Netzwerke: Bereits rund 30 interessierte Klempnermeister der neu gegründeten „Klempnervereinigung Nord“ trafen sich Ende Februar im Hamburger Hotel Linder Hagenbeck. Nach zwei erfolgreichen Testveranstaltungen war am Ende des dritten Netzwerktreffens für alle klar – es geht weiter.
Die erste Idee und Testläufe zur Gründung einer „Klempnervereinigung Nord“ gab es schon vor über 20 Jahren – doch gut Ding will Weile haben. Zwei neue Anläufe in den Schulungsräumen der Prefa Akademie Hamburg im Oktober 2022 und im April 2023 wurden von den Klempnermeistern der Region bereits sehr gut angenommen, berichtete Andreas Witt, Ausbildungsleiter der Innung SHK Hamburg: „Die Teilnehmerzahlen der Tagesveranstaltung, ein Mix aus Erfahrungsaustausch und Fortbildung, waren vielversprechend. Die Bereitschaft zur Fortführung ist sehr hoch und wir haben uns entschlossen, weiterzumachen, aber in anderer Form: zweimal im Jahr mit Programm, im Februar und November, einmal zwanglos, nur zum persönlichen Austausch und ohne spezielle Themen“, so Andreas Witt.
Wer sind „wir“?
Das Organisationsteam der Klempnervereinigung Nord, kurz KVN, besteht aus den Gründungsmitgliedern Sven Schreiber, Michael Eggers, Andreas Witt, Björn Ehling und Detlev Köster. Sie sind allesamt dem Klempnerhandwerk verschrieben und mit Herzblut dabei, das neue Netzwerk fest zu etablieren. Das ist auch nötig, denn für die Organisation der Treffen gibt es neben dem Alltagsgeschehen viel zu tun: Es müssen geeignete Orte gesucht und gebucht und ein interessantes Programm gestaltet werden. Darüber hinaus müssen Termine gefunden, die bekannten Teilnehmer informiert und für neue Teilnehmer auch Öffentlichkeitsarbeit geleistet werden. „Wir wollen uns entwickeln und unsere Interessengemeinschaft stetig vergrößern. Deshalb sind interessierte Klempnermeister, Gesellen und Auszubildende immer herzlich willkommen“, lädt Andreas Witt ein. Er ist in der KVN unter anderem für die recht intensive E-Mail-Kommunikation mit allen Beteiligten zuständig. Für die Öffentlichkeitsarbeit der KVN wird Gründungsmitglied Björn Ehling bald auch einen Instagram Kanal öffnen.
Lösungen für die Klempnerzukunft
Klempnermeister Sven Schreiber ist als Ideengeber einer der Unermüdlichen des Gründungsteams. Er erzählte, wie es zum ersten Treffen kam: „Eigentlich wollte ich schon nach meiner bestandenen Meisterprüfung einen ‚Klempnermeisterverein‘ gründen. Aber ich fand über die Jahre leider niemanden, der mein Vorhaben unterstützen wollte. Das änderte sich, als ich 2022 die Unterstützung von Michael Eggers, Gebietsverkaufsleiter Nord bei Prefa, erhielt. ‚Lass uns das mal angehen‘, waren seine Worte. Damit waren ein Ort und ein Programm gesichert. Auch Andreas Witt war sofort dabei, denn wir kennen uns seit über 20 Jahren, er wusste von meinen Plänen. Er ist auch derjenige mit Michael Eggers, der die Runden am Vortragsanfang leitet, sich um die Einladungen kümmert, Ideen reinbringt und alle informiert. Ohne diese beiden und deren Kontakte würde vieles nicht so laufen wie jetzt. Ich freue mich über das Zustandekommen der Vereinigung, denn aus meiner Sicht schlägt es für den Berufsnachwuchs des Klempners im Norden Deutschlands eigentlich schon fünf nach zwölf. Zu wenig Wissen über den Beruf des Klempners und auch die Verwandtschaftserklärung zum Dachdeckerhandwerk haben sich nachteilig auf unser schönes Handwerk ausgewirkt. Vielleicht können wir mit unseren Zielsetzungen gemeinsam Lösungen für die Herausforderung der Zukunft finden.“
Nachwuchsmotivierung und Mitarbeitergewinnung
Zusammen mit Andreas Witt begrüßte Michael Eggers die aus Norddeutschland angereisten Klempnermeister, viele aus den ersten Treffen, aber auch neu hinzugekommene. Mit einleitenden Worten über die Entstehung der Klempnervereinigung Nord gab er auch eine Übersicht über die Ziele der Vereinigung. Im neuen Netzwerk der Klempner und Spengler des Nordens gehe es nicht nur um Klempnertechnik, Erfahrungsaustausch, Weiterbildung und gemeinsame Messe- oder Werksbesuche. Ebenso im Blickpunkt sei die kooperative Zusammenarbeit bei Projekten, deren Vorbereitung und Vorfertigung. Zur Nachwuchsmotivierung und Mitarbeitergewinnung solle auch der Erhalt der Tradition des Spengler-/Klempnerhandwerks und dessen Außendarstellung gestärkt werden.
Im anschließenden Vortragsprogramm stellten Carsten Fischer und Raphael Rinke von der Firma Nedzink ihr Produktportfolio für den Einsatz in der Architektur und für die Dachentwässerung vor. Hierzu gaben sie Hinweise, was beispielsweise bei der Projektbearbeitung mit vorpatinierten Zinkoberflächen zu beachten ist. Um Farbunterschiede zu vermeiden, sollten nie Profile aus verschiedenen Chargen in einer Fläche verlegt werden. Alle Blechcoils sind deshalb mit einer entsprechenden und durchgehenden Stempelung versehen. Auch über Lötfähigkeit patinierter Bleche informierten die Anwendungstechniker und gaben Hinweise zu geeigneten Flussmitteln sowie zur Reinigung der Oberflächen.
Das gemeinsame Abendessen nutzten die Teilnehmer zum weiteren Fachsimpeln und dem persönlichen Austausch.
Wie geht´s weiter?
Für das nächste Treffen im November stimmt das Organisationsteam einen Termin ab und stellt die Themen zusammen. Zuvor werden Ausflüge, beispielsweise zu Workshops bei Enke in Düsseldorf, angeboten. Schon am 27. März 2024 reist eine Gruppe aus der Klempnervereinigung Nord zum KlempnerTreff nach Münster. Eine gute Gelegenheit für alle Teilnehmer, die Vereinigung kennenzulernen, sich zu informieren und sich vielleicht dem Netzwerk anzuschließen.
Weitere Informationen:
Kontaktanfragen an die Klempnervereinigung Nord leitet die Redaktion KlempnerMagazin gerne weiter. Eine kurze Mail an redaktion@siepenkort.de genügt.




