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Für den kostengünstigen, schlanken Metalldachaufbau setzt sich die Fachgruppe Klempnertechnik im Fachverband SHK NRW aktiv ein. Von Links: Jürgen Luft, Wolfgang Koch und Michael Giebler. Fotos: Siepenkort

Technik 2013-01-17T00:00:00Z Können wir nur teuer?

Schon lange beschäftigt die Landesfachgruppe Klempnertechnik des Fachverbandes NRW die Frage: Brauchen wir für unsere Doppelstehfalzdächer ein teures Unterdach? Im KME-Forum Osnabrück suchten die Spezialisten nach Antworten.

Die Anforderungen an Dächer sind seit der Einführung der EnEV deutlich gestiegen; modern gestaltete komplexe Dachformen lassen oft nur unbelüftete Dachkonstruktionen zu. Diese Tatsachen erfordern heute eine sehr gewissenhafte Zusammenstellung und Ausführung der einzelnen Funktionsschichten. Die Fehlertoleranz ist dementsprechend gesunken, sodass sich bei Industrie und Handwerk ein Trend zum Konstruieren mit "Gürtel + Hosenträger" entwickelt hat: dichtes Unterdach + Wirrgelege + Falzdichtung + … + … = viel zu teuer! Diese Entwicklung beschäftigte bereits seit vielen Sitzungen die Landesfachgruppe Klempnertechnik des Fachverbandes SHK-NRW: "Wir haben festgestellt, dass sich die handwerklichen Metallfalzdächer immer schwerer verkaufen lassen. Viele Architekten und Bauherren sind nicht mehr bereit, soviel in ein Dach zu investieren und greifen wieder auf die typischen Dachdeckungswerkstoffe zurück selbst wenn die Wirtschaftlichkeitsberechnung eines langlebigen Metalldaches im Verhältnis positiv ausfällt. Deshalb suchen wir nach Lösungen für einen "schlanken" und kostengünstigen Aufbau unserer Stehfalzdächer", erklärt Landesfachgruppenleiter Jürgen Luft. Den Diskussionen sollten Taten folgen. Im KME-Forum in Osnabrück startete die Fachgruppe Klempnertechnik eine erste praxisnahe Versuchsreihe, in der es zunächst darum ging festzustellen, wie dicht unser Doppelstehfalz ist.

Mit der Unterstützung von KME-Mitarbeiter Michael Giebler falzten Jürgen Luft, Franz-Josef Happel, Reinhard Benninghoff, Heinz Schulte, Wolfgang Koch und SHK-NRW Referent Bernd Staats fünf Wasserbecken aus jeweils drei Einzelteilen mit Doppelstehfalzen per Hand mir einem Rau-Falzschließer einschließlich Schiebehafte zusammen. In die Falze brachten sie unterschiedliche Dichtmaterialien ein: Ilmod, Teroson TS 81, Butyl sowie Dichtgel Runotex. Zum Vergleich wurde ein Falz ohne jegliche Dichtung ausgeführt.

Anschließend konnten die Becken aus 0,7 Millimeter dickem Kupferblech bis zur Überflutung der Falze mit Wasser befüllt werden. "Wir haben die Untersuchung noch nicht abgeschlossen, aber soviel war für uns bereits erkennbar: Die Falze selbst sind dicht; Probleme traten vereinzelt nur im Bereich der Hafte auf trotz Dichtung", verrät Jürgen Luft die ersten Erkenntnisse.

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In die Falze wurden für den Test unterschiedliche Dichtmaterialien eingebracht. Probleme traten vereinzelt nur im Bereich der Hafte auf, trotz Dichtung.

Weitere Untersuchungen geplant

Die Untersuchungen werden weiter verfolgt. Dabei sind noch verschiedene Parameter zu berücksichtigen, beispielsweise das Verhalten bei unterschiedlichen Werkstoffen, bei rollgeformten und maschinell geschlossenen Falzen oder bei unterschiedlichen Dichtverfahren im Bereich der Hafte. "Uns ist bewusst, dass dies keine hochwissenschaftliche Untersuchung ist. Dafür wäre die Hochschule Rosenheim mit dem neuen Studiengang Gebäudehülle zuständig, mit der wir unsere Erkenntnisse gern teilen werden. Uns ist es wichtig, nach den Diskussionen in den Gremien nun aktiv an die Problematik heranzugehen, um unsere langlebigen Metalldächer für uns zukunftssicher zu machen und wirtschaftlich attraktiv anbieten zu können

Klaus Siepenkort.

zuletzt editiert am 15. April 2021
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