Visitenkarte auf dem Pult

Grau in Grau muss nicht trist sein. Dies zeigt die konsequenten Linienführung von Dachdeckermeister Frank Lürken an einem Pultdach in Eschweiler. Für das Neubaugebiet ein Referenzobjekt mit einer Materialkombination aus - Ziegel und Zink - und das einen Steinwurf vom Fachbetrieb des Handwerkers entfernt.

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Farbharmonisch gerahmt: Während die Ziegeldeckung nicht über den Baukörper hinausragt, schützt eine Zinkbekleidung den Dachüberstand und orientiert sich dabei am Fugenraster der Ziegeldeckung. Fotos: Dietrich/ Erlus

Die Chance kommt selten: In Sichtweite zum eigenen Dachdeckerbetrieb eröffnet ein Neubaugebiet, indem kein graues Einerlei entstehen soll. Vielmehr suchen Bauherren dort für ihr individuelles Eigenheim nach besonderen Akzenten. Als Dachdeckermeister Frank Lürken aus Eschweiler bei einem der ersten Häuser zusammen mit dem Architekten darüber nachdenkt, wie man versetzten Pultdächern Ausdruck verleihen kann, kommt eines zum anderen. Eine der wenigen Vorgaben des Bauherrn lautet, an den Ortgängen mit einer Zinkeinfassung zu arbeiten. Nach und nach entwickeln sich gute Ideen: Zum vorbewitterten Titanzink einen Ziegel in gleicher Farbwahl nehmen, den Fugenversatz der Ziegel harmonisch auf Scharenbreite und Winkelstehfalz übertragen und nicht zuletzt der Ziegeldeckung an Ortgang und Traufe Grenzen setzen: Sie liegen jeweils in einer Flucht mit der geputzten oder geklinkerten Fassade.

Deckbild nicht breiter als Baukörper

Für die Ideen gibt es von Bauherrn und Architekt grünes Licht. Doch die Optik steht und fällt mit der Detailarbeit, in dem auch der Fugenversatz ein wichtiges gestalterisches Element ist. Probleme hätten sich schnell ergeben, wenn die Gewerke nicht gut miteinander koordiniert worden wären. Ein Beispiel: Als das Dachdecker-Team damit beginnt, am Pultdach Maß zu nehmen, damit das Deckbild der Ziegel später mit der Fassade fluchtet - gibt es noch keine Fassade, sondern erst einen Rohbau. Um so wichtiger, dass die Handwerker an Dach und Fassade die Vorgaben der Architektenpläne zwingend einhalten. Zunächst werden die meisten Zinkarbeiten an Traufe und Ortgängen ausgeführt - natürlich unter der Berücksichtigung, dass die Lappung der Ortgangziegel später etwa 1 cm Abstand zum Zink halten. Auch wird an Traufe und First markiert, wo eine Fuge im Deckbild der Ziegel zu sehen sein wird. So können sich die Dachdecker an den etwa 25 cm breiten Zinkscharen orientieren, wie sie im Halbversatz positioniert werden müssen.

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Die schmalen Schare führen in eine Kastenrinne, in die auch die innenliegende Rinne unterhalb des Lichtbandes entwässert.

Ziegel zeigt Farbnuancen

Der gewählte Flachziegel in hellem Grau setzt eine Lattweite von 38,5 cm voraus. Seine Regeldachneigung liegt bei nur 25°, da die doppelte Kopf- und Seitenverfalzung für eine beträchtliche Regensicherheit sorgt. Im Format 29 × 48,5 cm erreicht der Ziegel eine mittlere Deckbreite von 24,5 cm. Je nach Lichteinfall zeigt die Engobe einen anderen Glanz - mal identisch mit dem Zink, mal in leicht hellerem oder dunklerem Kontrast. Die erste Ziegelreihe ruht auf einem Lochstreifen, der das Dach im Bereich der Traufe belüftet.

Thomas Dietrich

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in der DDH Ausgabe 04.2013.

Letzte Aktualisierung: 26.02.2013