Ein Himmel voller Lötlampen. Durch Texttafeln und Videofilmen sind die Ausstellungsbereiche nun auch für Laien selbsterklärend verständlich. Quelle: Stiftung Europäisches Klempner- und Kupferschmiedemuseum Quelle: Stiftung Europäisches Klempner- und Kupferschmiedemuseum
Ein Himmel voller Lötlampen. Durch Texttafeln und Videofilmen sind die Ausstellungsbereiche nun auch für Laien selbsterklärend verständlich. Quelle: Stiftung Europäisches Klempner- und Kupferschmiedemuseum
17. September 2021 | Teilen auf:

Neue Öffnungszeiten für das Europäische Klempner- und Kupferschmiedemuseum

War das Europäische Klempner- und Kupferschmiedemuseum seit einigen Jahren nur nach Voranmeldung für Gruppen zu besichtigen, steht es ab dem 1. September 2021 auch wieder für einzelne Tagesbesucher offen. Zu den Bürozeiten Dienstag bis Freitag jeweils von 10.00 bis 12.30 Uhr sowie von 13.30 bis 16.00 Uhr sind die ausgestellten Exponate zu besichtigen. Selbstverständlich können aber auch individuelle Führungen nach wie vor gebucht werden.

Den Entschluss wieder regelmäßige Öffnungszeiten anzubieten, fasste die Vorstandschaft der Museumstiftung, nachdem mit der Gestaltung des Lötbereichs der letzte Abschnitt des im Jahre 2014 erstellten Konzeptes nun umgesetzt werden konnte. So wurde vor sechs Jahren damit begonnen, die Ausstellung attraktiver zu gestalten und die Exponate nach Themenbereichen neu zu ordnen und durch entsprechende Ergänzungen die Arbeitsabläufe selbsterklärend darzustellen. Erwähnenswert unter anderem der Ornamentbereich in der Galerie. Durch Infotafeln sowie Videoeinspielungen wird nun auch einem Laien die Herstellung eines Ornaments verständlich. Diese Erläuterungen durch Infotafeln und Filmen gibt es in allen Ausstellungsbereichen vom Modell einer Kupferdeckung, über die Klempnerwerkstatt genauso wie bei der Kupferschmiedewerkstatt oder dem Zeitsteifen der anhand von Daten aus der Geschichte wichtige Schritte bei der Entwicklung von Arbeitstechniken, Materialien sowie der Berufe des Kupferschmieds und des Klempners darstellt.

Ergänzt wird dieser Zeitstreifen durch entsprechende Informationen zur Gewinnung und Herstellung verschiedener Materialien. Dieses Konzept zieht sich durch bis zu den Stationen im Untergeschoss an denen über alte Arbeitstechniken informiert wird. Mit einem eigenen Bereich Aus- und Fortbildung wird beim Girls’Day und bei den bestehenden Schulkooperationen um Nachwuchs geworben.

Aufwändig wurde nun also der Lötbereich in der Spitze der Galerie neugestaltet. So erfährt der Besucher an einer Zeittafel, dass dies bereits in der Antike von Ägyptern und Römern angewandt wurde. Vom einfachen Feuerkolben über Karbidentwickler bis hin zu modernen Lötanlage wird alles erklärt, was Klempnern und Spenglern wichtig ist. Ein Highlight ist der „Löthimmel“ in der Kegelspitze. Hier scheinen verschiedenste Lötlampen in Bahnen wie Himmelskörper um eine riesige Kupferkugel zu ziehen. Rund 100.000 EUR, finanziert durch Spenden und Mitgliedsbeiträgen, wurden laut Schatzmeister Klaus Hofmann für die Umsetzung des Konzeptes aufgewendet. Nach seiner Meinung gut investiertes Geld. Schließlich konnten durch die Attraktivitätssteigerung, moderne Veranstaltungstechnik und die umfangreich ausgestatte Werkstatt mehr Veranstalter mit Workshops, Seminaren und Tagungen nach Karlstadt geholt werden.

Der Ruf des Klempner- und Kupferschmiedemuseum hat so in der Branche an Bedeutung gewonnen. Ausgebremst wurde das durch die Coronapandemie, erklärt Hofmann. Der Girls’Day musste abgesagt werden, die Schulkooperationen liegen auf Eis, Termine für Workshops, Seminare und Veranstaltungen wurden storniert, gebuchte Gruppenführungen verschoben. "Wir haben zwar ein Hygienekonzept erarbeitet und unsere Räume sowie auch die Werkstatt können grundsätzlich unter den gebotenen Schutzmaßnahmen genutzt werden, allerdings haben wir Verständnis, dass es den potentiellen Veranstaltern die unser Museum nutzen, unter den derzeitigen Voraussetzungen kaum möglich ist, entsprechende Termine zu planen", resümiert Hofmann. "Finanziell werden wir das Überstehen, aber für uns ist es sehr wichtig, durch die verschiedenen Veranstaltungen in der Fachpresse präsent zu sein und so unseren Bekanntheitsgrad als Treffpunkt der Klempnerbranche zu stärken."

Sollte nun das Interesse geweckt worden sein, das Museum für eine Veranstaltung oder eine Führung zu buchen, gibt es von Dienstag bis Freitag zwischen 10.00 und 12.30 Uhr sowie von 13.30 bis 16.00 Uhr unter Tel. +49(0)9353/996330 oder klempnermuseum@web.de bei Karin Glassen entsprechende Informationen. Frau Glassen ist auch gerne bei der Zusammenstellung eines Rahmenprogramms behilflich. Weiter Infos über das Museum und zum Klempnerberuf unter:

www.klempnerundkupferschmiedemuseum.eu
www.beruf-spengler.de