Denkmalschutz: An der historischen Johannes-von Nepomuk Kapelle in Rietberg gab es nach jahrelangen Wassereinbrüchen nicht mehr viel, was die Schieferdachkonstruktion noch zusammenhielt. Die Lösung: Eine regendichte, geschwungene Doppelstehfalzdeckung aus Kupferblech.
Die historischen St. Johannes-von-Nepomuk-Kapelle am Rande der ortwestfälischen Stadt Rietberg wurde im Mai 1748 eingeweiht – passend zum Patronatsfest des Hl. Johannes Nepomuk. Der spätbarocke Zentralbau mit ovalem Grundriss und kleinem Sakristei-Anbau war somit 276 Jahre Wind und Wetter ausgesetzt, was deutliche Spuren an der Dachkonstruktion hinterlassen hatte. Die kleinteilige Schieferdeckung bot keine ausreichende Regensicherheit mehr. Nach jahrelangem Feuchteeintrag und Pilzbefall konnten die entstandenen Schäden an der Holzkonstruktion jetzt nicht mehr nur mit einfachen Reparaturen beseitigt werden. Für die Instandsetzung war eine komplette Neudeckung erforderlich.
Neudeckung aus Kupferblech
Unmittelbar nach der Gerüststellung und dem Einhausen der Kapelle mit Bauplanen starteten Klempner und Zimmerer mit den Dacharbeiten. Dabei brachte der Rückbau der alten Schieferdeckung das wahre Schadenausmaß an der Holzkonstruktion zutage. „Ein Wunder, dass die massiven Schäden nicht schon eher sichtbar waren. Die Zerstörung der Holzkonstruktion war viel größer als befürchtet“, berichtete Michael Kaune, verantwortlicher Projektleiter der Stadt Rietberg. Die Lösung für das wellenförmig gewölbte Dach war eine Neudeckung aus Kupferblech. „Der Wechsel von Schiefer zur Deckung war mit dem Denkmalschutz vereinbar. Denn damit lässt sich die ursprüngliche Dachform wieder herstellen und zudem langlebig erhalten“, ergänzt Michael Kaune.
Handwerkskunst pur: Prange Klempnertechnik GmbH aus Brilon
Spezialisiert auf komplexe Metalldeckungen dieser Art, erhielt die Prange Klempnertechnik GmbH aus Brilon den Auftrag, die anspruchsvolle Bauaufgabe umzusetzen. Doch zunächst galt es für die Zimmerei Kramp & Kramp, den ebenso aufwändig konstruierten und schwer beschädigten Dachstuhl zu restaurieren – auch das war Handwerkskunst pur! Zahlreiche gerundete Sparren und Pfetten mussten nachgebaut und ersetzt werden, intakte Konstruktionshölzer wurden neu fixiert. Anschließend machten sich Klempnermeister Frank Henke mit seinem Team an die Arbeit und prüften zunächst die ordnungsgemäße Ausführung der Zimmerarbeiten. „Eine Metalldeckung kann immer nur so gut sein, wie ihre Unterkonstruktion. Die Zusammenarbeit mit den Kollegen des Zimmererhandwerks war zum Glück so, wie sie besser nicht sein kann. Wir haben schon im Vorfeld geklärt, worauf es uns ankommt. So gab es mit dem Beginn unserer Arbeiten nichts mehr zu beanstanden“, berichtet Prange Geschäftsinhaber Frank Henke.
Jede Schar ein Unikat
Als Trennlage verlegte das Prange-Team eine robuste Schalungsbahn, die als Vordeckung und Trennlage unter Schiefer- oder Metalldeckungen geeignet ist. „Bei allen digitalisierten Arbeitsprozessen in unserem Betrieb waren die Vorarbeiten für das Kapellendach rein „analog“ und fanden größtenteils direkt vor Ort statt. Zunächst galt es, eine sinnvolle Scharaufteilung für die Doppelstehfalzdeckung zu schaffen.“, schildert Frank Henke. „Schon dabei war schnell klar, dass jede Schar ein Unikat sein wird – und diese dreidimensional konisch, konvex und konkav gewölbt“, ergänzt Vorarbeiter Raimund Guzy.
Die Ausrüstung bestand aus einer mobilen Kantbank, einem ausreichend großen Zuschneidetisch sowie zahleichen Falz- und Formwerkzeugen. Der ausgeräumte Innenraum der Kapelle diente zeitweise als Materiallager. Das Prange-Team formte mit handwerklichem Geschick über 250 individuelle Blechzuschnitte und falzte daraus das neue „Kleid“ für Sankt Johannes von Nepomuk. Dieses hält für die nächste Jahrhunderte dicht.
Über die Prange Klempnertechnik GmbH
Seit 25 Jahren bietet Klempnermeister und Geschäftsführer Frank Henke mit der Prange Klempnertechnik GmbH und derzeit 12 Mitarbeitenden bundesweit anspruchsvolle Metallarbeiten an Dach und Fassade. Die Schwerpunkte liegen im Bereich Metalldächer, Metallfassaden, Turmdeckungen und Denkmalschutz.
Das Unternehmen mit Sitz im sauerländischen Brilon bildet aus und bietet zudem berufssuchenden jungen Menschen die Möglichkeit, den Klempnerberuf im Rahmen eines Praktikums kennenzulernen. „Wir legen großen Wert auf die Entwicklung unserer Praktikanten und Praktikantinnen: Sie erhalten bei uns die Möglichkeit, wertvolle berufliche Erfahrungen zu sammeln. Dabei pflegen wir eine offene und unterstützende Unternehmenskultur“, verspricht Frank Henke.










