Wenn es um die Gebäudehülle aus Metall geht, decken Klempner-Fachbetriebe ein facettenreiches Portfolio ab. Firma Rathberger aus Efringen-Kirchen beispielsweise erstellt per Hightech-Blechbearbeitung modernste Fassadenbekleidungen.
Seit mehr als 25 Jahren beschäftigt sich die Firma Rathberger GmbH mit Metallarbeiten an Dach und Fassade. Firmenchef Harald Rathberger begann 1987 mit einem kleinen Blechnerbetrieb, setzte aber von Beginn an auf den Einsatz von Blechbearbeitungsmaschinen. Bis 1995 entwickelte sich das Efringen-Kirchener Unternehmen zu einem modernen Fertigungs- und Montagebetrieb von Fassadenbekleidungen und Dachdeckungen aus Metall. Die bis dahin eher seltene, aber doch sinnvolle Kombination aus Eigenfertigung und eigener Montageabteilung wurde zum Erfolgsmotor. Per modernster CNC-Blechbearbeitung und mit gut 45 Mitarbeitenr einschließlich Planungsbüro wickelt Harald Rathberger heute komplexe Metall- und Klempnerarbeiten komplett selbst ab oder übernimmt Stanz-, Laser- und Kantaufträge mit allen erforderlichen Finisharbeiten im Kundenauftrag. Hierzu zählen Schweißen, Schleifen, Beizen, Pulverbeschichten und das Konfektionieren von Fertigungseinheiten.
Ein Beispiel für Hightech-Klempnerarbeiten erstellte die Firma Rathberger am „Klaus-Tschira-Gebäude“, dem Physikalischen Institut der Universität Heidelberg. In dem mit Förderbeiträgen des Bundes und der Klaus-Tschira-Stiftung errichteten Gebäude befinden sich Labor-, Praktikums- und Büro- und Werkräume sowie ein markantes Seminargebäude im Innenhof des Instituts. Der Seminarbaukörper erhielt zur Unterstreichung seiner zentralen Bedeutung für den Institutsbetrieb eine dezent gelochte prominente Blechhülle aus goldfarben eloxiertem Aluminium.
Von der Idee bis zur Umsetzung
„Die Idee der beauftragten ArGe Architekten aus Waldkirch war, ein Multimedia-Gebäude (Uni-intern heute als „Besprechungsbox“ bezeichnet) inmitten der mehrstöckigen Funktionsgebäude auf dem Campus zu erstellen, das im Aussehen einer goldenen Schmuckschatulle gleicht“, erklärt Projektleiter Armin Sütterlin die anspruchsvolle Bauaufgabe. Für die architektonische und handwerkliche Umsetzung fertigte das spezialisierte Unternehmen zunächst verschiedene Fassadenmuster aus einer Kupfer-/Aluminiumlegierung sowie aus Titan beschichtetem Edelstahl. „Bei den unterschiedlichen Modellen fiel die Wahl letztendlich auf ein Kassettensystem aus goldfarben eloxiertem, 3,0 Millimeter dickem Aluminiumblech. Die anspruchsvolle Aufgabe für uns war, die Kassetten mit einer zusätzlichen Perforierung nach einem speziellen, von den Architekten entwickelten Raster herzustellen. Da wir über CNC-gesteuerte Stanz-Nibbelmaschinen verfügen und hiermit in der Lage sind, nahezu jedes per CAD-Software erstellte Muster auf das Blech zu übertragen, konnten wir den Architektenwunsch am Projekt umsetzen“, schildert Armin Sütterlin.

Vom Alucoil zur Goldkassette
Als Grundlage für die Arbeitsvorbereitung dienten die präzisen CAD-Pläne der ArGe Architekten, die in die technische Software des Blechbearbeitungszentrums übernommen und für die folgenden Fertigungsprozesse weiterbearbeitet wurden. Bei Rathberger beginnt der erste Fertigungsprozess mit der verschnittoptimierten Konfektionierung der Bauelemente – bei Blechdicken bis zu 3,0 Millimeter Aluminium direkt vom Coil. „In die fertigen Rohzuschnitte haben wir mit unserer Stanznibbelmaschine das Lochmuster und gleichzeitig die erforderlichen Ausklinkungen für die weiteren Biegevorgänge gestanzt. Aus den vorgestanzten Blechzuschnitten haben wir anschließend in unserer Biegepresse die montagereifen Kassetten geformt. Jetzt musste nur noch eloxiert werden“, erklärt Techniker Arjen Suvaal den Produktionsablauf. Für das „Vergolden“ lieferte der Fachbetrieb die fertigen Kassetten an ein hierfür spezialisiertes Partnerunternehmen, zu dem aufgrund der beständig hohen Qualität der Eloxierung und der termingerechten Lieferung langjährige Geschäftsbeziehungen bestanden.
Klaus Siepenkort
Weitere Bilder der "Schmuckschatulle" finden Sie in unserem Fotoarchiv .
Den ausführlichen Artikel lesen Sie Ausgabe klempner magazin 03.2013.