Das multifunktionale Bouwlust Center in Den Haag ist ein Ort der Zusammenkunft und des Miteinanders. Es beherbergt mehrere kommunale Einrichtungen unter einem Dach: ein Gemeindezentrum, einen Kindergarten, eine Sportanlage, einen Treffpunkt für junge Leute, Schulungsräume, eine Cafeteria und Büros.
Standort Den Haag, auf der Suche nach dem Multi Functional Center Bouwlust. Was wir finden, ist - nur auf den ersten Blick - eine Art Schuhkarton, der fast komplett in Grün gehalten, mit grandiosen Strukturen an der Fassade begeistert. Das Objekt passt somit hervorragend zur Umgebung der Bouwlust Avenue und dem angrenzenden großen Spiel- und Rasenplatz. Zudem dokumentiert es die Umwelt: Alles konzentriert sich auf das Grün, es ist klar, präsent und dominant. Der untere Teil der Fassade bildet die Basis mit klaren Strukturen von unten aufstrebend mit überdurchschnittlich großen Ziegeln. Breite weiße Stahlprofile sorgen dann für die Abgrenzung zum grünen Aluminium. Sie und die Fenster im Obergeschoss bilden klare Linien und geben der Fassade ihre horizontale Struktur. Es ist ein ungewöhnliches Grün, farblich irgendwo zwischen Oliven und Apfel. Das Atemberaubende für den interessierten Betrachter sind jedoch die Abstände zwischen den Aluminiumwellen, die auf markante Weise harmonieren. Die Abstände der Wellen sind so variabel, mal halb, mal ganz, dann wieder besonders klein, dass eine visuelle Bewegung und ein gewisser Rhythmus entsteht. Teilweise wirken die Wellen der Fassade wie gestaucht. Es ist wie ein Vorhang, dessen Form sich, vom Wind bewegt, immer aufs neue zeichnet und das Ergebnis ist ein Effekt, der dem Ganzen eine unerwartete Dynamik verleiht. Die Fenster im grünen Aluminiumbereich sind in langen schmalen Streifen horizontal verkettet. Die Fenster im Sockel jedoch variieren in ihrer Größe und in ihrem Tempo. Die ganze Komposition mit dem unterschiedlichen Rhythmen spiegelt eigentlich keinen konsequenten Charakter wieder. Man darf aber davon ausgehen, dass der Architekt bei diesem Objekt das Einfache hervorhebt, und damit zu deutliche Kontraste vermeidet. Und doch sind es die klaren Strukturen, die die Dynamik und die Wellen in der Fassade unterstreichen. Und durch den Sockel und die Fensterreihen in den oberen Etagen teilt sich die Fassade in drei waagerechte Streifen, die das grüne Aluminiumprofil, dass sich um die Ecke auf die Seitenfassaden wickelt, dorthin aber nur teilweise begleitet. Der schmale Streifen befindet sich auf der Südseite, in der sich alle kleineren Räume und Büros und das Jugendzentrum in der ersten Etage befinden. Ein zentraler Streifen reflektiert den Verkehr des Gebäudes. Der breite Streifen auf der Nordseite wiederum dokumentiert das größere Programm mit dem Café, dem Kindergarten und dem Fitness-Studio. Die Seitenfassaden wirken weniger markant, hier dominiert das gefaltete Grün. Einen Kontrapunkt setzt der Haupteingang. Er bildet die Basis für eine verhältnismäßig große Glaswand, welche die Fassade vertikal unterbricht.

Das Objekt ist somit spannend anzusehen und zugleich repräsentativ. Bemerkenswert ist, dass die Architektur aus der Forderung eines begrenzten Budgets heraus entstanden ist, was wiederum zeigt, dass eine nach wirtschaftlichen Vorgaben entstehende Architektur keinesfalls langweilig und unspektakulär sein muss. Vielleicht dokumentiert sich in der fließenden Struktur der Gebäudehülle auch die Vielfalt und das gesellschaftliche Spannungsfeld mit vielen sozialen Herausforderungen, vom Jugendzentrum für harte Jungs, über den Kindergarten, bis zu einer Abteilung für ältere Menschen, die im Gebäude zusammenkommen. Die drei Nutzergruppen und die Wechselwirkung zwischen Alten, Jugendlichen und Kindern ist wesentlich für die Funktion des Hauses und spiegelt sich auch in der Form der Fassade wider. Die unterschiedlichsten Lebenswelten sind in diesem Gebäude unter einem Dach vereint. Die Gegensätze und die Vielfalt der Nutzer lässt die Dynamik entstehen, die sich auch in der wellenartig gestalteten Fassade mit ihrer fließenden Optik widerspiegelt.
Projektdaten
Objektdaten und Fakten
Den Haag / Multifunctioneel centrum Bouwlust
Ort/Location: Den Haag, Eekhoornrade , Nederland
Auftraggeber: Gemeinde Den Haag
Grundfläche brutto: 2300 m 2
Objektvolumen: 8.225 m³
Baustart: 2002
Fertigstellung: 2005
Designer: de Zwarte Hond;
Designerteam: Willem Hein Schenk, Bart van Kampen, Jan Kooi,
Aldo de Jong, Bart de Wilde, Alex Bierman
Berater Konstruktion: Smit Westerman, Waddinxveen, Gouda
Berater Installation: De Blaay-Van den Boogaard, Rotterdam
Auftraggnehmer: Tetteroo Leidschendam
Hersteller:
Produkt: Aluminiumfassadenprofil SW wellTEC 45/60.
MN Metallverarbeitung Neustadt GmbH
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23730 Neustadt
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