Gut hundert Mitglieder der SHK-Innungen Baden-Württembergs trafen sich zum 18. Klempnertreff in Titisee. Themen rund um die Planung von Metalldächern bestimmten das Seminarprogramm.
Achtzehn Jahre alt, aber schon längst erwachsen, präsentierte sich der Klempnertreff in Titisee. Gestaltet wurde das Programm vom Organisationsteam um Dietmar Zahn vom Fachverband SHK Baden-Württemberg. Dabei wurden auch diesmal aktuelle Themen behandelt und Rückmeldungen der Mitglieder aus den Veranstaltungen zuvor berücksichtigt. Schwerpunkte waren die Planung von Metalldächern, deren Befestigung sowie Problemstellungen bei Dachinstallationen – ein Dauerbrenner in der Branche. In seiner Begrüßungsrede informierte Landesfachgruppenleiter Klempnertechnik Robert Smejkal zunächst über den aktuellen Ausbildungsstand des Landes. So besuchten 206 Jungen und Mädchen im Jahrgang 2012/2013 die Robert-Bosch-Berufsschule in Ulm, um die Ausbildung im Klempnerhandwerk zu absolvieren. Im Jahr zuvor waren dies 219, somit ist eine leicht rückläufige Anzahl an Auszubildenden zu verzeichnen. „Dies ist jetzt nicht besorgniserregend, aber dennoch ein Signal, dass wir für die Nachwuchswerbung etwas tun müssen“, so Robert Smejkal.
Im ersten Vortrag ging es gleich um aktuelle Probleme in der Klempnertechnik. Hierin zeichnen sich insbesondere unfachgerecht ausgeführte Dachinstallationen aus, die Klempner und insbesondere die Sachverständigen noch lange beschäftigen werden – ein Spezialthema für Christian Fürholzer, Geschäftsführer der Firma Rooftech GmbH, die den Generalvertrieb der S5 Falzklemmen betreut. Der Befestigungsspezialist präsentierte hierzu auch gleich Zahlen: Mit derzeit rund 1,4 Millionen PV-Anlagen ist Deutschland das Land mit den meisten Solaranlagen und der größten Menge solar erzeugten Stroms.
Zulassungen für Befestigungssysteme
„Metalldach und Solar passen hervorragend zusammen, nur sollte dies, am besten vor der Montage, richtig geplant werden“, empfiehlt Fürholzer. Dabei unterließ er es nicht, verschiedene Schadensszenarien und Ursachen aufzuzeigen, die sich insbesondere im Bereich temperaturbedingter Längenausdehnung stanggepresster Solar-Halteprofile sowie Sturmschäden durch unzureichende Befestigung der Metalldeckung abspielen. Der Fachreferent beklagte, dass sich anhand der aktuellen Fachregeln des Klempnerhandwerks noch keine verbindlichen Handlungsempfehlungen für den Statiker ableiten lassen. Er wies darauf hin, dass laut des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) zur Herstellung, Planung und Ausführung von Solaranlagen „für deren Verankerung und Befestigung am Gebäude … Verankerungs-, Befestigungs- und Verbindungselemente (Schrauben, Dübel, Ankerschienen etc.) zu verwenden sind, die den technischen Baubestimmungen entsprechen oder die auf Grund europäischer technischer Spezifikationen die CE-Kennzeichnung tragen …. Für alle anderen Verankerungs-, Befestigungs- und Verbindungselemente ist der Verwendbarkeitsnachweis durch eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung zu erbringen“.
Da jedoch zurzeit keine harmonisierte Norm für Falzklemmen existiert und auch keine Falzklemmen mit bauaufsichtlicher Zulassung für den handwerklichen Stehfalz „sieht das DIBt daher das handwerkliche Stehfalzdach nicht als geeigneten Untergrund für Solarenergieanlagen an.“ Deshalb kündigte Fürholzer an, diese Zulassung für die S-5 Falzklemme aus seinen Zubehörprogramm zu erwirken. „Die Zulassung ist bereits beantragt und die Prüfungen erfolgten gemäß des mit dem DIBt abgestimmten Prüfkonzeptes an einer amtlichen Materialprüfanstalt. Dabei wird der Nachweis bis in die Tragschale also inklusive Haft und Falz geführt. Jetzt warten wir nur noch auf den Stempel des DIBt.“
Klaus Siepenkort
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