Wer Gutes tut, bleibt in Erinnerung. Nach seinem Auslandseinsatz für die Metalldeckung einer Kathedrale in Tansania 2006 erhielt Klempnermeister Volker Reinhardt nun wieder einen kirchlichen Auftrag in Afrika, im bitterarmen Eritrea.
Aktuell ist Klempnermeister Volker Reinhardt bereits damit beschäftigt, das komplette Material zu ordern, vorzubereiten und es in Containern zu verpacken. Diese sollen im Oktober Richtung Nordostafrika verschifft werden. Anfang des nächsten Jahres wird es dann ernst. Mit drei Mitarbeitern wird er nach Keren in Eritrea aufbrechen und beginnen, das Dach zu bauen. Erste Vorarbeiten und das Aufmaß dafür hat der 46-Jährige schon im März und im September erledigt, die Fertigstellung des circa 1.500 Quadratmeter großen Daches ist für Januar/Februar vorgesehen.
Per Telefonanruf war Reinhardt zu diesem aus der Reihe fallenden Auftrag gekommen. Ein Mitarbeiter des kirchlichen Unternehmens Begeca aus Aachen fragte bereits im vergangenen Jahr an, ob der Bad Rappenauer gewillt sei, in dem nordostafrikanischen Land aktiv zu werden. „Da hat sich bei diesem Beschaffungsdienstleister für kirchliche, karitative und soziale Einrichtungen wohl jemand gut daran erinnert, dass wir 2006 schon in dessen Auftrag bei einer Kathedrale in Tansania eine ziemlich spektakuläre Kupfereindeckung erstellt haben. Damals war unser Team sogar ein Jahr lang vor Ort. Und jetzt habe ich auf die Anfrage hin natürlich wieder Ja gesagt. Wann bekommt man schon so eine Gelegenheit?“, berichtet Reinhardt. Allerdings erkundigte er sich zunächst intensiv nach den Details des Bauvorhabens und flog im Mai 2015 nach Eritrea, um sich „an Ort und Stelle einen Eindruck zu verschaffen“. Er kam damit in ein bitterarmes Land, das ein Drittel der Größe Deutschlands umfasst, aber lediglich sechs Millionen Einwohner hat. Etwa die Hälfte von ihnen ist christlichen Glaubens.

Zum Aufmaß nach Afrika
Nach der Landung in der Hauptstadt Asmara ging es per Auto gut 100 Kilometer weiter landeinwärts in die zweitgrößte Stadt Keren (ca. 70.000 Einwohner, allerdings überwiegend Muslime). Dort fand Volker Reinhardt die Kathedrale quasi im Rohbau vor. „Der Kirchenbau ist sehr modern gestaltet und sieht in dieser ebenfalls sehr armen Gegend auf den ersten Blick etwas wie ein Fremdkörper aus. Aber er orientiert sich an der traditionellen Bauweise in dieser Gegend, nur dass aus dem sonst runden hier ein achteckiger Grundriss geworden ist.“ Reinhardt hat zudem erfahren, dass die katholische Kirche sich in Eritrea sehr im sozialen Bereich engagiert, um den Menschen zu helfen. Auch dazu diene demnächst die neue Kathedrale. Der Klempnermeister nahm sich viel Zeit für das Aufmaß, um anschließend der Begeca ein detailliertes Angebot für seine Arbeiten vorlegen zu können, für die technischen Fragen und um eine genaue Liste zusammenzustellen, „was von wem erledigt werden muss“. Der Hintergrund dafür: „Alles, was wir brauchen, ob Material oder Werkzeuge, muss von außen herangeholt, also nach Eritrea verschifft werden. Vor Ort gibt es quasi nichts. Das bedarf also einer sehr sorgfältigen Planung und Vorbereitung.“
Autor: Harald Siebert
Den kompletten Beitrag lesen Sie in klempner magazin, Ausgabe 7.2016.