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Im Rahmen des Spenglertages veranstaltet die suissetec unter den Auszubildenden der angeschlossenen Betriebe stets einen Kreativwettbewerb. Foto: Siepenkort

2013-03-04T00:00:00Z 12. Spenglertag mit Kompetenz

Verbände: Am 27. Februar veranstaltete die Suissetec ihren 12. Schweizer Spenglertag im Kurhaus Bern. Unter dem Motto: "Wissen, Denken, Anwenden" informierten die Fachreferenten zu Themen von der Befestigungstechnik für Metalldeckungen bis hin zu Zukunftslösungen in der Handwerks-IT.

Rund 580 Schweizer Spengler sowie zahlreiche Gäste aus dem benachbarten Ausland trafen sich zum mittlerweile 12. Spenglertag in der Bundeshauptstadt Bern. Aber nicht nur Spengler, sondern auch Architekten und Planer interessierten sich für aktuelle Beiträge zu fachtechnischen und gestalterischen Fragen im Bereich der metallenen Gebäudehülle. Traditionell tagte schon am Vorabend die sogenannte "DACHS"-Arbeitsgruppe zum Erfahrungsaustausch. Die Expertenrunde aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol beschäftigte sich mit Themen rund um Klempnertechnik, Ausbildung und Imagepflege.

Auf der begleitenden Fachausstellung präsentierten die wichtigsten Hersteller und Lieferanten der Schweizer Klempnerbranche ihre Produkte und Systeme. Die Tagungspausen nutzen die Teilnehmer, um sich dort zu informieren und natürlich zum Kollegentreff. "Wir haben uns sehr über die 580 Anmeldungen gefreut. Das war ein Rekord. Immerhin haben wir in der Schweiz 600 Betriebe - da kommen wir auf fast 100 Prozent Beteiligung. Hinzu kamen knapp 30 Aussteller, die nahezu das komplette Betätigungsfeld der Dach- und Fassadenspezialisten abdeckt. Dies ist die beste Bestätigung für unser Tagungskonzept. Es zeigt aber auch das große Interesse zur Weiterentwicklung im Spenglerberuf", stellte Benjamin Mühlemann, Leiter Kommunikation bei der suissetec mit Freude fest. "Attraktive Bauten und architektonische Unikate sind weiterhin im Trend. Um auch in der Zukunft in der Architektur-Szene verankert zu sein, ist es wichtig, sich weiterzuentwickeln um erfolgreich sein, ganz nach unserem Tagungsmotto: Wissen, Denken, Anwenden", ergänzt Fachbereichspräsident Spengler Benno Lees. Nationalrat Peter Schilliger, Zentralpräsident der suissetec beschäftigte sich in seiner Grußbotschaft mit der Frage, wohin die Reise für die Spengler führt und wie sie heute optimal auf den Arbeitsmarkt vorbereitet werden müssen: "Zurzeit läuft ein großes Projekt, in dessen Rahmen der Beruf und die gesamte Berufsbildung überprüft und je nach Ergebnis neu ausgerichtet werden soll. Abgestimmt auf die sich ändernden Bedürfnisse des Marktes. Auch in Sachen Imagewerbung für unseren Berufszweig wird derzeit ein ganzes Bündel Maßnahmen umgesetzt", informierte Peter Schilliger über die Aktivitäten der suissetec zu diesem Thema. Im Moment sei der Fachbereichsvorstand noch in der Analysephase mit Umfrageaktionen, die im Moment ausgewertet werden. Und damit geht es den Schweizer Kollegen nicht besser als uns. Auch unsere Ausbildungsrahmenpläne hielten den heutigen Anforderungen nicht mehr stand, sodass eine Novellierung erforderlich wurde. Lesen Sie hierzu auch unsere Berichte auf den Seiten 41 und 45.

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Gut aufgestellt - wurde die grenzüberschreitende DACHS-Arbeitsgruppe von Moderatorin Stéphanie Berger.

Verformen = Versagen

Gleich der erste Vortrag beschäftigte sich mit dem brandaktuellen Thema Befestigungstechnik bei Dachinstallationen. Claudio Cristina, diplomierter Spenglermeister und Mitglied Fachbereichsvorstand Spengler/Gebäudehülle bei der suissetec warnte vor der bedenkenlosen Montage von Solarkollektoren, deren Unterkonstruktionen mit Schneefangklemmen auf dem Doppelstehfalz befestigt werden. Zwar bieten die

auf dem Markt angebotenen Falzklemmen verschiedenster Hersteller flexible und wirtschaftlich einsetzbare Möglichkeiten zu deren Befestigung, jedoch sei es sehr wichtig, die statischen Einflüsse auf die Dachkonstruktion sowie die Dehnungsbewegungen der Deckung zu berücksichtigen. "Seitens der Hersteller der Falzklemmen gibt es in der Regel lediglich Angaben dazu, welche Lasten die Falzklemmen bis zum Versagensfall aufnehmen können. Vollkommen unberücksichtigt bleibt jedoch der Nachweis des Kraftverlaufes über die Falzklemmen, die Falze und der Hafte bis in die Unterkonstruktion. Daher sollte diese Lastabtragung für Falzklemmen wissenschaftlich untersucht werden, beispielsweise im Rahmen des Studienganges Gebäudehülle", regt Claudio Christina an. Um eine allgemeingültige Aussage zu der Tragfähigkeit von Falzklemmen zu erhalten sei es sinnvoll einen Versuchsaufbau zu wählen, der die ungünstigste Situation darstellt, beispielsweise mit dem maximal zugelassenen Haftabstand von 500 Millimetern verlegt werden. In diesem Zusammenhang merkte Christina an, dass die Angaben zur Belastungsgrenze von Haften unterschiedlicher Hersteller und Metallwerkstoffe sehr variieren können und auch nur den Versagensfall definieren. "Dabei ist nicht der Versagensfall der Hafte entscheidend, sondern die Formstabilität der Hafte. Sobald eine Schiebehafte so stark belastet wird, dass die plastische Stabilität des Befestigungselementes verloren geht, ist eine ungehinderte Ausdehnung der Blechscharen nicht mehr gewährleistet. Dies kann zur Geräuschbildung bis hin zu Dehnungsschäden führen", warnte Claudio Christina. "In eigenen Zugversuchen unter Werkstattbedingungen haben wir festgestellt, dass bei der Anordnung von Falzklemmen zwischen zwei Haften die plastische Verformung am größten ist. Deshalb empfehlen wir die Anordnung von Falzklemmen direkt am Haft".

Klaus Siepenkort

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in Ausgabe 02.2013 des klempner magazins.

zuletzt editiert am 15. April 2021
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