Ende letzten Jahres traf sich der Arbeitskreis Ausbildung und ergänzte das Manual zur Klempnerausbildung um wesentliche Inhalte. ZVSHK-Ausbildungsexperte Friedrich Göbel und ZVDH-Geschäftsführer Arthur Wierschem unterstützen die Initiative. Ein Schwerpunkt ist das Thema Nachwuchswerbung.
Eines sei vorangestellt: Im Arbeitskreis Ausbildung wird gearbeitet – und zwar engagiert und mit Herzblut. Dies wurde beim Besuch des letzten Treffens Ende 2013 bei Rheinzink im westfälischen Datteln deutlich. Knapp 20 Ausbildungsexperten aus dem ganzen Bundesgebiet trafen sich, nicht nur um ihre „Hausaufgaben“ rund um die schulische Klempnerausbildung intern zu präsentieren und zu diskutieren. In fünf regional zusammengesetzten Teams wurden auf Grundlage eines Leitobjektes die Lernfelder 1–14 mit den Kernkompetenzen des Klempners weiterentwickelt. Themen waren unter anderem die Dachentwässerung sowie Installationen auf Metalldächern wie Schneefang, Solarhalter und Sicherheitseinrichtungen. Das bedeutet, dass fleißig an der Ergänzung der Inhalte und an der Optimierung bereits erarbeiteter Themen gefeilt wurde. „Es ist uns allen klar, dass das Werk, das wir hier erarbeiten, aufgrund des technischen Fortschritts und der regionalen Unterschiede nie fertig ist. Dies ist auch nicht das Ziel. Vielmehr wollen wir, und da sind wir uns alle einig, schnellstmöglich eine brauchbare Arbeitsgrundlage schaffen, mit der wir den neuen Anforderungen an die Klempnerausbildung gerecht werden können. Dieser Leitfaden wird uns bei der Planung und Durchführung der Ausbildungsgänge helfen und dem Lehrling bei der Umsetzung des Erlernten im Ausbildungsbetrieb. Wir denken, dass unsere erste Auflage Ende des Jahres „einsatzfähig“ ist“, berichtet Erhard Pongratz.
Bundesfachgruppe gibt Feedback
Zur Absicherung der Arbeitsunterlagen, die idealerweise bundesweiten Einsatz finden sollen, war es dem Arbeitskreis wichtig, den ZVSHK sowie den ZVDH als Schnittstelle in das Vorhaben einzubinden. So waren für den fachlichen Austausch über den Stand der Dinge seitens der Arbeitsgruppe sowie der Verbände auch ZVSHK-Bildungsreferent Friedrich-Wilhelm Göbel und Arthur Wierschem, stellvertretender Geschäftsführer beim ZVDH, eingeladen.
Auf Vorschlag von Friedrich-Wilhelm Göbel wurde vereinbart, die bisher erstellten Unterlagen der Bundesfachgruppe Klempnertechnik des ZVSHK zur Durchsicht bereitzustellen. Eine Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Ausbildung sei ausdrücklich erwünscht und das Feedback des Verbandes zugesichert, so Göbel. Leitobjekt und Erarbeitung werden auch an das Heinz-Piest-Institut für Handwerkstechnik (HPI) an der Leibniz Universität Hannover weitergegeben. Das HPI legt in Zusammenarbeit mit den Bundesfachverbänden die Inhalte und Dauer der überbetrieblichen Unterweisungen fest. Friedrich-Wilhelm Göbel regte an, die Ergebnisse auch in den Landesverbänden zu kommunizieren.

In seinem Vortrag informierte der Bildungsreferent darüber hinaus, dass aufgrund eines Gutachtens im Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB) die Neuordnung der Ausbildungsordnung nicht, wie vorher geplant, zunächst nur für fünf Jahre, sondern jetzt unbefristet gelte. Es bleibe den Sozialpartnern überlassen, wie lange die Ausbildung dauert. Dreieinhalb Jahre seien durchaus sinnvoll. „Für die Dauer der überbetrieblichen Ausbildungskurse 2014 sind 3 Wochen im 1. Ausbildungsjahr und 7 Wochen, davon 2 Wochen freiwillig, im 2. bis 4. Ausbildungsjahr geplant. Die Kalkulation liegt dem HPI zur Genehmigung vor. Wir gehen davon aus, dass die Kurse wie geplant ab dem 2. Quartal 2014 ablaufen können. Die Prüfungen werden nun gestreckt durchgeführt, dadurch erhofft man sich eine bessere Motivation der Azubis und eine Mitarbeit von Anfang an“, so Göbel.
Vorteil „Gestreckte Prüfung“
Die Prüfungsstruktur der „Gestreckten Gesellenprüfung“ stellt in den handwerklichen Metallberufen, im Vergleich zu den früheren Prüfungsregelungen mit Zwischen- und Abschlussprüfung, einen klaren Richtungswechsel dar. Bei dieser Prüfungsform wird die Gesellen-/Abschlussprüfung in zwei Teile gegliedert („gestreckt“): Der erste Teil der Prüfung wird nach rund 24 Monaten abgelegt und mit einem Anteil von 30 Prozent auf das Gesamtergebnis der Gesellen- bzw. Abschlussprüfung angerechnet. Der zweite Teil der Gesellenprüfung findet am Ende der Ausbildungszeit statt. Die Ergebnisse aus beiden Teilen bilden das Gesamtergebnis der Gesellenprüfung.
Klaus Siepenkort
Den ausführlichen Artikel lesen Sie in Ausgabe klempner magazin 01.2014.
Weitere Bilder des Arbeitskreises finden sie in unserer Bildergalerie .
Falls Sie wissen möchten, wie das Ausbildermanual inhaltlich aufgebaut ist und die Lernfelder fachlich aufbereitet sind, haben wir für Sie einen Auszug
zum Download (700,24 KB - PDF)
bereitgestellt.