Elektronenmikroskopische Aufnahme von Messing: Die 800-fache Vergrößerung zeigt Spannungsrisskorrosion inmitten von Gewaltbruch-Strukturen. Quelle: www.ifs-ev.org (Quelle: www.ifs-ev.org)
Elektronenmikroskopische Aufnahme von Messing: Die 800-fache Vergrößerung zeigt Spannungsrisskorrosion inmitten von Gewaltbruch-Strukturen. (Quelle: www.ifs-ev.org)
04. August 2021 | Teilen auf:

IFS-Statistik zeigt Potential für die Schadenverhütung

Weit mehr als eine Million Leitungswasserschäden werden den hiesigen Gebäudeversicherern jedes Jahr gemeldet. Ärgerlich, aber harmlos – ist das so?

„Nach einem Wasserschaden ist das Zuhause in vielen Fällen für Wochen unbewohnbar; für die Betroffenen ist das eine große Belastung“, weiß Dr. Hans-Hermann Drews, Geschäftsführer des Institutes für Schadenverhütung und Schadenforschung (IFS). Wenn persönliche Dinge durch Feuchte und Schimmel unwiederbringlich verloren gehen und eine Familie für die Dauer der Sanierung spontan in ein Ausweichquartier ziehen muss, ist der Schaden mit finanziellen Mitteln nicht auszugleichen. Daneben wiegt auch die Gesamtschadensumme von über drei Milliarden Euro schwer, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in seinen jüngsten Zahlen nennt.

Ein besonders auffälliger Aspekt in diesem Zusammenhang ist zugleich eine Chance: „Sehr viele dieser Schäden ließen sich verhindern“, sagt Drews. Das IFS untersucht überwiegend Schäden an relativ jungen Anlagen. Die Statistiken des Institutes zeigen, dass hier in vier von zehn Fällen Installationsmängel Ursache des Wasseraustritts sind. Damit sind handwerkliche Fehler die mit großem Abstand stärkste Schadenkategorie. Nur jeder achte Schaden geht auf einen Produktfehler zurück.

Bei den Untersuchungen fallen Schwerpunkte auf. „Es gibt eine Reihe von Schäden, die immer wieder und in großer Zahl auftreten“, so Drews. Zu diesen typischen Schadenursachen zählen zum Beispiel mangelhaft ausgeführte Pressverbindungen und Spannungsrisskorrosion in Messingwerkstoffen, die durch zu hohen Kraftaufwand bei der Montage initiiert wurde. Wenn eine Schraubverbindung zum Beispiel zu fest angezogen oder eine Pressverbindung nicht fachgerecht hergestellt wurde, zeigt es sich in der Regel bei der technischen Laboruntersuchung der betroffenen Bauteile, selbst wenn zwischen dem ursprünglichen Fehler und der Schadenentdeckung eine lange Zeit liegt.

„An der fachlichen Qualifikation der Handwerker haben wir keine Zweifel. Dennoch sind regelmäßige Schulungen sinnvoll und wichtig, um das Know-how aufzufrischen und der Routine entgegenzuwirken“, sagt Drews. Das IFS unterstützt Handwerksbetriebe mit Schulungsmaterial zu den häufigsten Installationsfehlern, das kostenlos auf seiner Internetseite heruntergeladen werden kann (www.ifs-ev.org/service). Angesichts der hohen Schadenzahlen appelliert Drews an das Handwerk, ausreichend Zeit für regelmäßige Fortbildungen und für fachgerechte, sorgsame Arbeit einzuplanen: „Alltagsstress darf nicht zulasten der Qualität gehen.“

zuletzt editiert am 04.08.2021