Mit der Dachsanierung des Altenwohn- und pflegezentrums Haus Aja Textor-Goethe ist Frankfurts Skyline um eine Attraktion reicher geworden. Für die Dachdeckung kam farbbeschichtetes Prefalz Aluminium 0,7 mm steingrau P10 im Doppelstehfalzsystem zum Einsatz.
Das 1985 eröffnete Zentrum für Leben im Alter „Haus Aja Textor-Goethe“ liegt im Frankfurter Norden und ist Teil einer lebendigen Nachbarschaft. Es gibt zahlreiche kulturelle Angebote, zu denen stets auch alle Bürgerinnen und Bürger des Stadtteils eingeladen sind; auch zur benachbarten Freien Waldorfschule bestehen enge Kontakte.
Grundlagen erforschen
Bevor der erste Handschlag erfolgen konnte, musste der vorhandene Aufbau gründlich untersucht und ein individuelles Sanierungskonzept entwickelt werden. Denn auch diese Dachkonstruktion zeichnete sich durch eine einzigartige Geometrie mit vielen Neigungswechseln, Graten, Firsten und Brandabschnitten aus. Rund 200 Dachfenster, Lamellenlüfter und sonstige Durchdringungen machten den Planern und dem Spengler-Fachbetrieb das Leben nicht wirklich leichter. Den Auftrag für die besondere Herausforderung erhielt die in Frankfurt ansässige Firma Ruhland GmbH – Bauspenglerei. Sie ist in der Region für ihre speziellen Kenntnisse im Bereich der Klempnertechnik und des Metallleichtbaus mit ihren zahlreichen Referenzprojekten bekannt.

Sicher planen
Maßgabe für Planung und Bauausführung war, dass die Sanierungsarbeiten im laufenden Betrieb des Altenpflegezentrums erfolgen konnten und die bestehenden Decken des Dachgeschosses möglichst erhalten und nutzbar bleiben. So „sattelten“ die Sanierungsspezialisten ab der ersten Sparrenlage die neue Konstruktion auf, die auch die Innendeckenbekleidung hält. Der energetisch aufgewertete Aufbau beginnt nun mit einer vollflächig verlegten Holzwerkstoffplatte einschließlich einer diffusionsreduzierenden und luftdicht verlegten Dichtungsbahn. Die vorhandenen 100 mm und 60 mm Lattungen sind durch einen Sparren 260 x 80 mm ersetzt, sodass 260 mm Dämmstoff WLG 032 eingebracht werden konnte. Es folgen eine diffusionsoffene Schalungsbahn, Doppellattenkonstruktion (40/60 mm + unterlegte Lattenstücke) zur Herstellung der Hinterlüftungsebene mit Querlüftung, 24 mm Rauspundschalung (NF), Trennlage und abschließend die Metalldeckung als Gestaltungs- und Wetterschutzebene.
Rinnen ohne Kompromisse
Im Regelfall begannen die Spengler mit der Montage der Dachrinnen und Traufenausbildung an der unteren Dachebene. Jedoch mussten Teilbereiche der steilgeneigten „Mansardenflächen“ aus Gründen des Arbeitsablaufes und notwendiger Gerüststellungen zu einem späteren Zeitpunkt mit Schindeln bekleidet werden. Dies war aufgrund des gegebenen Montageraums am Dachknick jedoch recht problemlos möglich.
„Aufgrund der verschiedenen Gefällesituationen am Dach ergaben sich zahlreiche unterschiedliche Rinnengeometrien und Zuschnitte. Wegen der vielen Einzelflächen des Daches mussten wir zunächst ein passendes Entwässerungskonzept entwickeln, das sich zum Teil auch auf die Anordnung der Schare auswirkte. Es galt, das anfallende Niederschlagswasser der oberen Dachflächen korrekt auf die unteren Hauptrinnen zu leiten oder zu verteilen. Mit dem neuen Konstruktionsaufbau hatten wir aber den notwendigen Spielraum, um die erforderlichen Rinnenquerschnitte umzusetzen. Die Herstellung einer robusten, dauerhaft dichten Dachrinne war uns sehr wichtig

Christian Müller / Alexandra Bendel-Döll
Den kompletten Beitrag lesen Sie in KlempnerMagazin 04.
