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Stefan Adelsberger (r.): "Mit der Optimierung der Arbeitsprozesse sind wir jetzt gut gerüstet und sehr flexibel in der Vorfertigung. Dabei war die Beratung durch die Firma Maschinen-Stockert sehr hilfreich." Links: Christian Stockert

Technik

16. February 2011 | Teilen auf:

Richtig geschaltet

Klempnerwerkstatt: Um Arbeitsprozesse zu optimieren, erarbeiteten die Gebrüder Adelsberger ein Konzept für die Einrichtung ihrer Klempnerwerkstatt. Wir zeigen Ihnen, wie sie dies realisierten.

Der Meisterbetrieb Gebrüder Adelsberger GmbH beschäftigt zurzeit 18 Mitarbeiter an zwei Standorten, in München und Waakirchen. Das Unternehmen wird von den Brüdern Hermann und Stefan Adelsberger in der zweiten Generation geleitet. Die beiden Spengler- und Dachdeckermeister lenken mit ihrem Münchener Team, bestehend aus vier Facharbeitern, zwei Auszubildenden und vier Fachhelfern, die Geschicke für den Bereich Spenglertechnik. Für die rationelle Bearbeitung der Metalldächer und Metallfassaden setzte der Spenglermeister darauf, den größtmöglichen Anteil der Arbeiten in Werkstattfertigung auszuführen.

Aufgrund der Vielseitigkeit der Bauprojekte, von Sakralbauten bis zur modernen Architektur, hält das Unternehmen stets die verschiedensten Metallwerkstoffe und Oberflächen vor. Um ein zeitsparendes und materialschonendes Lagern und Abrollen der unterschiedlichen Coils zu realisieren, investierte Adelsberger im Zuge der Umgestaltung in ein motorisch betriebenes Kompaktlager für sieben Blechcoils, das mit einem Gesamtgewicht von 2,8 Tonnen belastet werden kann. Das Lager nimmt Coils bis zu 1.250 Millimeter Breite und 500 Millimeter Durchmesser auf. Ein besonderer Vorteil der Anlage ist, dass sie eine Grundfläche von nur drei Quadratmetern benötigt und somit auch für kleinere Werkstätten geeignet ist. Zur Befüllung des Lagers werden die Coils mithilfe von Keilen oder mit einem Transportwagen problemlos in fahrbare Gondeln gerollt. Das Beladen kann, je nach Platzverhältnissen, von vorn oder von der Rückseite erfolgen.

Im einem etwa 6 x 10 Meter großen Werkstattbereich sind die Arbeitsprozesse Abcoilen, Zuschneiden, Zwischenlagern, Biegen und Endbearbeiten optimal zusammengeschaltet. Fotos: Siepenkort

Schneller Wechsel

Den raschen Zugriff auf bis zu acht verschiedene Coils ermöglicht ein nachgeschalteter spezieller Spannbock, der vor der Zuschneideanlage positioniert ist. Sind einmal alle Metallbänder in die Einzugswalzen des Spannbocks geklemmt, können sie, je nach Bedarf, in kürzester Zeit von nur einem Mitarbeiter gewechselt werden. Nach dem Zuschneiden werden die Bleche für die Weiterverarbeitung auf einer beweglichen Scherenrollenbahn abgelegt.

Parallel zur Scherenrollenbahn ist ein feststehender, etwa sechs Meter langer Arbeitstisch angeordnet und in der dritten Reihe eine 6,40 Meter lange CNC-Biegemaschine, die für Blechdicken bis zu 1,25 Millimeter Stahlblech ausgelegt ist. An den Kopfseiten der Rollenbahn und des Arbeitstisches stehen Maschinen für die Bearbeitung der Profilabschlüsse, wie beispielsweise Schneeflugkanten oder Traufabschlüsse. So sind in diesem etwa 6 x 10 Meter großen Werkstattbereich die Arbeitsprozesse Abcoilen, Zuschneiden, Zwischenlagern, Biegen und Endbearbeiten optimal geschaltet.

In einem weiteren Arbeitsbereich der Klempnerwerkstatt fertigt die Firma Adelsberger Blechbauteile, für die größerer handwerklicher Aufwand erforderlich ist. Hier befindet sich im tageshellen, etwa acht Meter langen Fensterbereich eine durchlaufende Werkbank für Kleinarbeiten, wie die Fertigung von individuellen Rinnenträgern, runden Elementen oder Ähnlichem. Für die Fertigung von Bauteilen mit größeren Blechdicken, wie Unterkonstruktionen oder Abdeckungen, steht eine motorische Biege- und Schneidemaschine mit zusätzlichen, rollbaren Arbeitstischen von jeweils 2,50 Meter Länge bereit.

"Mit der Optimierung der Arbeitsprozesse, die exakt auf unsere Bedürfnisse und Möglichkeiten abgestimmt sind, sind wir jetzt gut gerüstet und sehr flexibel in der Vorfertigung. Dabei war die Beratung durch die Firma Maschinen-Stockert sehr hilfreich. Bei schlechter Witterung haben wir heute die Möglichkeiten, mit allen Mitarbeitern gleichzeitig die anstehenden Bauvorhaben effizient vorzubereiten", erläutert Stefan Adelsberger.

Den vollständigen Artikel finden Sie im klempner magazin Ausgabe 6|2009.