Es gilt als das spektakulärste und aufwendigste Bauwerk der Olympischen Spiel im russischen Sotschi: der Bolschoi-Eispalast. Der mit innovativer Dachkonstruktion ausgeführte Kuppelbau kann seine Farben wechseln wie ein Chamäleon. Realisiert wurde das aufwendige Dach mit Kalzip Profiltafeln aus Aluminium und von LED durchdrungenen Kompositplatten.
Die Besucher betreten den 39,90 Meter hohen Kuppelbau auf der Ebene 0,00. Sie bildet wie bei einem griechischen Tempel das Niveau auf der die Stützen stehen und die Besucher in das Gebäude kommen. Vom Eingangsniveau aus gelangen die Besucher über insgesamt sechs Ebenen in das weite Oval mit den Zuschauerplätzen der Eishalle. Die Gesamtoberfläche der Kuppel beträgt 31745 Quadratmeter mit einer maximalen Spannweite von 193 Metern in der Länge und 142 Metern in der Breite, bei einer Höhe von knapp 40 Metern.
Das Tragwerk des imposanten Kuppelbaus besteht aus einer zweigeschossigen Stahlbetonunterkonstruktion, auf der eindimensional gebogene und miteinander durch zahlreiche Windstreben verbundene Stahlrohrfachwerkstützen auf der Ebene 0,00 beginnend bis auf eine Höhe von 28,65 m emporragen und dort an die weiter aufgehende fünfgeschossige Stahlbetonkonstruktion anschließen. Die Halle mit dem Spielfeld und den Zuschauerrängen überspannen bis zu 94,40 Meter lange und etwa 11 Meter hohe Fachwerkträger aus Stahl, die auf einem Stahlbetonring aufliegen.
Seine besondere architektonische Anmutung gewinnt das faszinierende Gebäude nicht allein aus seiner Form, sondern durch die ungewöhnliche Dach- und Fassadenausführung mit Glaselementen, Kalzip Profiltafeln aus Aluminium und den von LED durchdrungenen Kompositplatten.
Drei Messpunkte für die Rohrunterkonstruktion

Der Dachaufbau des Eispalastes von Sotschi besteht aus mehreren unterschiedlichen Schichten, die aufeinander aufbauen und so den besonderen gestalterischen Ausdruck erzeugen. Zunächst wurde eine Unterschale aus einem neuartigen Akustik-Stahltrapezblech von FischerProfil auf die Stahlträger montiert. Darauf folgte eine Kalzip Dampfsperre. Der nächste Arbeitsschritt galt dem Aufbringen der Kalzip Flexicon RR 80 Rundrohrkonstruktion. „Diese flexible Unterkonstruktion eignet sich besonders, um große Höhenunterschiede in Stahlkonstruktionen auszugleichen und auf das benötigte Niveau zu justieren“, erklärt Kalzip-Techniker Dipl.-Ing. Robert Thiebes. Besonders bei einer so anspruchsvollen Gebäudegeometrie wie diesem Kuppelbau ist es wichtig, die Kalzip Systembefestiger im richtigen Winkel zu montieren. „Um die Istkontur in die Sollkontur überführen zu können wurden mehrere tausend 3D Messpunkte definiert, die von den Vermessern vor Ort eingemessen werden mussten“, betont Robert Thiebes.
Dank des hier eingesetzten innovativen Systems ließ sich die räumliche Lage der Rohrunterkonstruktion-Segmente mit nur drei Messpunkten relativ schnell justieren. „Für die Klippmontage lässt sich der Klipp auf dem dafür konzipierten Sattel dreidimensional ausrichten. Dies bedeutet schließlich eine optimal sitzende Kalzip Profiltafel und die später ungehinderte temperaturbedingte Längenänderung.“ Ausgeführt wurde hier die Flexicon RR 80 Rundrohrkonstruktion auf L Edelstahlwinkel mit Aluminiumsattel und Aluklipps mit Thermokappe. Dazwischen dient eine zweilagige Dämmung aus komprimierbarer Mineralwolle mit einer Stärke von 160 mm bis 220 mm je nach Toleranz der Unterkonstruktion als Wärmeschutz. Die konischen Kalzip Profiltafeln mit unterschiedlichen Konizitäten schließen die wasserführende Dachhaut ab. „Besonders im Firstbereich waren zahlreiche und aufwendige Schweißarbeiten an den Stößen erforderlich, um eine bautechnisch überzeugende Leistung auszuführen“, ergänzt Thiebes.