Parlamentsgebäude Kabul
Den rund 40 Meter hohen Ersatzbau des kriegszerstörten Parlamentsgebäudes in Kabul krönt eine zentrale Kuppelkonstruktion. Die Deckung erfolgt mit dauerhaft walzblankem Kupferblech. Alle Fotos: HFS Caspian

Technik 2014-12-15T00:00:00Z Drohnen über der Kuppel – Teil 1

In Kabul entsteht zurzeit das neue Parlamentsgebäude. Salim Isovski, Inhaber der Firma HFS Caspian aus Baku (Aserbaidschan), sorgt mit Metalldachtechnik aus Deutschland für gutes Klima unter der riesigen zentralen Kuppel.

Salim Isovski fühlt sich überall Zu Hause – er spricht fünf Sprachen fließend und kennt alle Klempnertechniken, einschließlich der zugehörigen Unterkonstruktionen. Er war nicht nur in Deutschland als Lehrverleger für verschiedene Metallhersteller der Klempnerbranche unterwegs. Der in Mazedonien geborene und in Emsdetten bei Münster aufgewachsene Dünnblechspezialist führte viele Jahre dort sein eigenes Metallbedachungsunternehmen. Seit 2005 ist er im Ausland tätig. Nach zwei Jahren der Selbstständigkeit in Moskau verlegte er 2007 seinen Firmensitz nach Baku, der Hauptstadt von Aserbaidschan. Dort beschäftigt er heute rund 30 Mitarbeiter. Neben dem Projektgeschäft, überwiegend in Osteuropa und dem Nahen Osten, ist er auch als Supervisor und Projektsteuerer bei Großprojekten im Einsatz.

Derzeit bearbeitet er ein sehr spannendes Projekt an einem ebenso spannenden Ort. Hierbei handelt es sich um nicht weniger als das neue Parlamentsgebäude in Kabul, der Hauptstadt Afghanistans. Es ist der Ersatzbau für die kriegszerstörte Ruine des alten Sitzes. Wie ein Mahnmal thront die Ruine noch heute über der Stadt, ganz in der Nähe der Baustelle. Den oberen Abschluss des neuen, rund 40 Meter hohen Bauwerks mit achteckigem Grundriss bildet eine zentrale Kuppelkonstruktion, für deren Deckung Salim Isovski den Auftrag erhielt.

Material Kuppeldeckung
Noch ist die Unterkonstruktion für die Kuppel nicht ganz fertig, schon beginnen die Mitarbeiter der Firma HFS mit den Vorbereitungen für die Kuppeldeckung. Im Hintergrund zu sehen ist die Kriegsruine des alten ­Parlamentsgebäudes.

„Bis bei uns Aufträge dieser Größenordnung zustande kommen braucht es oft viel Zeit, Beratungstermine und Baubesprechungen mit der damit verbundenen oft aufwendigen Reisetätigkeit. Bis zum Zuschlag für die Deckung der Kuppel im Kabul ging eine Verhandlungs- und Planungsphase von dreieinhalb Jahren voraus“, beschreibt Salim Isovski die Entwicklung des Auftrages, die in Zusammenarbeit mit der Firma KME erfolgte, dem branchenbekannten Osnabrücker Kupferhersteller. Bestandteil des laufenden Auftrages sind alle Funktionsschichten ab dem bauseits erstellten Stahlbau-Rohgerüst bis zur Wetterschutzebene. Und für Letzteres wählten die Bauherren eine besondere Deckung: Transparent beschichtetes, walzblankes Kupferblech im Doppelstehfalzsystem. In einem besonderen Beschichtungsverfahren wird auf das Kupferband eine spezielle zweilagige Schutzschicht aufgetragen und hiermit die natürliche Oxidation bzw. der Einfluss der Bewitterung auf die Kupferoberfläche für sehr lange Zeit gestoppt. Aber bis die Kuppel komplett mit Kupfer gedeckt werden kann, gibt es noch eine Menge zu tun – denn die Unterkonstruktion hat es in sich.

Alle Schichten unter Kontrolle

„Leider ist es diesen Regionen so, dass die Rohkonstruktionen zwar statisch sicher errichtet werden, hierbei jedoch Maßtoleranzen üblich sind, die man in Deutschland nicht kennt. Dies ist auch bei der Stahlkonstruktion für die Kuppel des Parlaments in Kabul der Fall. Ebenso werden die bauphysikalischen Belange beim Konstruktionsaufbau oft nur unzureichend berücksichtigt. Aufgrund der Qualitätsansprüche, die wir unseren Kunden zusichern, bieten wir die Unterkonstruktionen deshalb stets mit allen relevanten Funktionsschichten an und gleichen die Toleranzen bis zur Deckunterlage für die Metalldeckung aus. Denn jede Unebenheit in der Deckunterlage zeichnet sich typischerweise auch an der Metalloberfläche ab. Auch bei diesem Projekt haben wir dafür gesorgt, dass der Metalldachaufbau komplett in unserer Hand und somit unter unserer Kontrolle ist“, berichtet Salim Isovski.

Klaus Siepenkort

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in Ausgabe klempner magazin 08.2014.

zuletzt editiert am 15. April 2021
Newsletter