Bild 1: Schematischer Aufbau von bandbeschichtetem Stahlblech. Quelle: IFBS Quelle: IFBS
Bild 1: Schematischer Aufbau von bandbeschichtetem Stahlblech. Quelle: IFBS

Technik

09. July 2021 | Teilen auf:

Korrosionsschutz im Metallleichtbau

IFBS: Der Korrosionsschutz im Metallleichtbau ist durch eine Vielzahl nationaler und internationaler Normen geregelt. Jedoch werden nicht alle Aspekte abgedeckt. Diese Lücke füllen jetzt die neuen IFBS-Fachregeln.

Dr. Ralf Podleschny

Dr.-Ing. Ralf Podleschny ist Geschäftsführer des IFBS – Internationaler Verband für den Metallleichtbau e. V. Zweck des Verbandes ist die Förderung des Bauens mit Bauelementen aus Metall und die Schaffung eines internationalen Qualitätsstandards für den Metallleichtbau. Quelle: IFBS

Im Metallleichtbau ist der Korrosionsschutz tragender dünnwandiger Bauelemente durch viele internationale, europäische und auch deutsche Normen geregelt. Die Normenwerke decken jedoch nicht alle Aspekte des Korrosionsschutzes ab. Dem Planer fehlen wichtige Angaben, die er für das konstruktionsgerechte Planen der erforderlichen Korrosionsschutzmaßnahmen bauteilbezogen benötigt.

Zum Teil waren diese Hilfestellungen in alten, mittlerweile zurückgezogenen deutschen Normen enthalten, sie wurden aber nicht in adäquater Weise in das neue Normenwerk überführt. Diese Lücke füllen die neuen IFBS-Fachregeln für den Korrosionsschutz im Metallleichtbau, die nachfolgend vorgestellt werden.

Grundlegende Regelungen

Die Bauelemente des Metallleichtbaus sind grundsätzlich auf beiden Seiten gegen Korrosion zu schützen. Abhängig vom Aufbau und den korrosiven Einflüssen der Umgebung können sich unterschiedliche Mindestanforderungen an den Korrosionsschutz und somit an das Korrosionsschutzsystem ergeben. Korrosionsschutzsysteme sind Systeme aus aufeinander abgestimmten, vor Korrosion schützenden Schichten. Sie bestehen beispielsweise aus Metallüberzügen oder aus Grundbeschichtungen mit Deckbeschichtungen oder sind Duplex-Systeme aus Metall-Überzug plus organischer Beschichtung. Der schematische Aufbau eines bandbeschichteten Stahlbleches mit einem Duplex-System ist in Bild 1 dargestellt.

Der Korrosionsschutz von tragenden dünnwandigen Bauteilen aus Stahl, insbesondere für die Anwendungen in der Gebäudehülle, ist von DIN 55634 erfasst. In Deutschland galt hierzu von März 1980 bis zum Jahr 2010 die DIN 55928-8. Diese wurde im Jahr 2010 von DIN 55634 abgelöst. Wesentliche Änderung beim Übergang von DIN 55928-8 auf DIN 55634 war die Anpassung an existierende ISO-Normen und eine deutliche Erweiterung des Regelungsbereiches auf stückverzinkte und stückbeschichtete tragende Bauteile, auch für Anwendungsbereiche, die nicht mit der Gebäudehülle in Verbindung stehen. Im März 2018 erfolgte nochmals eine Aktualisierung und eine Aufteilung der Norm in zwei Teile, Teil 1: Anforderungen und Prüfverfahren und Teil 2: Überwachung und Zertifizierungsanforderungen.

Bild 2: Lage der zu schützenden Schichten am Beispiel einer Kassettenwand. Quelle: IFBS

IFBS-Fachregeln

In Abhängigkeit von der Einbausituation und den sich daraus ergebenden unterschiedlichen atmosphärischen Bedingungen, wird zwischen der bewitterten Seite (Wetterseite) und der unbewitterten, dem Wetter        abgewandten Seite eines Bauteils unterschieden, siehe Bild 2. In Ergänzung zu den bestehenden normativen Regelungen geben die neuen Tabellen 7.4 bis 7.12 in den IFBS-Fachregeln zum Korrosionsschutz die        empfohlenen Mindest-Korrosivitätskategorien für die einzelnen Komponenten von Wand-, Dach- und Boden-/Deckenkonstruktionen im Metallleichtbau an. Hierbei wurde das Thema der Zugänglichkeit und Einsehbarkeit der Bauelemente für eine Inspektion berücksichtigt.

Den ganzen Artikel lesen Sie in der neuen Ausgabe des KlempnerMagazins 04.2021.