In der Raketenstation informierte Prefa rund hundert Architekten zum Thema Aluminium an Dach und Fassade. Klempnermeister Jürgen Kaupp referierte über interessante Sanierungen.
Die Raketenstation war spektakulärer Veranstaltungsort der Architektentagung Ende Mai in Neuss. "Wir wollen keine Verkaufsveranstaltung sein, sondern uns geht es um den Erfahrungsaustausch", führt Prefa-Geschäftsführer Andreas Palli ein. Klempnermeister Jürgen Kaupp startete die Vortragsreihe und stellte anschaulich Sanierungsprojekte aus Metall vor. Zum Beispiel Schadensbilder an einem Gebäude in Goslar mit 60 Tonnen Blei, das immerhin 35 Jahre hielt. Das Dach wurde mit einer vorgehängten Rinne aus Aluminium saniert. "So mussten wir die Unterkonstruktionen nicht verstärken, der weitere Vorteil: Das Material ist viel leichter zu verarbeiten", so Kaupp. Bei einer Schule wurde das Zink- gegen ein Aluminiumdach ausgetauscht. Kaupp zeigte Schäden wie gerissene Falze. "Die Dimensionierung der innen liegenden Rinnen erfüllen jetzt die Anforderungen an aktuelle Entwässerungssysteme", sagte Kaupp. Heute glänzt die Schule in braunem Aluminium. "Alle Bleche wurden von uns gefalzt, Löten funktioniert hier nicht", so Kaupp abschließend.

Erotik durch rauhe Patina
Kreativ ging es mit Architekt Axel Christmann aus Luxemburg weiter, sein Thema: "Optik, Material, Haptik, oder die Erotik des Materials". Christmann zeigte interessante Bauten, die ihren Charme aus den natürlichen Materialien ziehen, zum Beispiel ein Weingut mit grobem Verputz. Unter anderem stellte er das Projekt Schwimmbad-Bau "Les Thermes", Gewinner eines Architektenwettbewerbs 2007 vor. Die Idee des Baukörpers entstand aus der Form eines sogenannten Drusensteins, gedeckt wurden Dach und Fassade mit Metallschindeln aus Aluminium.

Aufwertung von Zweckbauten
"Sanierungen im großen Stil" beschrieb Architekt Andreas Hanke. "Wir entwickeln Wohnquartiere aus den 70er Jahren weiter, vorzugsweise Problemanlagen". Hanke erläuterte, wie seine Gesellschaft konzeptionell in Dortmund Clarenberg und Scharenhorst arbeitete. "In diesen Viertel haben wir viele Farben eingesetzt, uns dabei an Malern wie David Hockney oder Edward Hopper orientiert und diese Farben an der Fassade umgesetzt", so Hanke. Es zeigte sich, dass die Menschen die neue Architektur akzeptieren, der Leerstand ist weitgehend zurückgegangen.
Andreas Schmelzer von Novelis vertrat Ernst Gregorits und informierte abschließend über die Eigenschaften des Werkstoffs Aluminum. Er gab den aktuellen Stand der Fachregeln bei Unterkonstruktionen und Entwässerungssystemen, Trennlagen und Befestigungen wieder. "Schalungen aus Holzwerkstoffen als Unterlage für den Dachaufbau müssen eine Nenndicke von mindestens 22 Millimeter besitzen. Bei Verwendung einer strukturierten Trennlage sind geeignete Hafte oder Wirrgelegehafte zu verwenden. Auf Dachschalungen aus Holzwerkstoffplatten muss eine strukturierte Trennlage verwendet werden", erklärte Schmelzer.
Johannes Messer
Den ausführlichen Artikel lesen Sie in klempner magazin Ausgabe 04|2011.