Gebäudehülle Metall: Auf dem Anwesen einer ehemaligen Farm und Verarbeitungsstätte für Speisepilze entstand ein neues Familiendomizil, das historische Elemente des alten Gebäudeensembles aufgreift. Blickfang ist ein ergänztes Wohngebäude mit einer weißen Gebäudehülle aus Titanzink.
Für den Bauherrn war die schon seit vielen Jahren stillgelegte Pilzfarm genau das, was er sich für den Bau seines neuen Familiendomizils gewünscht hatte. Sie liegt in unmittelbarer Nähe eines kleinen tschechischen Städtchens und fügt sich perfekt in die Siedungsstruktur ein. Deshalb sollte, bei allen erforderlichen Baumaßnahmen, der Baustil des Gebäudeensembles erhalten bleiben. Der beauftragte Bauträger und das Architekturbüro OK Plan Architects hatten nun die Aufgabe, ein hierzu passendes Konzept für alle baulichen Veränderungen sowie für die zu ergänzenden Gebäudeteile zu entwickeln. Die Pilzfarm bestand aus mehreren Gebäuden für Aufzucht und Verarbeitung sowie dem alten Wohnhaus der ehemaligen Besitzer. Ein recht sanierungsbedürftiges Produktionsgebäude konnte erhalten und für Wohnzwecke umgestaltet werden. Dies erforderte für die Architekten einen besonderen Planungsaufwand, da hohe Anforderungen an die Energiestandards einzuhalten waren. Das alte Wohnhaus wurde zurückgebaut, da eine Sanierung und Anpassung an die gewünschte Innenarchitektur nicht umgesetzt werden konnten. Der zweigeschossige Hauptwohnbereich in dem langestreckten Gebäude befindet sich unterhalb eines traditionellen Satteldaches. Unter den intensiv begrünten Flachdächern der seitlich flankierenden, eingeschossigen Sekundärgebäude befinden sich der Wellnessbereich und eine Doppelgarage.
Energetisch verhüllt
Während für alle Sekundärgebäude die traditionellen, regionalen Bauwerkstoffe Holz und Sandstein verwendet wurden, hebt sich das Obergeschoss des Hauptgebäudes als Blickfang des Familiendomizils mit seiner leuchtend weißen Außenhülle aus Rheinzink artCOLOR hervor. Der Erschließungsbereich erfolgt über einen Laubengang, der Haupt- und Sekundärgebäude miteinander verbindet. Er ist mit einer Stahlkonstruktion im Gefälle des Satteldaches überdacht; vertikale Schiebepaneele aus halbtransparentem Streckmetall schirmen den Innenraum ab – ebenfalls alles in Weiß. Das Einfamilienhaus ist als Passivhaus und getrennt von den übrigen entworfenen Objekten konzipiert. Die Ausführung der Dachkonstruktion erfolgte als wärmegedämmte unbelüftete Konstruktion mit zusätzlicher Luftschicht. Eine Doppelstehfalzdeckung sorgt für sicheren Wetterschutz, ebenso wie die Fassadenbekleidung, ausgeführt im Winkelstehfalzsystem. Sie ist eine Vorgehängte Hinterlüftete Fassadenkonstruktion (VHF) mit hochwertiger Dämmung und besteht aus Aluminiumkonsolen mit thermischer Trennung, L-Profilen und Holzwerkstoffplatten als Deckunterlage.
Präzise im Detail
Besonderen Wert legten Architekt und Bauherr auf die präzise handwerkliche Ausführung sämtlicher Details an Dach und Fassade. Ziel war es, klare Linien an Eckausbildungen und Anschlüssen möglichst ohne konturierende Elemente zu schaffen. So sind beispielsweise anstelle der typischen überdeckenden Ortgangprofile auch die oberen Scharabschlüsse der Winkelstehfalzprofile wie der untere Traufabschluss ausgeführt. Die Dachentwässerung erfolgt unauffällig mittels innenliegender Rinnen - die Scharaufteilung der Fassade ist auf das Dach übertragen und unterstützt somit die gewünschte monolitische Wirkung des wichtigsten Gebäudeteils. Selbst untergeordnete Elemente wie die Lochbleche für Zuluftöffnungen an den Fenstern, Schneefänge oder Entlüftungsrohre sind weiß beschichtet und exakt integriert.
Im Kontrast dazu wurden Abdeckungen und Verwahrungen an den Sekundärgebäuden des Familiendomizils aus Rheinzink-artCOLOR in schwarzgrau ausgeführt.
Knickpunkte ohne Verbindungsfalz
Den Auftrag für die präzise Umsetzung erhielt der Klempner-/Spenglerfachbetrieb Selecta s.r.o. Firmeninhaber Miloš Kořínek verfügt über langjährige Erfahrungen und zahlreiche Referenzen und hat sich damit einen entsprechenden Ruf in der Baubranche erworben. Die fachliche Qualität des Unternehmens ist auch an der Ausführung der vielen Anschlüsse und Durchdringungen bei diesem Projekt erkennbar. Alle Fenstereinfassungen sowie die Deckenuntersicht, deren Knickpunkte ohne Verbindungsfalz direkt aus der Schar heraus geformt ist, wirken wie aus einem Guss. Auch erforderliche Wartungsöffnungen sind unauffällig in die Fassade integriert. „Mein Ziel ist es, die Wünsche der Architekten und Bauherren zu erfüllen und diese entsprechend präzise umzusetzen“, beschreibt er sein Erfolgsrezept.
