Fugeneinteilung, Verbundplatten, Fassade
Ein optisch hochwertiges Erscheinungsbild hängt entscheidend von der Fugeneinteilung und der handwerksgerechten Bearbeitung der Verbundplatten ab. Fotos: PREFA I Croce & Wir.

Technik

11. January 2021 | Teilen auf:

Plattenwerkstoffe richtig bearbeiten

Grundlage für eine hochwertige Fassadenoberfläche ist die präzise Planung des Fugenbildes und die fachgerechte Bearbeitung der Bauelemente. Bei Verbundplatten kommt es hierbei auf das richtige Anreißen, Sägen, Bohren und Kanten an.

Funktionalität und Optik sind die wesentlichen Aufgaben der Fassade aus großformatigen Aluminiumverbundplatten. Das optische Erscheinungsbild hängt sehr stark von der Linienführung, sprich der Fugeneinteilung ab. Eine schwarze Vlieskaschierung der Fassadendämmung oder UV-beständige Fassadenbahnen in schwarz oder mittlerweile auch farbig dienen als Fugenhinterlegung. Die Unterkonstruktion aus Holz oder Aluminium klebt man mit EPDM-Fugenbändern ab. Fugenprofile sind ebenfalls eine Alternative, die beispielsweise in Kindergärten als Fingerklemmschutz Pflicht sind. Hersteller Prefa beispielsweise empfiehlt einen Fugenabstand von 8 bis 10 mm, abhängig von der Plattenlänge wegen der thermisch bedingten Längenänderung.

Bei sehr schmalen Fugen fällt ein „Ausmitteln“ natürlich stärker auf als bei größeren Zwischenräumen. Weitere Stilmittel in der Gestaltung sind die vielfältige Farbauswahl und das Plattenformat mit maximal 4,0 × 1,49 m (L × B). Das Format ist beliebig teilbar. Ausgangspunkt bei der Planung ist die Linienführung bzw. das Fugenbild. Ein entscheidendes Kriterium ist zudem der Verschnitt, der im ungünstigsten Fall durchaus bei über 40 % liegen kann. Mit geschickter Einteilung und etwas Kompromissfähigkeit sind auch 15 % und weniger möglich, ohne optische Abstriche.

Ein völlig unterschiedliches Erscheinungsbild erhält eine Fassade durch eine vertikale oder horizontale Verlegerichtung; diese ist vorne auf der Schutzfolie und rückseitig mit Pfeilen gekennzeichnet. Tipp: Eine wechselnde Verlegerichtung kann reflexionsbedingt interessante Farbspiele ergeben.

Zuerst horizontale Linien aufnehmen

Ausgangspunkt für die Fugeneinteilung sind vorgegebene „natürliche“ Linien in der Fassade wie beispielsweise Sockel, Dachränder, Stürze und Fensterbänke. Grundsätzlich ergibt sich unter diesen immer automatisch eine horizontale Fuge, die gleichzeitig als Abluftöffnung für die Hinterlüftung fungiert. Die Höhe der Platte dazwischen kann sowohl individuell als auch mit gleichen Teilungsmaßen geplant werden.

Kreuzfugen erfordern gegenüber einem regelmäßigen oder wilden Verband ein hohes Maß an Präzision beim Zuschnitt und bei der Verlegung. Die Bearbeitung kann der Verarbeiter entweder selbst vornehmen oder genau vermaßte Fassadenpläne an den Hersteller senden. Dort werden diese nachbearbeitet und im Nestingverfahren (Verschnittoptimierung) die unterschiedlichen Formate auf die „Rohplatte“ übertragen. Je nach Kundenwunsch liefert Hersteller Prefa die Fassadenplatten fix und fertig inklusive sämtlicher Fräsungen und Bohrungen auf die Baustelle. Mit Rundbiegemaschinen kann man sogar Fassadenecken „rund“ gestalten.

Plattenwerkstoffe richtig bearbeiten

Anreißen, Sägen, Bohren

Die Aluminium-Verbundplatte hat im Rohzustand die Maße 1.500 mm × 4.010 mm (Breite x Länge). Die Sichtseite sollte stets mit einer Schutzfolie überzogen sein, auf der mit Pfeilen die Verlegerichtung (Lackierrichtung) aufgedruckt ist. Um ein gleichmäßiges Erscheinungsbild zu erhalten, muss dies bei Metallic-Beschichtungen bereits bei der Platteneinteilung berücksichtigt werden. Ein Wechsel der Verlegerichtung erzeugt durch unterschiedliche Reflexion Farbunterschiede oder Lichteffekte. Grundlage für Zuordnung und Montage der Verbundplatten ist ein präzise ausgearbeiteter Fassadenplan. Bei exaktem Gesamtaufmaß besteht die Möglichkeit, die Formate fix und fertig werkseitig zu beziehen.

Thomas Weiß

Den kompletten Beitrag lesen Sie in KlempnerMagazin 01.2021