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Im Klempnerzentrum Karlstadt veranstaltete der ZVSHK seine Fachtagung. Foto: Siepenkort

Technik 2011-01-03T00:00:00Z Klempner in Karlstadt

Vom 3. bis 4.11.2010 veranstaltete der ZVSHK seine jährlich stattfindende Fachtagung mit aktuellen Themen rund um die Klempnertechnik.

Im Klempnermuseum in Karlstadt trafen sich an zwei Veranstaltungstagen etwa fünfzig Teilnehmer aus den Landesfachverbänden und Bildungseinrichtungen zur Weiterbildung und zum Erfahrungsaustausch. Die Themen waren vielfältig, sie reichten von der Anwendung und Umsetzung der EnEV 2009 über Schäden durch Treibwasser und durch falsch aufgeständerte Solarmodule bis zu Knistergeräuschen an Metalldächern. Fachreferenten präsentierten die Themen in ihren Vorträgen, die anschließend im Plenum fachlich diskutiert wurden. Geleitet wurde die Fachtagung von Bundesfachgruppenleiter Ulrich Leib sowie von Leonhard Knobloch, Referent Klempnertechnik beim ZVSHK.

In seinem Vortrag zur praxisnahen Anwendung der EnEV 2009 erläuterte Martin von Hazebrouck von der Obersten Baubehörde Bayern unter anderem die Bagatellregelung am Neubau und in der Sanierung von Dächern. Die Bagatellgrenze des § 9 Absatz 3 EnEV soll den Bauherrn vor unverhältnismäßigem Planungs- und Modernisierungsaufwand bei kleinen Instandsetzungen schützen. Im ersten Schritt ist festzustellen, inwieweit die wärmetauschende Hüllfläche von einer Änderung betroffen ist. So sind bei Dächern oder Terrassen über beheizten Räumen nur die Flächen von § 9 Absatz 1 Satz 1 oder 2 EnEV betroffen, die auch Teil der wärmetauschenden Hüllfläche sind. Der in der Verordnung genannte Anteil von zehn Prozent bezieht sich lediglich auf diesen Anteil. In diesem Zusammenhang ist unter dem Begriff "jeweiliges Bauteil" das jeweilige für sich geometrisch abgeschlossene Bauteil zu betrachten.

Solartechnik und Knisterdächer

Den Schwerpunkt des ersten Tages der Fachveranstaltung prägten insbesondere die baupraktischen Themen. Fachinformationen zum Sanieren mit dachintegrierter Solartechnik aus Dünnschichtmodulen sowie die Befestigung aufgeständerter Solarmodule gab Dr.-Ing. Konrad Hanf, Mitarbeiter der Prefa Anwendungstechnik. Er zeigte anhand verschiedener Schadensfälle, dass bei nachträglicher Installation auf vorhandenen Metalldächern besondere Vorsicht geboten ist. Ohne exakte Prüfung der baulichen und statischen Gegebenheiten besteht die Gefahr, dass Solarmodule einschließlich der Metalldeckung bei Sturm abgetragen werden können. Als Weiterentwicklung der Aluminium-Dachsysteme von Prefa präsentierte der Anwendungstechniker eine neu entwickelte Haltekonstruktion, die direkt durch die Metalldeckung führt, in den Sparren verankert wird und dennoch Dehnungsbewegungen der Schare zulässt.

Treibwasser und Feuchteschutz

Aufgrund der intensiveren Nutzung der Dachräume sind auch die Ansprüche an eine einwandfreie bauphysikalische Funktion der Dachkonstruktion (Wärme-, Schall-, Feuchteschutz) deutlich gestiegen. So ist neben dem korrekten Aufbau auch eine präzise handwerkliche Ausführung unabdingbar insbesondere zum Feuchteschutz. Im Einzelfall ist zu prüfen, ob Sondermaßnahmen erforderlich sind. Hierzu zeigte Referent Klaus Siepenkort zwei Schadensfälle aus seiner Praxis als vereidigter Sachverständiger der Handwerkskammer Münster für das Klempnerhandwerk. Beide Schäden entstanden durch Treibwasser, jedoch mit unterschiedlichen Schadensbildern. Wir haben diese in der Rubrik Klempnertechnik auf Seite 12 für Sie ausführlich dokumentiert.

Der zweite Tag galt der Aus- und Weiterbildung im Klempnerhandwerk. So gab Rechtsanwältin Daike Witt detaillierte Auskünfte zu rechtlichen Aspekten der Meister-und Gesellenprüfung. Friedrich Göbel befasste sich mit der Umsetzung der neuen Meisterprüfung, wobei sich die vom ZVSHK erstellte Mustermeisterprüfung als ein nützlicher Leitfaden herausgestellt hat. Weiter erklärte der Referent für Berufsbildung beim ZVSHK die Verlängerung der Prüfdauer im Teil I, der Planung, Durchführung und Dokumentation des Meisterprüfungsprojektes, von vier auf nun sechs Tage.

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie im aktuellen klempner magazin 06.2010.

zuletzt editiert am 15. April 2021
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