Im Februar fand der Klempnertreff des Fachverbandes SHK-Baden-Württemberg statt. EnEV, Baurecht, Schweißtechnik und Ableitung von Niederschlagswasser waren die Schwerpunktthemen der Veranstaltung.
Wie jedes Jahr veranstaltete der Fachverband SHK-Baden-Württemberg den traditionellen Klempnertreff in Titisee. Das breite Themenspektrum lockte an zwei Veranstaltungstagen wieder viele Betriebsinhaber und leitende Mitarbeiter in das Kurhaus Titisee-Neustadt. "In diesem Jahr haben wir die Schallmauer erreicht. Mehr als hundert Teilnehmer folgten unserer Einladung zum Fortbildungs- und Kollegentreff in den Schwarzwald. Darüber freuen wir uns natürlich sehr", so Dietmar Zahn. Am ersten, kurzen Schulungstag standen zwei Vorträge zur Dachentwässerung auf dem Programm. Dazu referierte Peter Landsiedel von der Firma Alwitra zum Thema Flachdachabdichtungen mit integrierter Solartechnik. Er stellte vorab klar, dass es sich dabei um Dach- und Dichtungsbahnen und nicht, wie im Sprachgebrauch oft verwendet, um Folien handelt. In seinem Vortrag gab er wichtige Informationen zu den Werkstoffeigenschaften verschiedener Abdichtungsbahnen, deren Einsatzbereiche sowie Anforderungsprofile. Anhand verschiedener Projektbeispiele zeigte er die fachgerechte Verarbeitung des Werkstoffes und wie man es nicht machen sollte. "Flachdächer sind heutzutage aus der Architektur nicht wegzudenken. Wir sind der Meinung, dass gerade die Klempner und Flaschner für die Verarbeitung von hochpolymeren Dach-Abdichtungsbahnen geeignete Verleger sind. Sie sind es gewohnt, filigrane Anschlüsse und Details auszuführen und Werkstoffe zu formen das sind die allerbesten Voraussetzungen für die fachgerechte Verarbeitung unserer Bahnen", so Landsiedel.

Regelungen für Dachwasser
Die umweltgerechte Versickerung von Dachflächenwasser bei Kupfer- und Zinkdächern war das Thema von Peter Strobel. Strobel und Hanns Christoph Zebe sind von der Initiative Metalldach Kupfer und Zink beauftragt, Klempner-Fachbetriebe, Bauherren und insbesondere Behörden bei Unsicherheiten im Umgang mit kupfer- und zinkhaltigem Niederschlagswasser zu beraten. Der Grundgedanke besteht darin, Abflüsse am Entstehungsort oder in der näheren Umgebung zu vermeiden, zu verringern oder zu verzögern. Dies wird heute mit der Entsiegelung von Flächen, der Rückhaltung, Versickerung sowie der Speicherung und anschließenden Nutzung von Regenwasser erreicht. Dabei darf die Qualität der oberirdischen Gewässer und des Grundwassers nicht beeinträchtigt werden. Für die Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern bestehen unterschiedliche rechtliche Rahmenbedingungen, auf die Strobel im Detail hinwies. So gilt für die Beseitigung für Niederschlagswasser von nicht beschichteten oder in ähnlicher Weise behandelten kupfer-, zink- oder bleigedeckten Dächern in Baden-Württemberg eine Erlaubnispflicht. Die Einleitung von Niederschlagswasser in die Kanalisation ist hingegen erlaubnisfrei. In Bayern ist bei einer Versickerung über die bewachsene Bodenpassage in einer entsprechenden Mulde die Versickerung ablaufenden Niederschlagswassers von Kupfer- und Zinkdachflächen bis 1.000 Quadratmeter je angeschlossener Versickerungsanlage erlaubnisfrei möglich. Strobel beklagte, dass die damals als rechtliche Grundlage und für Maßnahmen herangezogenen geschätzten Abschwemmraten erheblich niedriger liegen, was wissenschaftliche Studien belegen. Eine Untersuchung im Umweltbundesamt 2005 ergab darüber hinaus, dass lediglich ein bis zwei Prozent der Gesamteinträge von Kupfer und Zink auf Dachmaterialien zurückzuführen sind. Die Einträge in den Boden sind mit 0,4 Prozent sogar noch geringer. Peter Strobel wies auf zwei Broschüren der Initiative hin, in der alle Zusammenhänge und Handlungsempfehlungen im Umgang mit Niederschlagswasser enthalten sind. Sie können bestellt oder heruntergeladen werden unter www.umweltforum-kupfer-zink.de.
Den vollständigen Bericht lesen Sie in klempner magazin Ausgabe 02|2011.