Nahezu alle Bauelemente und Befestigungshafte werden im Tochterunternehmen für Spenglereibedarf Protectum produziert. Foto: Schmid
Viele Details: Nahezu alle Bauelemente und Befestigungshafte werden im Tochterunternehmen für Spenglereibedarf Protectum produziert. Fotos: Siepenkort und Schmid

Technik

09. June 2021 | Teilen auf:

Metalldächer für den Klimaschutz

In Weilheim (Oberbayern) wird zurzeit der Neubau der Staatlichen Berufsschule für 700 Schüler/-innen und rund 55 Lehrkräften errichtet. Aufgrund der geringen Neigung erfolgt die Deckung der rund 8000 m² Walmdachflächen aus rollennahtgeschweißten Edelstahlblechen.

Klimamodule und Solarstrom sorgen für den ökologischen Betrieb des Bauwerks. Den Auftrag für das außergewöhnliche Projekt erhielt die Spenglerei Rudolf Schmid GmbH aus Großkarolinenfeld. Geschäftsführer Rudolf Schmid rüstete das Dach mit allem aus, was am Dach montiert werden kann – von Laufwegen, Seilsicherungen, Schneefängen und Solarmodulen bis hin zu einer Vielzahl an unterschiedlichen Anlagen und Durchdringungen. Nahezu alle Bauelemente und Befestigungshafte werden im Tochterunternehmen für Spenglereibedarf Protectum produziert. Die Bauelemente verfügen zumeist über eine bauaufsichtliche Zulassung.

Klaus Siepenkort (links) und Rudolf Schmid.

Zurzeit sieht der Metalldachtüftler die Zukunft in neuartigen Klimamodul mit wärmeregulierender Wirkung, speziell für Metalldächer. Sie können zudem mit einer Begrünung ausgerüstet werden. „Bei der Anwendung eines Gründaches verdampft die in der Vegetation vorhandene Feuchtigkeit und bietet Abkühlung. Somit heizt sich das Gebäude weniger auf – ein Metalldachzubehör, das aufgrund des Temperaturanstieges in den Städten für Klempner und Spengler künftig von Relevanz sein kann“, erklärt Rudolf Schmid. In einer weiten Variante ohne Begrünung sorgen spezielle Lochblechbehälter je nach Befüllung im Sommer für Kühlung und im Winter für Wärmeschutz. Die regulierende Funktion ergibt sich mit dem verzögerten Abfluss des Niederschlagswassers in die Kanalisation. Dies verringert die Umgebungstemperatur trägt damit zur städtischen Klimaverbesserung bei und verhindert zudem Überlastungen der Kanalisation. Das sogenannte „Wasserretentionsmodul“ für Dächer besitzt eine Eintragung beim Deutschen Patent- und Markenamt als Gebrauchsmuster Nr. 20 2020 100 726. Montage erfolgt mit Standardzubehör, das auch für die Befestigung von Solarmodulen benötigt wird.  

Rudolf Schmid bei der Dachinspektion.

Ein bedeutendes Marktsegment mit großem Auftragspotenzial spielt sich heute unterhalb Neigungsbereich unterhalb von 7 Grad ab - also im Flachdachbereich, mit oder ohne Begrünungen und Bekiesungen. Genau dies ist der Einsatzbereich wasserdichter rollennahtgeschweißte Metalldeckungen aus Edelstahlblechen, das an der Berufsschule Weilheim zum Einsatz kam. Die Metalldeckung verlegt der Spengler-Fachbetrieb auf der Holz- und Stahlbetondachkonstruktion mit einer Dachneigung von 5-7°.

Der Dachaufbau besteht aus dem Prodach-Dämm-System kombiniert mit Protectum-Profilbahnen. Nach Fertigstellung der Edelstahldachdeckung werden dachparallele Photovoltaik-Module auf der hierfür statisch ausgelegten Dachkonstruktion einschließlich Deckung installiert montiert. Aufgrund des komplexen Zusammenwirkens der Zulassungsvorschriften ist der Dachaufbau produktspezifisch vorgegeben.

Der Dachaufbau besteht aus dem Prodach-Dämm-System kombiniert mit Protectum-Profilbahnen.

Den ausführlichen Projektbericht lesen Sie im nächsten KlempnerMagazin 4/2021

Fotos: Siepenkort / Schmid