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Vielfältige Sanierungsaufgaben hatte Einzelunternehmer Karel van Vlierbergen zu bewerkstelligen: Metallarbeiten an Dach und Fassade, Terrassen-abdichtungen aus Blei sowie die mosaikförmige Dachdeckung aus farbigen Tonziegeln.Foto: van Vlierbergen

Technik 2011-02-16T00:00:00Z Garage in Rauten

Mit einer Kombination aus Metallschindeln und farbigen Dachziegeln erneuerte Karel van Vlierbergen die Dachdeckung eines historischen Gebäudes. Wir zeigen Ihnen die Details.

Bei dem zu sanierenden Objekt handelt es sich um eine ehemalige Kutschengarage mit Pferdestall des Industriellen Remy, der um 1847 mit der Herstellung chemischer Produkte zu großem Reichtum gelangte. Insbesondere Mittel zum Bleichen von Textilien und Wäschesteife zählten in dieser Zeit zu den gefragten Produkten. Die Kutschengarage war ein Nebengebäude seines schlossähnlichen Anwesens, das Remys Nachkommen der Gemeinde in Kessel Lo bei Leuven in Belgien überließen. Das alte, historisch wertvolle Kutschenhaus wurde nun komplett restauriert und einer neuen Nutzung zugeführt. Es dient jetzt als Tagesstätte, in der Kinder berufstätiger Eltern vor und nach dem Schulunterricht betreut werden können.

Aufgabe des Architekten Stefan van Hoef war es, das Gebäude von außen soweit wie möglich in seiner ursprünglichen Architektur zu rekonstruieren und von innen nach neuestem Standard zu modernisieren. Das Gebäudeinnere musste hierfür nahezu komplett entkernt und nach dem Konzept der Kindertagesstätte neu gestaltet werden.

Vielfältige Aufgaben zur Sanierung des Kutschenhauses hatte auch der belgische Metalldecker Karel van Vlierbergen. Er erhielt den Auftrag für alle Metallarbeiten an Dach und Fassade, für Terrassenabdichtungen sowie für die mosaikförmige Dachdeckung aus farbigen Tonziegeln. Um mit dem Innenausbau beginnen zu können, mussten im ersten Schritt die Dächer des Hauptgebäudes und der seitlichen Anbauten erneuert werden. Hierzu demontierte der Zimmermann zunächst die alten maroden Dachstühle und erstellte neue, wärmegedämmte unbelüftete Dachkonstruktionen mit den erforderlichen Funktionsschichten. Als Untergrund für die Befestigung der Metall- und der Ziegeldeckung wurde eine 22 Millimeter dicke OSB-Platte genommen, die mit einer diffusionsoffenen Unterspannbahn, die gleichzeitig als Notdeckung diente, abgedeckt war. Vor der Deckung des Hauptgebäudes mit den historisch nachempfundenen Tonziegeln bereitete er sämtliche Metallanschlüsse der Dachfläche aus Titanzink einschließlich Rinnen, Kehlen und Ortgängen vor. Auf der Grundlage eines präzise vorbereiteten Verlegeplanes, der in Zusammenarbeit mit Klempner, Ziegelhersteller und dem Architekten entstand, übertrug van Vlierbergen das Deckraster zunächst auf die Dachfläche. Auf diese Weise konnte er das gewünschte rautenförmige Muster mit roten und anthrazitfarbenen Ziegeln eins zu eins und in kurzer Montagezeit auf der etwa 140 Quadratmeter großen Dachfläche erzielen. "Mein Tätigkeitsschwerpunkt ist die Klempnertechnik. Da ich viel im Denkmalschutz tätig bin, übernehme ich auch einzelne Aufträge mit speziellen Dachdeckungen wie in diesem Fall oder auch anspruchsvolle Holzarbeiten. So habe ich alle Schnittstellen zu den Metallanschlüssen im Griff. Die filigranen handwerklichen Fertigkeiten, die ich bei den Klempnerarbeiten erlangt habe, kommen mir dabei zugute", beschreibt van Vlierbergen den Grund für seine Vielseitigkeit.

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Die Befestigung der einzelnen Elemente erfolgte mit drei Schrauben in geprägten Bohrungen. Ein vierter Befestigungspunkt ergab sich durch das spezielle Einhangsystem der Metallschindel. Bauelemente wie Seitenbleche, Firste oder Ortgänge fertigte van Vlierbergen selbst. Foto: Siepenkort

Rauten im Quadrat

Die Deckung der zwei seitlichen Anbauten mit jeweils rund einhundert Quadtratmeter großen Dachflächen erfolgte mit einer kleinteiligen Metalldeckung aus industriell gefertigten vorpatinierten Titanzinkrauten. Die Quadratrauten sind in den Abmessungen 400 × 400 mm gefertigt und haben eine Metalldicke von 0,65 Millimetern. Auf der Unterseite erhöht ein aufgeklebter Polystyrolkeil die Festigkeit des Elements. Je Quadratmeter benötigte der belgische Klempner insgesamt 9,6 Rautenschindeln mit einem Gewicht von 7,5 kg/m². Bei Dachneigungen von 20 bis 30 Grad, wie bei diesem Bauvorhaben gegeben, war eine vollflächige und ebene Holzschalung erforderlich, um eine optimale Optik zu erhalten. Bei Dachneigungen über 30 Grad ist die Verlegung auf einer Sparschalung möglich. Die An- und Abschlussbereiche müssen in diesem Fall jedoch vollflächig unterstützt sein. Eine Hinterlüftung ist für dieses System nicht zwingend erforderlich, da die einzelnen Elemente ein sich selbst ventilierendes System darstellen.

Die Befestigung der einzelnen Elemente erfolgte zeitsparend und sicher mit jeweils drei Schrauben in geprägten Bohrungen. Ein vierter Befestigungspunkt ergibt sich durch das spezielle Einhangsystem der Metallschindel. Die werkseitig verfügbaren ergänzenden Bauelemente wie Seitenbleche, Firste oder Ortgänge fertigte Karel van Vlierbergen jedoch nach eigenem Aufmaß in seiner Klempnerwerkstatt. Auch für die Verwahrungen der Dachflächenfenster und Eindeckrahmen wendete er eigene technische Lösungen an.

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in der klempner magazin Ausgabe 2|2010.

zuletzt editiert am 15. April 2021
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