Traumdach mit Fledermausgaube

Für seine Meisterprüfung vor der Handwerkskammer wählte Marius Schmidt aus Weilburg eine Kombination aus Dachmodell und Kunsthandhandwerk. Der Jungmeister beschreibt, wie aus seinem Entwurf an der Spenglermeisterschule in Schweinfurt ein wahres Meisterstück gestaltete.

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Geschafft! Endlich Spenglermeister! Doch vor der Bewertung musste das Traumdach noch brüniert werden. Foto: Marius Schmidt

Bei der Auswahl meines Projektes war es mir sehr wichtig, dass das Projekt einzigartig wird und meine beruflichen Vorlieben zeigt. Und dies sind, ganz klar, die beiden Handwerksberufe des Dachdeckers und Spenglers. So kam mir nach kurzen Überlegungen Brainstorming - sozusagen im Schlaf - die Idee, mein persönliches Traumdach zu gestalten. Es handelt sich hierbei um ein Walmdach ohne Ecken und Kanten mit integrierter Fledermausgaube sowie einem angegliederten Turm. Hiermit konnte ich meine Vorlieben für schöne Dachformen und für exakt ausgeführte bautechnische Details mit dem Werkstoff Metall darstellen - mein Projekt war geboren.

In der zweiten Entwurfsphase skizzierte ich die Umrisse meines Traumdaches und setzte dies in ein Holzmodell um, was jedoch schwieriger war als erwartet. Mit dem Ziel vor Augen, reichlich Geduld und nach mehreren Nächten in der Werkstatt war das Rohmodell endlich fertiggestellt. In einem weiteren Schritt erarbeitete ich dann die speziellen Details als Schwerpunkte für die anzuwendenden Arbeitstechniken. Hierzu zählten die Fledermausgaube mit allen Anschlüssen, der Turm sowie die rund geformten Traufen.

Die Arbeitstechniken

Bei der Materialauswahl habe ich mich für 0,5 mm dickes Kupfer entschieden, da ich dies optisch am passendsten fand. Zudem lässt sich der Werkstoff sehr gut formen. Die Dachdeckung erfolgte mit einfachen Stehfalzen, wobei ich die Unterfalze 9 mm und den Oberfalz 15 mm aufgekantet habe.

Die Traufausbildung der überwiegend konischen Schare erfolgte stehend rund in ein Traufblech mit einem etwa 5 mm Umschlag. Für die Ausbildung des Firstes habe ich die Stehfalze umgelegt, die Schare zurückgekantet und eine Firstkappe als Abschluss eingefalzt. Die Anschlüsse an die Kehle erfolgten mit einfachen Liegefalzen.

Marius Schmidt

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in Ausgabe klempner magazin 01|2012.

Letzte Aktualisierung: 03.01.2012