Karlstadt, in der Nähe von Würzburg am Main gelegen, bietet nicht nur eine historische und sehenswerte Altstadt, sondern beherbergt in seinen Mauern auch das Europäische Klempner- und Kupferschmiedemuseum, das in diesem Jahr sein 15-jähriges Bestehen feiern kann.
Ein paar Gönner und Idealisten riefen 1988 eine in ihrer Form einmalige Stiftung ins Leben, deren Ziel es ist, die Arbeiten, Traditionen und das Leistungsvermögen des Klempner- und Kupferschmiedehandwerks in der Öffentlichkeit bekannt zu machen und Jugendliche für den interessanten und schönen Beruf zu begeistern. Mithilfe dieser Stiftung wurde mit der Eröffnung des Museums im Jahre 1998 ein besonderer Meilenstein gesetzt. „Heinz Lummel brachte den Stein ins Rollen, in Karlstadt dieses Museum zu errichten“, sagt Stiftungsvorsitzender Mario Bott, denn der hatte die Idee für ein Museum in Karlstadt. Auch die Stadt Karlstadt leistete ihren Beitrag, indem sie ein günstiges Grundstück bereitstellte. Das Fachmuseum bietet eine in Europa einmalige Sammlung alter Maschinen, Werkzeuge und Geräte, mit denen Klempner, Spengler und Kupferschmiede früher ihre Aufträge erledigten. Somit gibt es dieses Jahr zwei Jubiläen zu feiern, die bei einem Benefiz-Festabend am 20. September in Anwesenheit zahlreicher Gäste gewürdigt werden.
2.000 Exponate
Das Klempner- und Kupferschmiede-Museum zeigt aktuell etwa 2000 Ausstellungsstücke, die von engagierten Helfern und Förderern europaweit zusammengetragen und zur Verfügung gestellt wurden, darunter einige ausgefallene Unikate.
Den Besucher erwartet eine umfangreiche Sammlung alter Maschinen und Werkzeuge sowie Gesellen- und Meisterstücke aus dem Spengler-, Klempner-, Flaschner-, Blechner- und Kupferschmiede-Handwerk. Zu sehen sind alte Traditionen und Arbeitsweisen sowie aktuelle und zukunftsweisende Techniken der Berufssparte.
Angefangen von der einfachen Zange über Lötkolben, Hämmer und Sägen bis hin zu Turmkugeln und Wetterfahnen gibt es vieles aus Blech, Metall und Kupfer zu besichtigen. Sogar das Modell einer Brauerei, die als kleinste Bierbrauerei der Welt bezeichnet wird, kann bewundert werden. Das Europäische Klempner- und Kupferschmiede-Museum beherbergt Exponate aus Deutschland, der Schweiz, Italien und Österreich, die überwiegend in Schenkungen bereitgestellt wurden.
Ort der Begegnung
Der 53-jährige Mario Bott, gelernter Spenglermeister, sagt, dass es in Deutschland 8.000 eingetragene Spenglereibetriebe gibt. Er wünscht sich, noch mehr Mitglieder für die Museumsstiftung zu gewinnen. Die Hälfte der 300 Mitglieder komme aus der Industrie. „Ich wünsche mir eine steigende Bereitschaft von den handwerklichen Betrieben oder Unternehmen, der Stiftung beizutreten“, erklärt Bott mit Blick auf die Zukunft.
Josef Kleinhenz
Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in Ausgabe klempner magazin 05.2013.
