Ein großes, historisches Gebäude im Stadtzentrum mit Menschen auf der Straße und modernen Gebäuden im Hintergrund.
In Hamburg bekleiden unser Leser und Spenglermeister Jonas Carstens und Team zahlreiche Mansardengauben mit Kupferblech. Hierfür entwickelte er clevere Details. (Quelle: www.beisser-haus.hamburg)

Technik 2026-03-10T10:27:14.902Z Kupferdetails am Lloyd-Haus

KlempnerMagazin unterwegs: Wichtig ist auf dem Platz, sagt der Fußballer, um Tore zu schießen. KlempnerMagazin geht auf die Baustellen, um Technik zu zeigen. In Hamburg bekleiden unser Leser und Spenglermeister Jonas Carstens und Team zahlreiche Mansardengauben mit Kupferblech. Hierfür entwickelte er clevere Details.

In Hamburgs bester Innenstadtlage, direkt gegenüber dem Hamburger Hauptbahnhof, wird das um 1906 als Llyod-Hotel erbaute Geschäftshaus umfassend revitalisiert. Das siebengeschossige Gebäude wurde in Massivbauweise aus Ziegelmauerwerk errichtet und prägte das Stadtbild durch seine markante Erscheinung. Nach vielen Veränderungen und Sanierungsmaßnahmen im Verlauf der Nutzung wurde die Fassade im vergangenen Jahr auf ihre Grundstruktur zurückgebaut und in Anlehnung an die Gestaltung der Erstellungszeit mit viel Liebe zum Detail restauriert. Dabei wurden auch historische Fassadendetails wieder herausgearbeitet. Im Inneren entstehen aktuell rund 2.700 m² moderne und exklusive, vermietbare Büroflächen. Das Dachgeschoss mit 440 m² Bürofläche gilt als besonderes Highlight. Bei einer Deckenhöhe von bis zu sechs Metern wird das Arbeiten hier schon bald zu einem Erlebnis. Schon damals hob sich das fünfte Obergeschoss durch seine geringere Höhe und einem umlaufenden Gesims deutlich von den unteren Ebenen ab, bevor das Dachgeschoss in Form eines Satteldachs mit Holzkonstruktion den Abschluss bildete. Die oberen Abschlüsse der Erker wurden durch großzügige Gauben mit Giebeldach hervorgehoben, während die Gebäudeecke durch einen zusätzlichen zweigeschossigen Turm eine besondere Betonung erhielt. So entstand ein Bauwerk mit unverwechselbarem Charakter, das über Jahrzehnte hinweg seine städtebauliche Präsenz entfaltete. Im Rahmen der Revitalisierung wurde dem historischen Vorbild mit Ausnahme des Turms Rechnung getragen.

Zwei Arbeiter installieren Kupferbleche auf einem Dach in einer städtischen Umgebung.
Um die etwa sechs Meter langen Schare zwischen den Dachgauben kümmerten sich Klempnergeselle Leo Dück (unten) und Noah Bredehöft, Klempner-Azubi im dritten Lehrjahr. (Quelle: Siepenkort/KlempnerMagazin)

Schnittstellen im Griff

Um Raum zu schaffen, wurde der Dachstuhl nicht wie vorher als Satteldach, sondern als Mansarddach mit Flachdachabdichtung konstruiert. Flachdach deshalb, da viele haustechnische Aggregate installiert werden mussten. Die steilen Mansarddachflächen erhielten eine hinterlüftete Metalldachkonstruktion, natürlich wie dies für Hamburg üblich ist, aus Kupferblech im handwerklichen Stehfalzsystem.
Die Herstellung und Montage der gesamten Dachkonstruktion erfolgte von den Experten des Heinrich Carstens Bedachungsgeschäft aus Rotenburg an der Wümme. Das Portfolio des Gesamtdienstleisters rund um das Dach umfasst Zimmerer-, Dachdecker-, Klempnerarbeiten und energetische Sanierungen. Somit hatte das Unternehmen mit seiner Planungs- und Montageabteilung alle Schnittstellen der Gewerke im Griff – Bedenkenmeldungen von einem zum anderen Gewerk waren somit ausgeschlossen.

Ein Handwerker arbeitet auf einem Kupferdach mit verschiedenen Werkzeugen.
Vorarbeiter Stefan Spitzer: „Bei den vielfältigen Falzarbeiten an der Dachgaube kommen eine Menge Profiwerkzeuge zum Einsatz, die uns die Arbeit erleichtern. Daran wird in unserer Firma zum Glück nicht gespart.“ (Quelle: Siepenkort/KlempnerMagazin)

Deutlich wurde dies bei unserem Baustellenbesuch. Zu diesem Zeitpunkt waren die Zimmerer bereits auf einer neuen Baustelle, die Dachdecker mit den Abdichtungen fast fertig und die Klempner in vollem Gange. Ungefähr zwei Drittel der Fassadenflächen und Gaubenbekleidungen waren bereits fertiggestellt und damit alle einzelnen Arbeitsschritte der Klempnerarbeiten sichtbar – also der perfekte Moment.

Details in Serie

Baustellenleiter und Spenglermeister Jonas Carstens zeigte alle Details – er hatte auch nichts zu verbergen. Denn es war mit einem Blick sichtbar, dass jeder Anschluss und jeder Übergang geplant, geprobt und mit handwerklichem Geschick präzise von seinem Team vor Ort umgesetzt wurde: „Bei der Ausführungsplanung aller Projekte arbeiten unsere Abteilungen stets multiprofessionell zusammen. Wir suchen bereits im Vorfeld das Machbare und fachlich korrekte Lösungen für alle Details. Bei vielen Wiederholungen werden auch Muster hergestellt und bis zur Serienreife optimiert. Das spart Zeit, Geld und ermöglicht eine hochwertige Bauausführung im Sinne unserer Kunden.“


Zahlreiche Details ergaben sich bei den Einbindungen der vielen Dachgauben in die Mansarddachflächen, bei Fenstereinfassungen, Gesimsabdeckungen oder Gesimsrinnen. „Insgesamt mussten wir vier große Gauben mit je vier Fenstern und eigener Entwässerung sowie neun kleine Einzelgauben klempnertechnisch mit Kupfer bekleiden. Das war auch für unser Team vor Ort anspruchsvoll. Alles, was wir vorrichten konnten, haben wir in unserer Werkstatt in Rotenburg gefertigt. Hier stehen uns alle Maschinen für die Blechbearbeitung zur Verfügung, die wir benötigen. Das erforderte jedoch präzises Maßnehmen auf der Baustelle“, schilderte Jonas Carstens.

Ein Arbeiter steht auf einem Dach und zeigt auf eine Stelle am Rand, während im Hintergrund eine Stadtlandschaft zu sehen ist.
Spenglermeister Jonas Carstens: „Bei der Ausführungsplanung aller Projekte arbeiten unsere Abteilungen stets multiprofessionell zusammen. Wir suchen bereits im Vorfeld das Machbare und fachlich korrekte Lösungen für alle Details.“ (Quelle: Siepenkort/KlempnerMagazin)
Detailaufnahme einer Kupferverkleidung auf einem Dach, die die handwerkliche Präzision und das glänzende Material zeigt.
Die trickreiche, nicht sichtbare Gaubenrinne verläuft von der Traufe über die Seitenwangen bis in die Gesimsrinne. (Quelle: Carstens GmbH)

Für jeden Zweck das passende Werkzeug

Für das Maßnehmen war Vorarbeiter Stefan Spitzer zuständig. Der erfahrene Klempnergeselle war gerade damit beschäftigt, Quetschfalze herzustellen und Ortgangprofile einer Dachgaube einzufalzen. „Hierbei kommen eine Menge Profiwerkzeuge zum Einsatz, die uns die Arbeit erleichtern. Daran wird in unserer Firma zum Glück nicht gespart. Wir haben die unterschiedlichen Falz- und Falz-Hebelwerkzeuge sowie verschiedene Handrollformer stets in Griffnähe“, informierte Stefan Spitzer.
Die etwa sechs Meter langen Schare zwischen den Dachgauben mussten zu zweit verlegt werden. Darum kümmerten sich Klempnergeselle Leo Dück und Noah Bredehöft, Klempner-Azubi im dritten Lehrjahr. Ihm machte die Arbeit sichtlich Spaß: „Die Baustelle ist sehr vielfältig. Ich habe hier alle Arbeiten miterleben können, vom Holzbau bis zu den Klempnerarbeiten. Bei den vielen unterschiedlichen Anschlüssen auf dieser Baustelle habe ich vieles dazugelernt. Man braucht nicht nur handwerkliches Geschick. Man muss gedanklich schon den fertigen Anschluss vor Augen haben, bevor man beginnt.“

Den kompletten Beitrag lesen Sie im Klempner Magazin 03. 2026.

zuletzt editiert am 10. März 2026