In Köln fand Ende Juni die Jurysitzung der Shortlistkandidaten für den Sanierungspreis 14 statt. Es galt, in den vier Kategorien Dach, Holz, Metall und Bauherr jeweils drei Kandidaten für das Finale zu ermitteln. Wir freuen uns mit drei Klempnermeistern, den Sieger können Sie selber per Online-Voting ermitteln.
Zwei Merkmale waren bei allen eingereichten Sanierungsprojekten gleichermaßen gegeben: Nachhaltigkeit, allein schon durch den Werkstoff, sowie die fachgerechte handwerkliche Ausführung. Sehr vielfältig waren jedoch die Sanierungsaufgaben an Dach und Fassade, mit denen sich die Teilnehmer des Sanierungspreises beschäftigt hatten – also keine leichte Aufgabe für die Jury. Nach der fachlichen Auswertung in der Expertenrunde nominierte Jurysprecher Elmar Esser und Hauptgeschäftsführer des ZVSHK die komplexe Dachsanierung des denkmalgeschützten ehemaligen Dampfkraftwerks Gersthofen, die von der Firma Wildgrube & Sohn GmbH aus Aichach-Ecknach durchgeführt wurde. Anstelle der maroden kleinteiligen Deckung aus Kunstschieferplatten kam, passend für die vorhandene Dachneigung, nun eine handwerkliche Doppelstehfalzdeckung aus Metall zur Ausführung. Um das Erscheinungsbild des denkmalgeschützten Gebäudes aus dem Jahre 1904 zu erhalten, wählte man eine vorbewitterte Metalloberfläche (keine Beschichtung) die dem Farbton der alten Deckung nahekommt. Im Sanierungskonzept waren darüber hinaus schadstoffbelastete Bauteile fachgerecht zu entsorgen und besondere Brandschutzmaßnahmen einzuhalten.
Ebenso beeindruckte die Jury die energetische Sanierung und erhebliche optische Aufwertung des Bürohauses „Juwelier Scheuble in Heidenheim“. Somit ist auch der ortsansässige Klempner-Fachbetrieb Smejkal weiter im „Rennen“ um den Sanierungstitel. Dieser hatte die Aufgabe, die alte ungedämmte Fassade aus vorgehängten Sichtbetonscheiben des Gebäudes aus den 1970er-Jahren energetisch zu sanieren und optisch aufzuwerten. Dies ist mit der Umsetzung einer wärmegedämmten und bauphysikalisch sicheren vorgehängten hinterlüfteten Fassadenkonstruktion perfekt gelungen. Auch die Wahl des Bekleidungssystems mit integrierten Zierelementen aus Streckmetall ist preisverdächtig.
Eine überzeugende Leistung, insbesondere mit Blick auf die sehr schwierige handwerkliche Umsetzung der geschwungenen Dachdetails, lieferte nach Auffassung der Jury die Firma Josef Schachner aus Ruderting ab. Aufgrund der durch UV-Strahlung und Tiere beschädigten Pappschindeldeckung war bereits nach zwölf Nutzungsjahren eine vollständige Dachsanierung einer Privatvilla fällig. Josef Schachner entwickelte gemeinsam mit dem Bauherrn das Sanierungskonzept und setzte eine handwerkliche Doppelstehfalzdeckung mit Hinterlüftung um. Nur rund 20 Scharen konnten mit einem Rollformer profiliert werden, der Rest war Handarbeit. Nicht nominiert, jedoch besonders erwähnenswert bewertete die Jury die gelungene „Fassadensanierung mit Steckfalzpaneelen“, ausgeführt von der Firma Andreas Elsbecker GmbH aus Rosendahl. Ein schönes Beispiel, dass es für problematische Wärmedämmverbundsysteme perfekte Alternativen gibt.
Johannes Messer
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