Jede dritte Suchanfrage bei Google auf einem Smartphone oder Tablet hat einen Ortsbezug, zum Beispiel "Dachdecker Stuttgart". Wichtig fürs Neugeschäft: Wer sich dann im Internet nicht auf Anhieb gut präsentiert, hat keine Chance.
Davon hatte Dachdeckermeister Nils Rudelt noch nichts gehört, aber schnell war ihm klar: "Ich brauche eine mobile Version meiner Website!" Als Unternehmer verpasse er keine entscheidenden Trends, sagt er, und die Zeichen stehen im Internet ganz klar auf mobile Internetnutzung per Smartphone und Tablet-Computer. Ein prüfender Blick in der U-Bahn oder einfach in der Einkaufsstraße jeder Innenstadt bestätigt das gute Bauchgefühl des Unternehmers aus dem sächsischen Hohenstein-Ernstthal. Im Frühjahr 2012 gab er seine mobile Website bei der Düsseldorfer Internetagentur Euroweb in Auftrag. Eine normale Website hat derweil landläufig bereits annähernd jeder Betrieb. Das Problem: Normale Websites sind für die "smarten" Geräte zumeist nicht geeignet, die Layouts werden folgerichtig fehlerhaft dargestellt, Texte sind unleserliche Buchstabenwüsten und auf den Fotos ist rein gar nichts zu erkennen. Nutzer müssen zudem mit ihren Fingern umständlich an die Infos heranzoomen. Schlimmer aber als das: Die Ladezeiten strapazieren unnötig sowohl die Geduld als auch die Datenbudgets der Mobilgerätenutzer. Im Zweifel bricht der Nutzer den Vorgang ab, gibt den Suchbegriff erneut ein und landet schnurstracks beim Wettbewerber in der Nachbarschaft. Mobile Websites, die speziell konfiguriert sind, lösen das Problem und sind kostengünstiger zu erstellen als "normale" Desktop-Versionen.
Mobile Websites für mobile Kunden
Auch die Zahlen des Fachverbands Bitkom e.V. geben Dachdeckermeister Nils Rudelt Recht: Anfang 2012 nutzten fast vierzig Prozent der deutschen Bevölkerung (über 30 Millionen Menschen) das Internet regelmäßig mobil. Bei den 14- bis 29-jährigen Bundesbürgern waren es schon 55 Prozent. Letztere werden ihre Nutzungsgewohnheiten von nun an beibehalten und ausbauen, auch im gestiegenen Alter, wenn sie für Handwerker zur interessantesten Zielgruppe gehören.
Das mobile Internet ist die Querschnittstechnologie unserer Zeit, dessen Verbreitung durch eine Reihe technischer Innovationen, wie beispielsweise schnellere Datenübertragungsmöglichkeiten, weiter beschleunigt werden wird. Die Zahl der Smartphones hat die Zahl der herkömmlichen Handys bereits deutlich überschritten. Junge Häuslebauer der Mitte-Dreißig-Generation, die sich beruflich etabliert haben, "googeln" sich ihren Dachdecker, ihren Zimmermann und ihren Estrichleger. Erst danach kommt es zur telefonischen Kontaktaufnahme. Auch dann, wenn das Unternehmen zuvor von einem Freund empfohlen worden ist, wird der Betrieb vorher im Internet auf Herz und Nieren geprüft. Wer dann mit einer mobilen Website aufwartet, überzeugt mit Charme und Klugheit, denn die Infos sind leicht abrufbar und es gibt keine nervenstrapazierenden Darstellungsfehler.
Christoph Preuß
Den ausführlichen Artikel lesen Sie in Ausgabe klempner magazin 02.2013.
