Am 17. September ist Heinz Lummel kurz nach seinem 73. Geburtstag an Herzversagen gestorben. Unsere Anteilnahme gilt seinen Angehörigen und Weggefährten.
Mit seiner Firmengründung 1965 legte Heinz Lummel den Grundstein für ein erfolgreiches und innovatives Unternehmen der Klempnerbranche. Nach seiner Ausbildung in der Schweiz absolvierte er die Meisterprüfungen 1964 im Spenglerhandwerk und 1969 im Sanitärinstallationshandwerk. Dem traditionellen Handwerk verbunden, war Heinz Lummel immer bestrebt das Berufsbild des Spenglers weiterzuentwickeln. Bereits Mitte der 1980er Jahre zählte die Firma Lummel zu den gefragten Unternehmen, wenn es um die Gestaltung von Metalldächern und Metallfassaden in handwerklicher Klempnertechnik geht - weltweit. In Saudi-Arabien, China, Singapore, Mongolei, Seychellen und Brunei führte das Unternehmen die ersten Auslandsaufträge aus. Doch neben der Pflege internationaler Verbindungen entwickelte Heinz Lummel auch die Technik weiter – und zwar weit über die Grenzen der Klempnerfachregeln hinaus. Er reizte die Gestaltungsmöglichkeiten, die dem Klempner in der handwerklichen Verarbeitung von Dünnblechen gegeben sind, vollständig aus. Hierzu gibt es zahlreiche Beispiele, mit denen er viele andere Unternehmen bewegte und ermutigte, einen ähnlichen Weg zu beschreiten. Herausragend ist „Der neue Zollhof“ in Düsseldorf, den der Stararchitekt Frank O. Gehry mit einer wellenförmigen Edelstahlhülle gestaltete und Firma Lummel umsetzte – einschließlich des komplexen Unterbaus mit einer komplexen Statik. Weitere prestigeträchtige Projekte in Quatar, Schottland und Spanien folgten. Er trat damit den Beweis an, dass Klempnertechnik nicht nur nachhaltiger Wetterschutz ist; er arbeitete wegbereitend dafür, dass Metalldächer und insbesondere Metallfassaden Bedeutung in der Archtitekturszene erhielten.
Für seine Verdienste um das Spenglerhandwerk, aber auch für sein zahlreiches ehrenamtliches Engagement, unter anderem als Vorsitzender der Karlstadter Karnevalsgesellschaft und des Klempner- und Kupferschmiedemuseums wurde ihm 2005 das Bundesverdienstkreuz verliehen. Nach 16 Jahren gab Heinz Lummel den ersten Vorsitz der Stiftung 2004 ab, wobei er immer noch tief mit dem Museum verbunden war. Die Klempnerbranche verliert mit Heinz Lummel einen Visionär, Vor- und Querdenker.
Die kirchliche Trauerfeier findet am Freitag, 17. Oktober 2014, um 14.30 Uhr in der Pfarrkirche St. Andreas mit anschließender Urnenbeisetzung auf dem Altstadtfriedhof in Karlstadt statt. Danach Beisammensein im Europäischen Klempner- und Kupferschmiede-Museum.
Anstelle von Blumen und Kränzen wird um eine Spende für die Stiftung Europäisches Klempner- und Kupferschmiede-Museum gebeten. IBAN: DE05 7906 9150 0057 7466 04, BIC: GENODEF1GEM bei der Raiffeisenbank Main-Spessart.
Klaus Siepenkort
