Das neue Kirchengebäude der Gemeinde in Schleswig erhielt eine moderne Metallfassade in Rautentechnik. Erfahren Sie, wie Klempnermeister Thomas Bilk anspruchsvolle Details und die horizontale Linienführung umsetzte.
Da das alte, auf dem unmittelbar an der Schlei gelegenen Grundstück erbaute Kirchengebäude als nicht sanierbar eingestuft war, entschloss sich die Neuapostolische Gemeinde in Schleswig, einen Neubau zu errichten. Regelmäßige Überflutungen verursachten immer wieder teure Feuchteschäden und die Nutzungsmöglichkeiten der gewachsenen Gemeinde entsprachen nicht mehr den Anforderungen, die an ein modernes Gemeindezentrum gestellt werden. Beauftragt wurde der Entwurf des Architekten Gottfried Fink, der das Gebäude teilweise auf Stützen setzte und somit Durchfeuchtungen des Gebäudes bei Hochwasser der Schlei entgegenwirkt. Er nutzte dabei den zwei Meter Höhenversatz zwischen dem höheren Straßenniveau und dem Kirchengrundstück. Die entstehende Fläche unterhalb des Gebäudes dient zum größten Teil als geschützte PKW-Abstellfläche. Das barrierefrei gestaltete Bauwerk ist in zwei, durch ihre Höhe unterschiedene, zusammenhängende Bauteile gegliedert. Der niedrig gehaltene Teil dient als Gemeindezentrum, der höhere ist der eigentliche Kirchensaal. "Das Kirchengebäude mit dem Kirchensaal hebt sich durch zwei gegenläufig gerundete Pultdächer, die dem Kirchensaal die angemessene Höhe geben, entsprechend hervor. Die gewählte Gebäudeform ist ihrer Lage angemessen im weitesten Sinne aus dem christlichen Symbol eines Fisches abgeleitet. Die Fassade des Kirchensaals erhält eine horizontale Struktur", erläutert Gottfried Fink sein architektonisches Konzept.

Schuppen aus Zink
Für die Fassade des "Fisches" wählte Architekt Fink eine Bekleidung mit industriell gefertigten, horizontal verlegten Großrauten aus vorpatiniertem Titanzink und einem Deckmaß von 300 x 900 Millimetern. Die von außen nicht sichtbare gewölbte Dachdeckung erfolgte aus hochpolymeren Dichtungsbahnen.
Besonderen Wert legte der Architekt auf die strikte Einhaltung des horizontalen Rasters der Fassadenbekleidung, das sich auch bei den zahlreichen Fensternischen wiederholen sollte. So hatte bereits der Fensterbauer die Maßgabe, seine Zargen millimetergenau und fluchtgerecht anzulegen. Den Auftrag für die Klempnerarbeiten erhielt die Firma Carstens aus Rothenburg an der Wümme. "Der wichtigste Arbeitsschritt vor der Montage der Rauten war, das Startprofil am Fassadenfußpunkt passgenau anzusetzen, damit wir bei der Schindelmontage keine unangenehmen Überraschungen erleben. Hierfür haben wir uns beim Aufmessen ausreichend Zeit genommen. Das einzige Problem, das vorher nicht beachtet wurde, war, dass die schräg verlaufende Giebelseite eine fertige Rautenhöhe von 330 Millimetern erforderte. Aufgrund der dreißig Millimeter breiten Einhangfalze hatten wir jedoch die Möglichkeit, diese soweit zurückzuschneiden, um das erforderliche Deckmaß mit den bereits gelieferten Zinkrauten zu erzielen", schildert Klempnermeister Thomas Bilk den Bauablauf.
Den ausführlichen Artikel lesen Sie in Ausgabe klempner magazin 3|2011.
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