Mit rund 8.000 m² zu deckender Dachflächen ergaben sich für die Spenglerei Rudolf Schmid neue Dimensionen. Aufgrund der geringen Neigung erfolgte die Deckung aus rollennahtgeschweißten Edelstahlblechen. Quelle: KlempnerMagazin/Siepenkort Quelle: KlempnerMagazin/Siepenkort
Mit rund 8.000 m² zu deckender Dachflächen ergaben sich für die Spenglerei Rudolf Schmid neue Dimensionen. Aufgrund der geringen Neigung erfolgte die Deckung aus rollennahtgeschweißten Edelstahlblechen. Quelle: KlempnerMagazin/Siepenkort

Technik

09. July 2021 | Teilen auf:

Klempnertechnik für den Klimaschutz

Metalldächer: Ein Schutzdach als Nutzdach – das ist das Motto der Protectum Dachsysteme GmbH aus Tuntenhausen. Das Unternehmen rüstet das Metalldach einer Berufsschule in Oberbayern mit allem aus, was installiert werden kann. Hierbei spielen auch spezielle Klimamodule eine Rolle.

Klaus Siepenkort

Am nördlichen Stadtrand von Weilheim in Oberbayern wird zurzeit der Neubau der gewerblich-technischen Berufsschule errichtet. Bei seiner Größe, den Kosten von rund 70 Millionen Euro und einem enormen Planungsaufwand gelangt der Landkreis in neue Dimensionen: Wenn die Schule im Herbst 2021 fertiggestellt ist, ziehen rund 1.700 Schüler/-innen und 55 Lehrkräfte in das futuristisch anmutende Gebäude mit einer Nutzfläche von über 10.000 Quadratmetern ein; das entspricht etwa 30 Reihenhäusern. Im Herbst 2018 startete die erste Bauphase.

Die Anschlüsse mussten nicht nur dicht sein, sondern auch die auftretenden Dehnungsbewegungen schadlos aufnehmen können. Kehl- und Brustbleche sind mit Abstand zum Bauteil verlegt und nicht mit Haften fixiert.

Die bei der Grundsteinlegung eingemauerte Zeitkapsel enthält einen historischen Jahresbericht der städtischen Berufsfortbildungsschule von 1919/20, der eine Schülerzahl von lediglich 140 Lernenden dokumentiert. Die wachsende Zahl der Auszubildenden und die stetig steigenden Ansprüche an die Lerninhalte waren Hauptgründe für den Neubau – eine Sanierung des bestehenden Schulgebäudes am anderen Ende der Stadt wurde aus Kostengründen abgelehnt.

Die druckbelastbare Steinwolle-Dämmplatte mit integrierter Zweischichtcharakteristik erfüllt die Anforderungen an den Wärme-, Schall- und vorbeugenden Brandschutz und ermöglicht die sichere Aufnahme der Befestigungsschienen. Darüber hinaus bietet das Dämmsystem eine begehbare Arbeitsfläche für die weitere Montage; punktuelle Belastungen der Metalleindeckung werden auf die Unterkonstruktion übertragen.

Die begehbare Metalldach-Dämmplatte wird flächig auf einer detailgenau und sorgsam verlegten Dampfsperre verlegt. Zur Aufnahme der Befestigungsschienen müssen gemäß Verlegeplan zwei parallele, ca. 30 mm tiefe Nuten mit einer speziellen Schneidemaschine in die Dämmstoffoberfläche eingeschnitten werden. Die Befestigungsschienen werden ebenflächig in die Nuten eingelegt und mit abgestimmten Systembefestigern punktuell fixiert. Am Dach der Berufsschule kamen hierfür Spezialschrauben im Bereich der Holztragschalen und an den Betonuntergründen spezielle „Spikes“ zur Anwendung.

Die Lage der Schienen und die Anzahl der Systembefestiger sind im projektbezogen erstellten Verlegeplan des Herstellers dokumentiert. Nach der Verlegung der Schienen folgte eine Abdichtungslage aus Bitumenbahnen als Notdeckung für den Wetterschutz, wobei die exakte Lage der Schienen für die Montage der Metalldeckung gekennzeichnet wurde.

Die Verlegung der Edelstahldeckung erfolgt wie in der Falztechnik – jedoch ohne zu falzen. Damit alles bis zum Rollennahtschweißen zusammenhält, werden die Bleche zunächst mit Schweißpunkten geheftet.

Mit rund 8.000 m² zu deckender Dachflächen ergaben sich auch für die beauftragte Spenglerei Rudolf Schmid GmbH aus Großkarolinenfeld neue Dimensionen. Der Grundriss der lediglich 5–7 Grad geneigten Walmdächer gleicht einem abgewinkelten „H“. Aufgrund der geringen Neigung erfolgte die Deckung der Walmdachflächen aus rollennahtgeschweißter Edelstahl-Metallbedachung – ein bedeutendes Marktsegment mit großem Auftragspotenzial, wie Geschäftsführer Rudolf Schmid zurzeit erlebt.

Den ganzen Artikel lesen Sie in der neues Ausgabe des KlempnerMagazins 04.2021.