Jubiläum: Fest verwurzelt in der Freien und Hansestadt Hamburg feiert die D.H.W. Schultz & Sohn GmbH ihr 300-jähriges Bestehen. Erste Mitglieder des Familienbetriebes zogen bereits zur Befreiung Hamburgs in den Krieg gegen Napoleon.
Die D.H.W. Schultz & Sohn GmbH ist der älteste noch existierende Handwerksbetrieb in Hamburg. Das Leistungsprofil mit derzeit 45 Mitarbeitenden umfasst nicht nur die Bereiche Klempnerei, Zimmerei und Flachdach. Zum Portfolio zählen heute ebenso die SHK-Haustechnik sowie moderne Brandschutzanlagen aus eigener Entwicklung und der Blitzschutz. Die wechselvolle Firmengeschichte beginnt 1726 mit Matthias Andreas Mettlerkamp. Seit 2020, also fast drei Jahrhunderte später, lenkt Geschäftsführerin Isabel Matthiessen die Geschicke des Unternehmens und ist damit die erste weibliche und alleinige Leitung bei D.H.W. Schultz & Sohn. Das Unternehmen verbindet mit ihr Tradition und Fortschritt und stellt sich mit Erfahrung und neuen Ideen den Herausforderungen dieser Zeit. Hier einige Eckpfeiler der Unternehmenshistorie:
Die erste gesicherte Erwähnung für das „Bleydecker-Gewerbe“ des Hamburgers Matthias A. Mettlerkamp erschien 1726 im Kirchenbuch „St. Jacobi“. Dies gilt als offizielles Gründungsjahr des Unternehmens. 1754 unterschreibt Meister Mettlerkamp die „Neufassung der Articuln“ mit neuen Satzungen, Ordnungen und Regeln der Handwerkszunft. Diese sicherte die Qualität, Ausbildung und soziale Unterstützung des Handwerks. Mit 19 Jahren wird Sohn David Christopher als Meister „Bley-, Kupfer-, Zink-, Schieferdächer“ in der Handwerksinnung geführt. Der Betrieb wird 1825 um den Geschäftszweig Haustechnik „Wasserleitung und Heizapparate“ erweitert.
1866 übernehmen Diederich Hieronimus Wilhelm Schultz und sein Sohn Johann Carl Heinrich das „Bleydecker-Geschäft“, das von nun an den Namen D.H.W. Schultz & Sohn trägt. Der Sohn modernisiert und erweitert die Firma um eine Bronzegießerei und Ornamentenfabrik. Viele darin entstandene Werke prägen bis heute das Hamburger Stadtbild, unter anderem die Laeishalle. Das Unternehmen wächst deutlich und führt 1894 die Ersteindeckung des Hamburger Rathauses mit umfangreichem Ornament- und Figurenschmuck aus.
Niedergang und Aufstieg
Während des Zweiten Weltkriegs wird der Firmensitz in der Ferdinandstraße bei Luftangriffen vollständig zerstört. Ein Geldschrank überlebt die Katastrophe und bewahrte die Dokumente der Firmengeschichte. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgt der Neustart in einem beschädigten Gebäude praktisch bei Null. Mangels Fahrzeugen kamen riesenrädrige „Schottische Karren“ zum Einsatz, damals wie heute nachhaltig mit „grüner“ Umwelttechnik. D.H.W. Schultz & Sohn hat bereits seit geraumer Zeit die E-Mobiliät etabliert – an den Tankstellen fährt man heute entspannt vorbei. In den 1950er-Jahren ging es am neuen Firmensitz in Altona aufwärts. Hier entwickelte das Planungsteam ein Patent für künstliche Patinierung, um bei Sanierungen oder Reparaturen neue Kupferbleche sofort an die Färbung der bewitterten Oberflächen anpassen zu können. Die Feuerschutzabteilung erfand Sprühwasserlöschanlagen für Bühnen und Regenvorhänge mit einem speziellen Membranventil als zentrales Auslösesystem. Dies gilt als Herzstück der Anlage. 1956 brachte der Handwerksbetrieb optische Rauchmelder auf den Markt, die auch für Brandschutztüren eingesetzt werden. Die Anlagen sind DVGW zertifiziert, entsprechen somit den anerkannten Regeln der Technik und erfüllen somit relevante Sicherheits‑, Hygiene‑ und Qualitätsanforderungen.
Langlebiges für Hamburg
Metallbedachungen aus Kupfer oder Titanzink gewinnen um das Jahr 2000 durch Wetterbeständigkeit in der Küstenregion und ihre besondere Langlebigkeit an Bedeutung. Viele bekannte Hamburger Gebäude in der Speicherstadt, der Hauptbahnhof, verschiedene Kirchen aber auch moderne Gebäude wie die komplette Fassade des Verlagshaus Gruner & Jahr wurden und werden bis heute von D.H.W. Schultz & Sohn saniert, restauriert oder neu gedeckt. Dabei setzt Isabel Matthiessen über alle Leistungsbereiche hinweg auf den Klimaschutz: „Eng verbunden mit dem Geschick der Freien und Hansestadt Hamburg und dem Einsatz für mehr Nachhaltigkeit unterstützen wir die Kampagne Hamburg 2040 ‚Wir handeln fürs Klima‘. Wir fahren E-Autos und bauen Dächer mit recyclebaren Werkstoffen wie Kupfer, Zink und Aluminium. Wir achten auf den Rückführungskreislauf dieser Materialien und sind als Referenzbetrieb für Wärmepumpen im Industriebereich gelistet. Unsere neu entwickelte Feuerlöschanlage ‚Trennstation TS‘ ist so konzipiert, dass sie Trinkwasser während der Wartung, Instandhaltung und auch im Brandfall schützt. Bei neuen Blitzschutzanlagen verwenden wir gebrauchte Blitzschutz-Drähte – um nur einiges zu nennen. Für all diese Maßnahmen braucht man auch ein Team, das sie konsequent und engagiert umsetzen kann. Trotz kommerzieller Zwänge und wirtschaftlicher Überlegungen steht deshalb auch in unserer Betriebsgröße der Mensch nach wie vor im Mittelpunkt. Verzahnungen, Abhängigkeiten und notwendige Umstrukturierungen werden für jedes Mitglied im Team nachvollziehbar kommuniziert. Mit dem entwickelten Teamgeist liefern unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kundenorientierte und klimagerechte Lösungen für alle vier Gewerke.“
Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum!
Klaus Siepenkort, Redaktion KlempnerMagazin
Weitere Informationen:
www.dhw-schultz.de