Schneller Bauen – das war die Devise der Ausschreibung zur Errichtung des Batterieforschungsprojekts MEET in Münster. Hierbei warf ein Schnellbau-Fassadenkassettensystem die vorgesehenen Zementfaserplatten aus dem Rennen.
Das Batterieforschungsprojekt MEET entwickelt an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster innovative elektrochemische Energiespeicher. In halbautomatischer Produktion werden Prototypen von Batteriezellen hergestellt und auf ihre Praxiseignung getestet. Um Forschungsaufträge abarbeiten zu können und auf dem hart umkämpften Zukunftsfeld der Lithium-Ionen-Technologie konkurrenzfähig zu bleiben, wurden für das Wissenschaftlerteam dringend neue Flächen benötigt. Deshalb beschloss die Universitätsleitung den Bau eines eigenen Forschungsgebäudes. Dank der Modulbautechnologie des Unternehmens Cadolto aus Cadolzburg bei Nürnberg konnten die etwa 100 Projektmitarbeiter ihre neuen Räume bereits zehn Monate nach der Auftragserteilung nutzen. Bei konventioneller Baumethode hätten die dreistöckigen „MEET-Arkaden“ erst etwa ein Jahr später bezogen werden können. „Aufgrund des Zeitdrucks haben wir die Ausschreibung von vorneherein auf die modulare Bauweise beschränkt“, erklärt Projektleiter Uwe Hoolt vom Baudezernat der Universität Münster. „Cadolto hat daraufhin das einzige Angebot abgegeben, das unseren Realisierungsplänen voll entsprach.“ Im Stammwerk des Spezialunternehmens wurde das Gebäude nahezu 100 %-ig modular vorgefertigt – inklusive der umfangreichen haustechnischen Ausstattung für den chemischen Laborbetrieb – und, das war neu: inklusive der vorbereiteten Metallfassade. Schwertransporter brachten die 58 Raummodule vom der Fertigungsstätte in Cadolzburg zur Baustelle nach Münster, wo sie in kürzester Zeit zu einem Gebäude verbunden wurden.
Alternative: Kassettensystem
Den Auftrag für die Bekleidung der rund 1.500 Quadratmeter Fassadenflächen erhielt die Firma Daniel Neufeld, ebenfalls mit Sitz in Cadolzburg. Das Unternehmen startete in der Klempnerbranche durch und spezialisierte sich später mehr und mehr in der Entwicklung, Fertigung und Montage von Fassadensystemen. Heute wird der Bereich der Baustellenmontage nur noch von einem kleineren Mitarbeiterstamm ausgeführt. Das Hauptgeschäft liegt in der Bearbeitung von Bauprojekten im Kundenauftrag – von Klempnerprofilen und Abdeckungen aller Art bis hin zu kompletten Fassaden einschließlich Fenstereinfassungen/-zargen und Unterkonstruktionen.

Was zunächst nicht nach einem Auftrag aussah, entwickelte sich dann doch zu einem interessanten Projekt. Da das Projekt MEET in extrem kurzer Bauzeit realisiert werden musste, waren für die Bekleidung zunächst Faserzementplatten als typisch kostengünstige und schnell montierbare Bekleidungsvariante vorgesehen. Aufgrund verschiedener Projektabwicklungen bestanden bereits gute Kontakte zur Firma Cadolto, so bekam Geschäftsführer Daniel Neufeld die Gelegenheit, mit seinem dem Kassettensystem „Neucad“ ein alternatives Angebot zu präsentieren. Es handelt sich hierbei um eine Eigenentwicklung, die aus vorpatinierten Titanzinkbändern mit 1,0 oder 1,5 mm Dicke in verschiedenen Patina-Farbtönen gefertigt wird. Die Kassetten werden innerhalb der Fugen direkt und, je nach Variante, sichtbar oder verdeckt auf der Unterkonstruktion befestigt. Die Längenachsmaße sind von 500 - 3900 mm und die Breitenachsmaße der Kassette von 220 – 900 mm wählbar.