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Gerade bei Sonderkonstruktionen kann der Fachingenieur Gebäudehülle auf seine fundierte handwerkliche Grundausbildung zurückgreifen. Foto: Binder-Dach

Wissen 2011-11-10T00:00:00Z Diplom für die Zukunft der Hülle

Die Anforderungen an die Gebäudehülle sind in den letzten Jahren extrem -gestiegen und hiermit auch die Ansprüche an eine sichere und fachgerechte Bauplanung. Dies ist nur mit komplexem Spezialwissen zu realisieren - für das es vielleicht bald auch einen Studiengang gibt.

Bei der Ausführung von Dächern und Fassaden treten bei Planern und Handwerkern in diesem Fachbereich immer wieder Unsicherheiten auf. Der stetige Wandel in der technischen Entwicklung und das Einhalten des aktuellen Standes der Technik ist eine stetige Herausforderung und im Tagesgeschäft kaum noch zu leisten. Ein kleines Beispiel hierzu ist die Bemessung der Entwässerung von Rinnen und Flachdächern, die DIN-gerecht und zeitsparend nur noch mit speziellen Klempner-Softwareprogrammen berechnet werden können. Die Zukunft der Hülle bedeutet, dass sie mit immer mehr Funktionen ausgerüstet wird, wie beispielsweise zur Energiegewinnung. So haben die steigenden Anforderungen an den Energieverbrauch und die unterschiedliche Nutzung von Gebäuden bereits jetzt dazu geführt, dass die Gebäudehülle - also das Dach, die Fassade und sogar das Fundament - ein fester Bestandteil des gebäudetechnischen Konzeptes geworden ist. Hinzu kommen Architekturtrends mit frei geformten Dach- und Fassadengeometrien, die für die Bauplanung besondere Herausforderungen bedeuten. Hier ist Expertenwissen - vom Traggrund bis zur Außenbekleidung - gefragt und somit werden dringend neue Fachplaner für den Zukunftsbereich Gebäudehülle benötigt.

Die Aufgabengebiete sind sehr komplex: Wärmeschutz, Brandschutz, Blitzschutz, die Wahl der geeigneten Unterkonstruktion, des Deck- oder Bekleidungswerkstoffes, Graffitischutz - um nur einige Parameter zu nennen, die sicher geplant und fachgerecht umgesetzt werden müssen. Dieses Wissensspektrum kann in der Ausbildung zum Spenglermeister, allein schon aufgrund der Ausbildungsdauer, aber auch aufgrund teilweise nicht vorhandener Grund- und Vorkenntnisse, nicht vermittelt werden. Um die vielfältigen Aufgaben kompetent zu lösen, bedarf es schon eines Fachstudiums - und darum geht es.

Studiengang als Chance

Spenglermeister Johannes Binder aus Ingolstadt hat sich bereits seit längerer Zeit mit dieser Problematik beschäftigt und gab den Impuls, einen speziellen Studiengang "Fachingenieur Gebäudehülle" oder, modern ausgedrückt, "Bachelor of engineering", mit Schwerpunkt Gebäudehülle einzurichten. Der Studiengang ist im Prinzip mit dem des Ingenieurs für Versorgungstechnik im SHK-Bereich vergleichbar. Voraussetzung für ein solches Studium ist das Fachabitur, das Abitur oder eine abgeschlossene Meisterprüfung. Zu Beginn des Studiums ist ein einjähriges Praktikum in einem Klempner-, Spengler- oder Dachdeckerbetrieb zu absolvieren. Sofern eine Meister- oder Gesellenprüfung abgelegt wurde oder ein entsprechender Nachweis vorliegt, entfällt das Praktikum. Das anschließende Studium soll in sechs bis acht Semestern abgeschlossen sein.

Den kompletten Artikel lesen Sie im klempner magazin 3.2010.

zuletzt editiert am 15. April 2021
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