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Ein Team mit Entwicklungsdrang (von links nach rechts): Martina Schuhmacher, Stefan und Sylvia Zimmermann, Gerhard, Roswitha und Elke Schuhmacher. Foto: Schuhmacher

Wissen 2013-08-12T00:00:00Z 60 Jahre Schuhmacher: Vom Keller bis zum Windrad

Die Schuhmacher GmbH & Co. KG in Ehingen feierte an 1. April 2013 ihr 60-jähriges Firmenjubiläum. Kein Aprilscherz: Was im Keller mit Blech begann, hat sich bis heute zur Bauteillieferung für den Weltmarktführer für Mobil- und Raupenkrane entwickelt.

Glückwunsch und Hut ab! Wie sich die heutige Schuhmacher GmbH & Co. KG vom 1. April 1953 bis jetzt entwickelt hat, ist bemerkenswert. Firmengründer Martin Schuhmacher machte sich bereits wenige Monate nach seiner Meisterprüfung im November 1952 mit seinem Spenglerei- und Installationsbetrieb selbstständig. Den Grundstein legte er mit Frau Martha 1946 mit dem Bau ihres Wohnhauses in Ehingen – mehr als die Hälfte des Kellers war schon als Werkstatt vorgesehen. Hier wurde allerhand repariert und gefertigt, Rohre, Bleche, Motoren, Maschinen, Destillieranlagen und vieles mehr – Martin Schuhmacher war sich für keine Arbeit zu schade, wie Sohn Gerhard berichtete. Aufgrund seiner angeschlagenen Gesundheit vom 2. Weltkrieg in Russland, waren die Arbeitsbedingungen im Keller zu schlecht, um auf Dauer die Arbeitskraft zu erhalten. Deshalb baute er sieben Jahre später, 1960, eine sehr geräumige und helle Werkstatt mit zu derzeit idealen Arbeitsbedingungen. 1968 starb Martin Schuhmacher unerwartet an Herzversagen. „1965 begann ich bei meinem Vater die Lehre als Flaschner und legte in dem Jahr, in dem mein Vater verstarb, die Gesellenprüfung ab. Ich arbeitete anschließend als Geselle bei meiner Mutter, die als Chefin der Firma alle Büroarbeiten erledigte“, erinnert sich Gerhard Schuhmacher.
Ohne Angst vor neuen Aufgaben, wie auch sein Vater mit dem Betrieb gestartet war, führte er das Unternehmen fort. Da immer mehr Klempnerarbeiten auszuführen waren, musste 1973 eine sechs Meter lange Abkantmaschine angeschafft werden – und damit war auch eine neue Werkstatt fällig. Während der Bauarbeiten für den Erweiterungsbau absolvierte Gerhard Schuhmacher Meisterkurse und legte am 27. April 1973 die Flaschner-Meisterprüfung ab. „Erst mit meinem Meisterbrief, also genau 20 Jahre nach der Firmengründung, haben wir unseren allerersten Mitarbeiter eingestellt“, so Schuhmacher. 1975 heiratete Gerhard Schuhmacher Frau Roswitha und übernahm das Unternehmen komplett. Roswitha Schuhmacher übernahm als Prokuristin den kaufmännischen Bereich der Firma. Dann ging es Schlag auf Schlag:

  • 1977 ein Werkstattanbau und zusätzliche Garagen, die bald zum Lager umgewandelt wurden;
  • nach und nach Einstellungen von neuen Mitarbeitern;
  • kilometerweise Fertigung von Blechteilen für Lärmschutzwände, Straßen, Zugstrecken und Schießständen.

Im kleinen schwäbischen, rund 25.000 Einwohner zählenden Ehingen kennt man sich; da spielen Unternehmensgrößen keine Rolle. Mit der Expansion des ortsansässigen weltweit agierenden Liebherr-Konzerns erweiterte die Firma Schuhmacher nach einem Kooperationsangebot das Portfolio und expandierte gleich mit. Liebherr stellt im Standort Ehingen riesige Mobil- und Raupenkrane her, die beim Aufbau der vielen Windparks eingesetzt werden. Seit 1982 fertigte der Klempner-Fachbetrieb zunächst Blechteile für Liebherr-Raupenkrane. Mit dem steigenden Auftragsvolumen im Unternehmen musste 1984 räumlich und technologisch aufgerüstet werden. Später wurden auch große Ölbehälter und Hilfsausleger für die Krane gefertigt.

Schub durch Rohrzuschnitte
Um die Maschineninvestitionen auszunutzen und um nicht in Abhängigkeiten zu geraten, stellte das Unternehmen Wärmetauscher und Hallentrocknungsgeräte, Komponenten für Chemieunternehmen in der Kunststoffherstellung her. Die Expansion des Unternehmens ging weiter. Einen besonderen Schub gab es mit der Herstellung von Rohrzuschnitten für die Fertigung der hohen Liebherr-Kranmasten.

Klaus Siepenkort

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in Ausgabe klempner magazin 05.2013.

zuletzt editiert am 15. April 2021