Wild mit System

Erst Sporthalle, jetzt Stadthalle: Mit einer Metallfassade im Wilden Verband verwandelte die Firma Kempf das Mehrzweckgebäude in Hausach in ein modernes Kulturzentrum.

Mit einer handwerklichen Metallfassade im Wilden Verband gab die Firma Kempf der Stadthalle ein farbiges Erscheinungsbild. Die Aufteilung erfolgte in vier verschiedenen Breiten von 520, 400, 350 und 200 Millimetern. Foto: Kempf GmbH & Co. KG

Die in den 1960er-Jahren in Hausach im Schwarzwald errichtete Mehrzweckhalle war in ihrem Zustand als Ort für anspruchsvolle Kulturveranstaltungen kaum noch geeignet – weder in ihrem Erscheinungsbild noch aus energetischer Sicht. Der alte Putzbau bot zudem keine Barrierefreiheit, so dass sich das Stadtbauamt entschloss, eine Generalsanierung durchzuführen. Das Konzept des Architekturbüros Lehmann aus Offenburg sah vor, den vorhandenen Hauptbaukörper mit Saal und Bühne im Wesentlichen zu übernehmen und hochwertig auszubauen. Der Eingangsbereich mit Foyer und Empore wurde bis auf das Untergeschoss abgebrochen und auf den vorhandenen Fundamenten völlig neu aufgebaut. Der neue mit viel Glas gestaltete Eingangsbereich ist heute auf das Platzniveau barrierefrei abgesenkt. Zusammen mit der neuen Fassadenkonstruktion aus Kupfer ist es dem Bauteam gelungen, den Mehrzweckcharakter des Gebäudes in ein festliches Erscheinungsbild zu wandeln. Mit ihrem klempnertechnischen Know-how hatte die Firma Kempf GmbH & Co. KG aus dem benachbarten Hornberg hierzu entscheidend beigetragen. Sie erhielt den Auftrag für die anspruchsvollen 800 Quadratmeter Bekleidungen der Außenwände – einschließlich des Aufbaus der gesamten Unterkonstruktion.

Sicher konstruiert
Als Fassadenkonstruktion wählten die Planer einen bauphysikalisch sicheren vorgehängten, hinterlüfteten und wärmegedämmten Aufbau in Holzbauweise. „Hierzu befestigten wir auf das bestehende verputze Mauerwerk der alten Mehrzweckhalle zunächst 100 Millimeter dicke Kanthölzer, entsprechend der bauseits erstellten Statik. Dabei spielte das millimetergenaue Ausrichten und das Ausgleichen der vorhandenen Maßtoleranzen mit Laser und Schnüren eine bedeutende Rolle. Wird diese Arbeit nachlässig ausgeführt, zeichnen sich verbleibende Unebenheiten später in der Oberfläche ab. Und dann ist nichts mehr zu machen“, weiß Klempnermeister Sebastian Kempf. Die Zwischenräume zwischen den Kanthölzern füllten die Fassadenspezialisten mit einer formstabilen, kaschierten 60 Millimeter dicken Fassadendämmung (WLG 035) aus. „Auch bei der Verlegung der 24 Millimeter dicken Schalung als Deckunterlage mussten wir auf die exakte Verlegung achten. Insbesondere das Anlegen der Durchdringungen, der schrägen Leibungen und Stürze erforderte eine besondere Präzision, um diese später sauber einfassen zu können“, so Sebastian Kempf. Die Zuluft für den Hinterlüftungsraum der Fassade erfolgte über Lüftungsgitter am Fassadenfußpunkt. Unterhalb der innen liegenden Kupfer-Kastenrinnen sind Aussparungen angelegt, die die Verbindung der Hinterlüftungsebene an den großvolumigen Dachraum herstellen. Die ausreichende Entlüftung erfolgt am durchgehenden Lüfterfirst der Deckung.

Klaus Siepenkort

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in Ausgabe klempner magazin 6.2014.

Letzte Aktualisierung: 27.08.2014