Klempnerhandel Kaufmann Prefa 1
Im schönen Atelier informierte Thomas Hill anhand von Praxisbeispielen über die bauphysikalischen Zusammenhänge hinterlüfteter Konstruktionen für Metallfassaden. Fotos: Siepenkort

Wissen 2016-06-07T00:00:00Z Fassade im Fokus

Mit viel Fachwissen im Gepäck reisten Alu-Hersteller Prefa und der Fachhandel für Spenglereibedarf Kaufmann aus Ulm quer durch das Land, um ­Klempnertechnik zu vermitteln. Schwerpunktthema war die ­Fassadentechnik.

Metallfassaden sind schon lange nicht mehr nur ein Trend, sondern ein lukrativer Markt für Klempner und Spengler. Bei den insgesamt vier Seminaren an vier verschiedenen Veranstaltungsorten erreichten Seminarleiter Thomas Hill von Prefa und Kaufmann-Geschäftsführer Manfred Hösler knapp 80 Teilnehmer aus dem Klempner-/Spengler- und Dachdeckerhandwerk. „Wir wissen, wie eingespannt die Handwerksunternehmen sind. Schließlich hatten wir ja auch keinen richtigen Winter, sodass viele Unternehmen durcharbeiten konnten. Deshalb haben wir uns überlegt, ihnen mit unseren Seminaren im wahrsten Sinne entgegenzukommen. Das Konzept ist aufgegangen – einschließlich unseres Schwerpunktes Fassadentechnik“, zieht Manfred Hösler eine positive ­Bilanz.

Nach den Schulungen im Klempnermuseum Karlstadt, beim Stammsitz der Firma Kaufmann in Ulm sowie an der Berufsschule 1 in Augsburg ­endete die Seminarreise letztendlich in ­Kissleg. Im schönen Atelier über der museal wirkenden Restaurierungswerkstatt von Flaschnermeister Wolfgang Huber erhielten rund 20 Teil­nehmer aus der Region praxisnahe Vorträge zur vorgehängten, hinterlüfteten Fassadenkonstruktion, zu wichtigen bauphysikalischen Zusammenhängen und realisierten Bauprojekten. Hierzu zählte beispielsweise die
Sanierung der schadhaften Fassadendämmung (WDVS) einer Wohnanlage, die mit einer hinterlüfteten Fassade jetzt ­bauphysikalisch sicher funktioniert und das Bauwerk nachhaltig schützt.

Wenig Theorie, viel Praxis

Eigentlich zieht sich Wolfgang Huber in das zweigeschossige Domizil aus dem Tagesgeschäft zurück, beispielsweise wenn er komplizierte Restaurationen durchführt oder aufwendige Schadenskartierungen alter Turmdeckungen erstellt. Während des Seminars hatten die Seminarteilnehmer nun die seltene Gelegenheit, auch die mit historischen Maschinen und Werkzeugen ausgestattete Restaurierungswerkstatt zu besichtigen und darin zu trainieren. Vor drei Jahren übernahm der Flaschnermeister nach 50-jährigem Dornröschenschlaf die stillgelegte, komplett ausgerüstete Werkstatt eines Kollegen aus dem Ort, der 1959 seine Werkstatt aufgab. Seitdem hatte er sie nicht ein einziges Mal mehr gewerblich genutzt – er schloss die Tür einfach hinter sich zu. Zusammen mit seinem Vater Erich Huber arbeitete der Restaurationsspezialist die enthaltenen zahlreichen Maschinen- und Werkzeugschätze wieder auf. Hiermit und mit vielen noch hinzuerworbenen Ausrüstungen für die Blechbearbeitung bearbeitet Wolfgang Huber heute die Restaurierungsaufträge – fast wie damals.

zuletzt editiert am 15. April 2021
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