2
Mit der Sanierung und Erweiterung wurde die Burganlage zu einem komplexen Kulturzentrum weiterentwickelt. Herausforderungen ergaben sich durch die steil- und flachgeneigten Dachflächen mit drei unterschiedlichen Neigungen. Fotos: Siepenkort

Technik 2013-06-18T00:00:00Z Historische Bausubstanz in neuem Glanz

Ein neues Dach mit glatten Aluminiumkassetten sorgt an der Burg Wissem für Aufsehen und perfekten Wetterschutz. Erfahren Sie alles über den Aufbau und über die Montage der Konstruktion.

Mit der Sanierung und Erweiterung des Baudenkmals in Troisdorf wurde die Burganlage zu einem komplexen Kulturzentrum mit mehreren Elementen weiterentwickelt. Die Burg Wissem ist jetzt Lernort, Museum, Trauzimmer, Touristen-Info, Kreativ-Werkstatt und Gastronomie für Bürger und Besucher; der Umbau verbindet Alt und Neu. Um erste Pläne für die Umgestaltung der Burganlage zu erhalten, hatte die Stadt Troisdorf einen Ideenwettbewerb ausgeschrieben. Elf Architekturbüros hatten Entwürfe eingereicht. Den 1. Preis erhielt der Entwurf des Kölner Architekturbüros von Prof. i.V. Martin Schneider und Prof. Annette Hillebrandt BDA, der sich durch einen behutsamen Umgang mit der vorhandenen Bausubstanz auszeichnet. „Die architektonischen Mittel dazu nennen wir „radikale Anpassung“. Die Form des neuen Daches wie auch die Fassadengestaltung und Materialwahl entstehen aus einer Überlagerung der unterschiedlichen historischen Komponenten am Ort“, erklärt das Architekturbüro.

Umsetzung

Die behutsame Umsetzung der Gestaltung des Daches erfolgte von der Firma Wadenpohl aus Langenfeld. Dabei gab es einige Herausforderungen zu meistern. So ergaben sich nach der Neuerstellung des Mansardendaches steil- und flachgeneigte Dachflächen mit drei unterschiedlichen Neigungen. Sämtliche Flächen wurden zunächst mit hochpolymeren Kunststoff-Abdichtungsbahnen abgedichtet und auf einer mechanisch fixierten Steinwoll-Dachdämmplatte verlegt. Die Dachentwässerung erfolgt in eine umlaufende innen liegende Attikarinne am Fußpunkt der steilgeneigten Mansardenflächen. Für die anschließende Bekleidung mit Kassetten aus anthrazitfarben beschichteten Aluminium-Verbundplatten montierten die Klempner eine Metallunterkonstruktion aus Aluminium-Strangpressprofilen oberhalb der Dachabdichtung und schweißten sie anschließend wasserdicht mit Folie ein. „Immerhin ist dies die wasserführende Ebene. Hierbei mussten wir die bereits eingebauten, vorstehenden Mansardenfenster genau bündig in die Fassadenoberfläche integrieren. Bei der umlaufenden Attika mit einer Dachrinnenlänge von etwa 190 m und den unterschiedlichen Traufhöhen des alten Gebäudebestandes war der Ausgleich der Bautoleranzen für uns eine besondere Herausforderung. Ebenso aufwendig war das Einhalten der horizontalen Fugen – insbesondere an den Gebäude-Eckausbildungen mit unterschiedlichen Neigungen“, beschreibt Klempnermeister Andreas Wadenpohl die schwierigen Ausführungsdetails.

4
Die bereits eingebauten, vorstehenden Mansardenfenster mussten exakt bündig in die Fassadenoberfläche integriert werden. Herausfordernd war auch das Einhalten der horizontalen Fugen, die um das Gebäude verlaufen.

Alles auf Fuge
Die Aufteilung der Fugen und Bauhöhen der Kassetten stimmte die Firma Wadenpohl auf die Einbaumaße der Mansardenfenster ab, so dass hier keine Aussparungen oder Passstücke den Gesamteindruck des Bauwerks stören. In der kooperativen Zusammenarbeit mit dem Planer und der Bauleitung wurden alle Details und Fugenausbildungen präzise erarbeitet. Nur so war es möglich, alle Innen- und Außenecken des Gebäudes zu gestalten, ohne das Fugenraster zu verlassen. Hierfür war jedoch auch Millimeterarbeit in der Fertigung und Montage der Fassadenkassetten erforderlich.

Klaus Siepenkort und Andreas Wadenpohl

Den ausführlichen Beitrag sowie weitere interessante Sanierungsobjekte lesen Sie in Ausgabe klempner magazin 04.2013.

zuletzt editiert am 15. April 2021
Newsletter