Mit dem 16. Deutschen Klempnertag als Höhepunkt endete die fünfte Jahreszeit 2011/2012 der Branchentreffs und Fachmessen. Über 300 Teilnehmer nutzen die Gelegenheit zur Weiterbildung und zum kollegialen Austausch.
Mit einer großen Themenvielfalt, gebündeltem Fachwissen und einem engagierten Fachpublikum aus dem deutschsprachigen Raum, war der Klempnertag 2012 ein voller Erfolg. Probleme mit Solaranlagen auf Metalldächern oder Bauschäden im Traufbereich wurden ebenso erörtert wie neue Regelwerke, Merkblätter und Normen. Auch die Nachwuchssorgen im Handwerk und in diesem Zusammenhang Imageprobleme des Klempnerhandwerks wurden thematisiert und diskutiert. Am zweiten Seminartag hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, im Rahmen eines Workshops Einblick in die Kunst der professionellen Beratungstechnik und Verhandlungsführung mit Kunden und Architekten zu nehmen. "Alles in Allem eine runde Sache, die gern in dieser Form wiederholt werden darf", so die meisten Rückmeldungen der Teilnehmer.
In seiner Begrüßungsrede bezeichnete ZVSHK-Präsident Manfred Stather den Branchentreff als Leistungsshow des Klempnerhandwerks und versicherte, dass der Handwerkszweig für Metallarbeiten an Dach und Fassade seinen festen Platz im Leistungsportfolio der SHK-Gewerke hat. In diesem Zusammenhang griff er die Solartechnik als Schnittstellentechnologie Sanitär/Heizung/Klempner auf, die ebenfalls einen Themenschwerpunkt des Fachsymposiums darstellte. "Die Energiewende findet nicht ohne den Klempner statt", unterstrich Stather hierzu. Zur Problematik des Wettbewerbs um den Nachwuchs im Klempnerhandwerk appellierte er, dass dieser ohne das persönliche Engagement jedes einzelnen Betriebes nicht zu gewinnen sei. Mit jedem Auszubildenden/Gesellen fehle dem Unternehmen und der Branche später im Schnitt 100.000 Euro Umsatz. Um die angeschlossenen Innungsbetriebe hierbei zu unterstützen, wies Stather auf die aktuelle SHK-Image- und Werbekampagne für den Nachwuchs "Volles Rohr Zukunft" hin. Sie ist jetzt an den Start gegangen und beinhaltet Infobroschüren sowie einen interaktiven Web-Auftritt für Schulabgänger und ausbildende SHK-Innungsbetriebe. In diesem Kontext gab der Präsident offiziell die Einrichtung des Studienganges Gebäudehülle bekannt, der im Herbst 2013 startet und gratulierte den Initiatoren zu dieser besonderen Gründungsleistung. "Dieser neue Studiengang verbindet die Meisterleistungen des Klempnerhandwerks mit der Baukunst", so Stather. Die an der Fachhochschule Rosenheim angebotene Fortbildung bietet künftig eine ideale Perspektive für die berufliche Weiterbildung der Handwerksmeister in der Dach- und Fassadentechnik. Zudem stellt der akademische Bildungszweig eine bedeutende Perspektive für Schulabgänger dar, die einen beruflichen Start im Handwerk wünschen und sich dort weiterentwickeln möchten.

Fachregeln synchronisieren
Zu Gast beim Klempnertag waren auch ZDH-Präsident Otto Kentzler sowie Karl-Heinz Schneider, Präsident des Zentralverbandes der Dachdecker ZVDH, gleichzeitig Vorsitzender der Bundesvereinigung Bauwirtschaft. Auch Schneider wies in seiner Begrüßungsrede auf die Herausforderungen bei der Generierung des Nachwuchses und die Frage hin, wie junge Menschen zur Ausbildung im Bauhandwerk zu motivieren seien. Diese Aufgaben seien im Dachdeckerhandwerk gleichermaßen vorhanden. Unterschiede bestehen jedoch noch in den "Klempnerfachregeln" des ZVSHK und den "Fachregeln für Metallarbeiten im Dachdeckerhandwerk" des ZVDH. Die derzeitige Situation sei leider unbefriedigend, insbesondere in der praktischen Handhabung für Sachverständige. Dabei seien sich die Verbände im Grundsatz einig. Es gebe doch lediglich nur noch Details, um die man zwar sachlich und fachlich streitenkönne für die am Ende jedoch eine Lösung zu finden sei. Schneider äußerte den Wunsch, regelmäßige Treffen durchzuführen, um nicht nur diese Problemstellungen zu lösen, sondern auch die Zukunftsperspektiven im Nebeneinander der Gewerke Klempner und Dachdecker für die nächsten zehn Jahre zu erörtern und weiter zu entwickeln. "Wir freuen uns, dass die Einrichtung des Studiengangs Gebäudehülle gelungen ist und dass wir mit der ideellen und finanziellen Unterstützung auch im weiteren Weg etwas dazu beitragen können. Das akademische Studium eröffnet den Meistern unserer Gewerke ideale berufliche Entwicklungsmöglichkeiten ob im Handwerk oder in der Industrie", ist sich Karl-Heinz Schneider sicher.
Chance Sanierungsmarkt
In seiner Grundsatzrede bedauerte ZDH-Präsident Otto Kentzler, dass die Sanierungsraten derzeit rückläufig sind. Er äußerte seinen Ärger über die stockenden Verhandlungen zur Verabschiedung des Gesetzes für die steuerliche Förderung von energetischen Sanierungsmaßnahmen an Wohngebäuden. "Gerade hier liegt der Schlüssel zum Erfolg der Energiewende etwa vierzig Prozent des Verbrauchs fallen im Gebäudebereich an. Die Möglichkeit steuerlicher Abschreibungen würde die notwendigen Anreize schaffen, die Sanierungsquote hochtreiben und den Energieverbrauch halbieren. Davon profitieren nicht nur Handwerk und Industrie, sondern auch die Bürger", mahnte Kentzler in Richtung Berlin. "Was die öffentliche Hand, gewerbliche Investoren und vor allem Wohnungs- und Hausbesitzer jetzt brauchen, ist Planungssicherheit und Verlässlichkeit".
Den ausführlichen Artikel lesen Sie in Ausgabe klempner magazin 02.2012.
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