Raumhohe Fenster und seitlich angeordneten Gebäudekiemen:  Die neue Fassade der Rosenberger Hochfrequenztechnik Quelle: Hinterschwepfinger Projekt GmbH
Raumhohe Fenster und die seitlich angeordneten Gebäudekiemen der Produktionshalle sichern höchste Tageslichtnutzung und damit eine angenehme Arbeitsatmosphäre. Quelle: Hinterschwepfinger Projekt GmbH

Technik

13. October 2021 | Teilen auf:

Fassadengestaltung: Präzision und Detailtiefe

Dass Architektur, Funktionalität und moderne Fassadentechnik auch im Industriebau eine perfekte Verbindung eingehen können, beweist das neue Werkensemble der Rosenberger Hochfrequenztechnik GmbH in Fridolfing. Für die Realisierung des Gebäudekomplexes kamen rund 11.000 m² Planum-Fassadenelemente zum Einsatz.

Rosenberger ist einer der weltweit führenden Hersteller von optischen Verbindungslösungen in der Hochfrequenz- und Glasfasertechnologie. Das großflächige Werksensemble am Stammsitz besteht aus zahlreichen Verwaltungs-, Produktions- und Logistikgebäuden. Aufgrund deutlicher Produktionssteigerungen wurde die Errichtung einer neuen Betriebsgalvanik unerlässlich. Statt einer Erweiterung der bestehenden Galvanik entschied sich das Management für einen kompletten Neubau, um für die Zukunft in jeder Hinsicht gerüstet zu sein.

Wie aus einem Guss wirkt das neue Gebäudeensemble. Quelle: Hinterschwepfinger Projekt GmbH

Sicher konstruiert, schlank im Design

Die Fassaden wurden mit den Metall-Elementen als hinterlüftete, wärmegedämmte Metall- sowie als großflächige Pfosten-Riegel-Konstruktion mit vorgehängten Reinigungsbalkonen und darin integrierter Sonnenschutzanlage ausgeführt. Das Fassadensystem gewährleistet den bauphysikalisch korrekten Aufbau. Da die Wärmedämmung und die Fassadenbekleidung getrennt voneinander angeordnet sind, kann Feuchtigkeit sicher abgeführt werden, ohne Schaden an der Gebäudesubstanz anzurichten. Die flexible Befestigung der vorgehängten Konstruktion ermöglicht außerdem den Einsatz unterschiedlicher Dämmstoffdicken. Gleichzeitig ist der Ausgleich von vorhandenen Toleranzen im Mauerwerk möglich, damit zeichnet sich das System auch für den Einsatz im Sanierungsbereich an Bestandsgebäuden aus. Die Profile können in Deckbreiten von 300 bis 800 mm und Längen bis 12 m gefertigt werden. Sie kommen bereits montagefertig und in der gewünschten RAL-Farbe zur Baustelle. Das Konzept der projektbezogenen Vorfertigung ist ein effektiver Beitrag zu Nachhaltigkeit, denn es werden Ressourcen intelligent genutzt und Materialverschnitte nachweislich vermieden.

Das Planum Fassadensystem gewährleistet den bauphysikalisch korrekten Aufbau. Die flexible Befestigung der vorgehängten Konstruktion ermöglicht außerdem den Einsatz unterschiedlicher Dämmstoffdicken.. Quelle: Domico

Die Systemeigenschaften im Überblick:

• Deckrichtung frei wählbar (VO/VU)

• Durchdringungsfreie Befestigung

• Gestaltungsvielfalt durch unterschiedliche Fugen und Verlegungsmöglichkeiten

waagrecht, senkrecht oder schräg; stumpf gestoßen oder mit waagrechten, senkrechten, schrägen oder versetzten Fugen

• Hohe Selbstreinigung

• Profile nicht brennbar

• Profillänge bis 12 Meter (Sonderlängen auf Anfrage)

• Erhöhte Stabilität bei stirnseitiger Einschachtelung

• Auswahlmöglichkeiten bei Material, Beschichtungen und Oberflächen

Fassade mit Effekt

In direkter Nachbarschaft zur Galvanik und nach nur kurzer Planungsphase entstand ein weiteres Gebäude: das Büro West. Dank eines perfektionierten Ausbaurasters bietet es auf ca. 6.000 m² Gesamtfläche neben 280 Arbeitsplätzen auch großzügige Besprechungs- und Sozialbereiche. Trotz der beträchtlichen Gebäudetiefe von 27 m herrschen auch in den Kernzonen des Büros gute Lichtverhältnisse, wofür große Glasfassaden und attraktive Lichthöfe sorgen. Trotz ihrer Größe wirken die Gebäude des Ensembles nicht wuchtig, sondern leicht und beinahe transparent. Dieser Effekt wird durch die Farb- und Fassadengestaltung erreicht: Die Gebäude in metallisch schimmerndem Silbergrau und mattem Anthrazit gehalten, prägen die Sonnenschutzlamellen die Außenfassade und stellen damit ein Einheit stiftendes Gestaltungselement dar, das den Blick des Betrachters nicht nur auf sich zieht, sondern ihn - ohne visuelle Stolpersteine –  auch zum nächsten Teil des Komplexes, zur Produktionshalle für Stanztechnik und Montage weiterleitet. Auch hier stand eine möglichst frei bespielbare Grundrissfläche im Fokus. Das neue Montagezentrum sollte maximalen Platz für die Produktionsmaschinen bieten und einen effizienten Materialfluss erlauben. Besonders wichtig war dabei ein wandlungsfähiges Layout, um auf künftige Produktionsänderungen schnell reagieren zu können.

Auf die Details kommt es an

Jedes System ist nur so gut, wie es auf der Baustelle schließlich verarbeitet wird. Qualifiziert im Umgang mit Metallfassaden ist die GAASS Florian GmbH aus Grainet in Niederbayern. Dass dies so ist, stellt Spenglermeister Florian Gaass mit seinem Team bereits seit 2011 bei verschiedenen Neu- und Erweiterungsbauten auf dem Werksgelände Rosenberger unter Beweis. Dort verlegte das Unternehmen in dieser Zeit neben rund 11.000 m² Planumfassaden auch mehr als 8.000 m² Elementdächer mit einem wärmegedämmten Dachaufbau und Domitec Profilbahnen. „Wir sehen uns als Komplettanbieter für Dach und Fassade und stellen uns den Herausforderungen des Spengler-, Dachdecker- und Zimmererhandwerks. Unser Ziel ist es, durch den Einsatz modernster Systeme und Materialien die gestalterischen und funktionellen Ansprüche auf effizente Weise in Einklang zu bringen. Die Präzision, Detailtiefe und der hohe Fertigungsgrad der Bauelemente versetzen uns in die Lage, unsere Bauvorhaben stets termingerecht abzuschließen“, so Florian Gaass. Sein Team besteht aus 45 Facharbeitern, Auszubildenden und Meistern in den Bereichen Spenglerei, Dachdeckerei, Zimmerei und Metallbau. Hiermit führt sein Unternehmen Projekte in unterschiedlichsten Größenordnungen bei hohem Qualitätsstandard aus.

www.domico.at