Vorpatiniertes Aluminium: Mit dem Sky Office ist Düsseldorfs Stadtsilhouette um einen Blickfang reicher geworden. Lesen Sie, welche Dachkonstruktion dem 89 Meter hohen Gebäude sicheren Wetterschutz gewährleistet.
Mit über 37.000 Quadratmeter Gesamtfläche und modernen Büro-und Konferenzräumen ausgestattet, öffnete das Bürohochhaus als neues Highlight der Düsseldorfer Skyline die Pforten. Das imposante Gebäude mit einer Bruttogesamtfläche von rund 58.000 Quadratmetern entstand im Düsseldorfer Ortsteil Derendorf. Die Tragwerkkonstruktion für den 89 Meter hohen Neubau mit seinen 23 Geschossen besteht aus konventionellem Stahlbetonskelettbau. Das Tragwerk des oberirdischen Rohbaus basiert auf der Anordnung von geschossbildenden Flachdecken und Rundstützen sowie eines aussteifenden inneren Gebäudekerns.
Das Bauwerk mit dem Grundriss von Doppellinsen erhält am Gebäudekopf ein gegeneinander geneigtes, zweiachsig gekrümmtes Dach. Hierdurch wurde die architektonische Grundidee eines Gebäudevolumens, das aus zwei Baukörpern erzeugt wird, verstärkt. Darüber hinaus entstand ein signifikanter Gebäudekopf, der sich als unverwechselbarer städtebaulicher Orientierungspunkt in die Stadtsilhouette Düsseldorfs einordnet. Die Dachschalen werden innenseitig am Dachrand durch Beleuchtung gesondert inszeniert und fügen sich so markant in das Beleuchtungskonzept der Stadt Düsseldorf ein.
Nivellieren und Konstruieren
Die zweifach gekrümmten Dachschalen aus Ortbeton dienten als Untergrund für die unbelüftete Metalldachkonstruktion mit vorpatinierten Aluminium-Stehfalzbahnen. Eine besondere Herausforderung bestand in der Nivellierung der Betonschale, bevor mit der Montage der Unterkonstruktion beziehungsweise der Aufständerung für das Metalldach begonnen werden konnte. Hierfür kam eine Stahlleichtbaukonstruktion zum Einsatz.
Die Dachentwässerung erfolgt über eine seitlich geführte umlaufende Rinnenkonstruktion mit einer Hochleistungs-Dach-Entwässerung (HDE). Die Fallrohre werden innen liegend verdeckt durch die Vertikalstützen bis in den Hohlraumboden des 20. Obergeschosses und von dort in den Gebäudekern geführt. In einem Dachgraben befinden sich die Luftauslässe für die Lüftung und der integrierte Kran, mit dem die Fassaden abgefahren und gereinigt werden.
Mit der Planung und Ausführung der Dachgewerke beauftragte das Generalbauunternehmen Hochtief den Verarbeitungsbetrieb Schlichter aus Lathen/Ems. Das Unternehmen ist ein zertifizierter Fachbetrieb des Industrieverbands für Bausysteme im Metallleichtbau (IFBS) und hat sich auf die Ausführung von Großprojekten spezialisiert. Der Air Berlin Hangar am Flughafen Düsseldorf zählt beispielsweise zu seinen Referenzobjekten. Gegenüber Architekten und Bauherren weist die Mitgliedschaft im IFBS einen Betrieb als kompetenten und versierten Partner in der Metallleichtbauweise und Stahlelementtechnik mit hohem Qualitätsanspruch aus.

Messen und Montieren
Aufgabe am Sky-Office war für Schlichter, die komplette Stahlleichtbau-Unterkonstruktion mit Halterungen und allen erforderlichen Dachschichten einschließlich der Metalldeckung zu erstellen. Hierbei hatten die IFBS-zertifizierten Fachmonteure eine Reihe von schwierigen Bauaufgaben zu meistern. Die erste Herausforderung bestand in der sach- und fachgerechten Bearbeitung der freigegebenen Entwurfsplanung. Der Architekt hatte eine dreidimensionale Entwurfsansicht von seinem Dach gefertigt, aus der jedoch keine wahren Längen gezogen werden konnten. Für die professionelle Umsetzung der Planungsvorgaben dieser anspruchsvollen Dachdeckung wandelte der Montagebetrieb die dreidimensionale Ansicht in eine zweidimensionale Arbeitsunterlage um. Es galt, eine Ellipse als Fläche mit Dachplatten zu belegen. Hierzu wurde die vorgegebene Fläche geometrisch auseinandergefaltet und dann mit einzelnen Messpunkten versehen. So ließen sich die benötigten Längenzuschnitte wirtschaftlich und exakt bestimmen. In Teilbereichen wurden Bahnlängen von über 20 Metern montiert. Für die Monteure auf dem Dach bedeutete dies zudem, sich stets über die aktuelle Wetterlage zu informieren.
Die Firma Kalzip als Hersteller des Metalldachsystems führte die Bemessung der Stahlunterkonstruktion durch und stand der Firma Schlichter auch bei der Montage beratend zur Seite. Anders als bei den typischen Dachsanierungen, wie beispielsweise der Wandlung vom Bitumenflachdach zum Metall-Pultdach mit den üblichen 160 Millimeter Dämmstoffdicken kam beim Düsseldorfer Sky Office eine Mineralfaserdämmung von 530 Millimetern zur Ausführung. Für das Dachschichtenpaket mit der aufwendigen Betonkuppel und den verschiedenen Geometrien war diese Dicke seitens des Bauherrn über die gesamte Dachfläche gefordert. Das Dämmstoffpaket besteht aus mehreren Dämmarten: Hartmaterial, halbsteifes Material sowie Rollfilz. Ziel war es, bereits jetzt den zu erwartenden verschärften Anpassungen der EnEV-Richtlinien zu entsprechen.
Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in klempner magazin Ausgabe 3|2010.