Technik im Tarnmantel

Quantenphysiker arbeiten unentwegt daran, Menschen und Gegenstände unsichtbar zu machen. Dabei müssten sie nur einen Tag im Hotel Seezeitlodge am Bostalsee verbringen. Dort gelang es Architekten und IFBS-Fassadenspezialisten, gleich drei große Technikzentralen „verschwinden“ zu lassen.

IFBS Hotel Nonnweiler (8)
Zielvorgabe war, eine spiegelblanke Oberfläche mit größtmöglicher Planheit zu schaffen. Die Entscheidung fiel zugunsten einer Fassadenkassette aus 4,0 mm dicken, hochglänzenden Aluminiumverbundplatten. Fotos: ibv Industriebauten-Verkleidungs-GmbH

Mitten im Grünen in unmittelbarer Nähe zum Bostalsee entstand 2017 das neue Hotel und Spa Seezeitlodge. Ohne den See zu erahnen, nähert man sich dem Hotel durch einen dichten Eichenwald und fährt zwischen begrünten Hügeln entlang, über denen das Gebäude mit seinen Hotelzimmern zu schweben scheint. Es besteht aus drei Vollgeschossen, wobei das Erdgeschoss mit sämtlichen Funktionseinheiten wie Restaurant, Veranstaltungsräumen und Spa weitestgehend in die Landschaft integriert ist. „Das Gebäude ist in hochwertiger massiver Bauweise konzipiert. Die abgeholzten Bäume des freigelegten Westhanges verwandeln sich in das Kleid des Hauses und veranschaulichen so den Anspruch des Projektes auf Nachhaltigkeit: Die Fassade besteht aus Holzlamellen einheimischer Hölzer, die durch eine geflammte Oberfläche silbrig-schwarz schimmern“, beschreibt das international tätige Architekturbüro GRAF, das diesen gediegenen Rückzugsort im Herzen des Naturparks Saar-Hunsrück plante.

Keine Wellness ohne Technik

Man sieht sie nicht, aber man braucht sie: Das 2700 Quadratmeter große Refugium mit Badelandschaften, beheizten Innenpools, Saunen, Dampfbädern im Wohlfühldesign erforderte eine Vielzahl raumfordernder haustechnischer Anlagen für das Wasser-, Klima- und Wärmemanagement. So stellten kilometerlanger Luftkanäle, Filteranlagen, Ventilatoren, Elektroverteiler, Heizaggregate, Feuerlöschleitungen und vieles mehr die planenden Architekten und Innendesigner vor besondere Herausforderungen. Ihr Ziel war es, die Haustechnik möglichst unauffällig im und am Gebäude unterzubringen. Ein bedeutender Teil der Lösung war, die Installationen weitgehend in drei großen Technikzentralen mit rechteckigem und L-förmigem Grundriss auf dem Flachdach des Gebäudes zu bündeln. Als Baukonstruktion kamen nutzungsabhängig nach oben offene Stahl- sowie Betonbaukonstruktionen mit Flachdachabdichtung zur Ausführung, sodass auch Treppenhäuser, Aufzugsüberfahrten und Dachausstiege untergebracht werden konnten.

Horizonte im Spiegel

Nun galt es, für die unterschiedlichen Rohbaukonstruktionen eine möglichst wartungsarme und optisch passende Außenhülle zu finden, da das Flachdach aus der angrenzenden Hügellandschaft einsehbar ist. In Zusammenarbeit mit der beauftragten ibv Industriebauten-Verkleidungs-GmbH erarbeitete das Architekturbüro GRAF für das anspruchsvolle Bauprojekt eine sowohl technisch als auch architektonisch einzigartige Lösung. Das Familienunternehmen ibv aus dem nahegelegenen Oberthal ist seit 50 Jahren spezialisiert auf die Verkleidung von Dach und Wand aus Metall und zertifiziertes Fachunternehmen des Internationalen Verbandes für den Metallleichtbau IFBS. Unter der Leitung von Diplomkauffrau Katja Bösch und Diplomingenieur Wolfgang Schumann beschäftigt das 1969 gegründete familiengeführte Fachunternehmen zurzeit 25 Mitarbeiter und bearbeitet Projekte sowohl im Inland als auch im nahegelegenen europäischen Ausland. „Metall bietet die ganze Vielfalt bauphysikalischer und gestalterischer Möglichkeiten für Dach und Wand. In unseren Beratungen betrachten wir im Gewerbebau typischerweise zunächst den Gebäudezweck und definieren darauf aufbauend die bauphysikalischen Eckpunkte wie Schall- Brand- und/oder Wärmeschutz.

IFBS

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Letzte Aktualisierung: 19.02.2019