aus Holzbindern zu beachten. So musste der Deckungswerkstoff für die Dachsanierung ein möglichst geringes Gewicht aufweisen. Die Wahl eines Metalldaches lag somit auf der Hand. Infrage kamen nur zwei Varianten – ein Stehfalzdach oder eine kleinteilige Schindeldeckung. Letztendlich entschied sich der Bauherr, nach einer Beratung von Norbert Aude und der Firma haushaut, für eine speziell geformte, farbbeschichtete Aluminiumschindel. Vorteile dieser „kanadischen Schindeln“ waren zum einen, dass diese sich an das bisherige Erscheinungsbild des kleinformatigen Daches anlehnen und eine hohe Sturmsicherheit aufweisen. Zum anderen lassen sich die Schindeln problemlos verlegen, was sich bei der komplexen Dachgeometrie des Kanadahauses mit ihren zahlreichen An- und Abschlüssen als Vorteil erwies. Hinzu kam, dass bei der Systemlösung aufwendige Baustellenaufmaße entfielen.

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Die An- und Abschlüsse können bei dieser komplexen Dachgeometrie mit vergleichsweise weniger Aufwand als bei einer Stehfalzdeckung bewerkstelligt werden.

Schindel im Viertelverband

Bevor die Firma Aude mit den Sanierungsarbeiten beginnen konnte, musste zunächst die gesamte alte Bedachung entfernt und die Dachschalung auf 24 Millimeter Dicke ergänzt werden. Da sich das Material in einem vorangegangenen Gutachten als asbestfrei herausgestellt hatte, mussten demnach keine besondere Rücksicht bei der Entfernung bzw. Entsorgung genommen werden. Hier gestaltete sich das Projekt also von Anfang an reibungslos.

Peter Koch

Den kompletten Beitrag lesen Sie in klempner magazin, Ausgabe 7.2016

Letzte Aktualisierung: 10.10.2016